„Ein Comeback der Werte und Tugenden“
Katholiken gedenken ihrem „Herrgottsbrüderle“ Firminus Wickenhäuser

Massenbachhausen- Pater Hubertus Hartmann ist in Massenbachhausen ein gern gesehener Gast. Am Sonntag gestaltete er den Gottesdienst und den Festakt zum Gedenken an den in Massenbachhausen geborenen Bruder Firminus Wickenhäuser.
Jedes Jahr um den Festtag des Heiligen Josef veranstaltet die katholische Kirchengemeinde den Firminustag. Auch am Sonntag feierten die Massenbachhausener Katholiken den Festakt, den die „Alten Kameraden“ musikalisch umrahmten, und den Festgottesdienst am Vormittag.
„Wir gedenken heute einem Menschen, der in gottgefälliger und menschenfreundlicher Art und Weise gelebt hat und uns ein Vorbild ist.“ Pater Hubertus Hartmann vom Franziskanerkloster Düsseldorf ist nicht nur ein großer Verehrer von Bruder Firminus. Jahr für Jahr gestaltet er zusammen mit Pfarrer Markus Kohler und dem Pfarrer im Ruhestand, Karl Ehrler, den Firminustag.
„Oh Herr, welch ein Morgen.“ Die Chorgemeinschaft Massenbachhausen unter der Leitung von Olga Kunz unterstrich mit ihren Liedern die Bedeutung des Festgottesdienstes.
Heroischer Firminus In seiner Ansprache sprach Pater Hubertus vor den Gläubigen über Werte und Tugenden in der Gesellschaft, die von Bruder Firminus in einem heroischen Ausmaß gelebt worden seien. „Ich beobachte heute ein Comeback der Werte. Vielleicht, weil wir erkannt haben, dass wir anders nicht mehr weiter leben können.“
Die rastlose Suche nach dem „Kick“ sei nicht nur ein Merkmal der jungen Generation. Die ganze Gesellschaft steuere zurzeit auf eine Maßlosigkeit zu. Das rechte Maß wieder zu finden, bedeute nichts anderes als ein Zurück zu den Werten, zu den Wurzeln und Quellen. So stehe das Thema „Werte“ in vielen Bereichen ganz oben auf der Geschäftsordnung. Ordnung, Höflichkeit, Disziplin, Familie, Fleiß, Anstand, Aufrichtigkeit und Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und richtiges Benehmen würden aktueller gefordert denn je. Sie geben Orientierung. „Was wir los werden müssen, ist die Angst, Traurigkeit, Hab- und Machtsucht.“ Bruder Firminus Wickenhäuser, „der große Sohn Ihrer Gemeinde“, habe das fast Menschenunmögliche geschafft, all die guten Tugenden zu verinnerlichen.
Noch einmal hob Olga Kunz den Taktstock, und die Chorgemeinschaft präsentierte „Locus iste“ aus der Musica Sacra von Anton Bruckner. Ein Stück, auf das sich Pater Hubertus besonders gefreut hatte. Bekannt für seinen Humor, schwärmte er am Ende des Gottesdienstes: „Der Chor hat nicht gut gesungen - es war ausgezeichnet.“
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