Familie Schlemmer bringt Glanz ins Rathaus (03.01.2009)
Leingarten - Rathaus Leingarten, Ratssaal. Wenig Schönes war in den vergangenen Monaten aus diesem Gebäude zu vermelden. Umso entspannter scheinen jetzt alle, die zum Empfang für Dirk Schlemmer gekommen sind, dass es diesmal einen Grund zum Feiern gibt. „Wir haben Sie ein Jahr lang als kostenlosen Werbeträger für unsere Gemeinde“, sagt Bürgermeister Ralf Steinbrenner an den jungen Mann gewandt, der vor wenigen Wochen zum Mister Germany gekürt wurde.

Leingarten - Welcher dieser blonden Hünen ist denn nun der Mister Germany? Als FWV-Gemeinderat Hans Hugo Schlemmer mit zwei jungen Männern im Schlepptau den Ratssaal betritt, geht SPD-Frau Ilona Molle-Maier auf einen der beiden zu und beglückwünscht ihn zu seinem Erfolg. Der winkt ab: „Nein, das ist er“, sagt der 25-jährige Frank Schlemmer und zeigt auf seinen um ein Jahr jüngeren Bruder Dirk, ebenfalls groß gewachsen, ebenfalls blond und blauäugig. Der frisch gekürte Mister Germany lacht ob der Verwechslung ein sympathisches Lachen und zeigt dabei zwei Reihen makelloser Zähne.
Rathaus Leingarten, Ratssaal. Wenig Schönes war in den vergangenen Monaten aus diesem Gebäude zu vermelden. Umso entspannter scheinen jetzt alle, die zum Empfang für Dirk Schlemmer gekommen sind, dass es diesmal einen Grund zum Feiern gibt. „Wir haben Sie ein Jahr lang als kostenlosen Werbeträger für unsere Gemeinde“, sagt Bürgermeister Ralf Steinbrenner an den jungen Mann gewandt, der im dritten Semester Jura in Würzburg studiert. „Hoffentlich erzählen Sie überall, dass Sie aus Leingarten kommen.“ Ohnehin, merkt Steinbrenner an, sei hiermit bestätigt, was ihm schon lange klar ist: „Die schönsten Männer sind aus Leingarten.“ Seien Sie sicher, fügt er hinzu: „Sie bescheren uns ein Alleinstellungsmerkmal, und das werde ich bei jedem Grußwort gnadenlos ausnutzen.“
Trubel
Dirk Schlemmer lässt die Lobeshymnen über sich ergehen und lächelt strahlend dazu. An den Trubel um seine Person müsse er sich erst noch gewöhnen, erwidert er dann. Schließlich werde er doch recht häufig beim Ausgehen erkannt und auf seinen Titel angesprochen. Mit einer Prise Humor quittiert der 24-Jährige dann das Interesse, das ihm seit Neuestem aus ganz Deutschland entgegengebracht wird. Dirk Schlemmer: „Ich habe ja nicht viel geleistet. Einmal vorlaufen, einmal zurücklaufen, das war's.“ Überhaupt, meint er bescheiden, sei die Konkurrenz bei den Männern nicht sehr groß. Seine Geschlechtsgenossen müsse man im Gegensatz zu den Aspirantinnen quasi zu den Ausscheidungen tragen. Dass sein Sohn überhaupt ins Rennen um den Titel für den schönsten Mann Deutschlands ging, wusste Vater Hans Hugo Schlemmer nach eigenem Bekunden nicht, bis ihn der Filius eines Abends anrief und ihm mitteilte, er sei soeben Mister Stuttgart geworden. „Mir war lange nicht klar, dass es bei der Wahl wesentlich auf die Ausstrahlung ankommt“, sagt Schlemmer senior. Nun, da er das wisse, könne er verstehen, dass er gewonnen habe.
Gefestigt
Ob er als Vater Angst hat, dass der Junior nun seine Studien schleifen lässt und sich dem Jet-Set-Leben widmet? „Nein“, sagt Hans Hugo Schlemmer entschieden, „da bin ich nicht besorgt. Er ist gefestigt und distanziert genug, um zu wissen, dass diese Sache nur eine begrenzte Zeit geht und dass er damit nicht seinen Lebensunterhalt verdienen kann.“
Doch die nächsten Monate stehen im Zeichen des Titels: Ein Fotoshooting für Autogrammkarten, Einladungen zu diversen Preisverleihungen und sogar Auftritte im Fernsehen stehen in Dirk Schlemmers Kalender. Und wie sieht es mit einer Karriere als Model aus? „Wenn es interessante Angebote gibt, bin ich der Letzte, der sie ablehnt. Aber es sollte schon die Möglichkeit bestehen, damit Geld zu verdienen“, sagt Mister Germany und lächelt dazu. Den Koffer, den ihm Bürgermeister Ralf Steinbrenner als Präsent der Gemeinde überreicht hat, wird er jedenfalls gut gebrauchen können.

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