Handelshof wird größer und behält Namen
Schwaigerner Gemeinderat ändert den Bebauungsplan Steinhälde - Negative Auswirkungen auf die Innenstadt befürchtet

"Die Betreiber des Handelshofs Schwaigern beabsichtigen, ihr Warenangebot zu verbreitern und zu vertiefen", heißt es in der Begründung für die Änderung. Dafür will die Kaufland Stiftung & Co. KG die momentane Verkaufsfläche um rund tausend Quadratmeter auf insgesamt 3120 Quadratmeter erweitern. Der Markt sollte ursprünglich in Kaufland umbenannt werden - diese Pläne sind inzwischen vom Tisch. Nun soll es doch beim Namen Handelshof bleiben.
Die Stadt Schwaigern hatte von der Ludwigsburger Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) ein Gutachten erstellen lassen, in dem die Auswirkungen der Erweiterung erörtert wurden - unter anderem war von Einbußen für Edeka und Norma die Rede gewesen. Vermessungsingenieur Hermann Koch legte dem Gemeinderat jetzt die Anregungen der Träger öffentlicher Belange vor. In ihrer Stellungnahme beurteilte beispielsweise die Handwerkskammer Heilbronn-Franken das Vorhaben als "äußerst kritisch". Die Kammer befürchtet "eine erhebliche Auswirkung für das Lebensmittelhandwerk in Schwaigern und Umgebung".
Dagegen befürwortet das Regierungspräsidium Stuttgart, dass mit der Erweiterung eine kundenfreundliche Logistik, wie beispielsweise breitere Gänge, erreicht werden soll. Eine Sortimentsausweitung sei schließlich nicht vorgesehen. Der Erweiterung könne daher zugestimmt werden.
Ekkehart Nupnau (FWV/BuW) gefällt, wie sich die Innenstadt mit attraktiven Geschäften entwickelt hat. "Ich denke, dass man dem Handelshof-Gedanken, dass es nur bei einer Sortimentsvertiefung bleibt und die Einkaufsqualität vergrößert wird, glauben muss und kann." Der Verlust eines innerstädtischen Einzelhändlers, wie des Supermarktes Willig, wäre eine Katastrophe. "Aber wir können uns auch den Abzug des Handelshofes aus Schwaigern nicht leisten."
Dass dort künftig lediglich eine Sortimentsvertiefung stattfinden soll, warf bei SPD-Rat Hans-Peter Daum eine neue Frage auf. "Wer überprüft das?" Hans-Georg Henle von der LGU befürchtete, dass die örtlichen Einzelhändler weiter unter wirtschaftlichen Druck geraten und die Erweiterung des Handelshofs ein Baustein für den Verdrängungswettbewerb im Lebensmittelsektor sei. Der Edeka-Markt werde geschlossen, weil er den Umsatzverlust nach der Ansiedlung des Handelshofs nie habe ausgleichen können. Henle: "Wir möchten nicht verantworten, dass demnächst ein weiterer Metzger, Bäcker oder der Gemüseladen in Schwaigern seine Türen schließen muss."
Unsere Lebensmittelgeschäfte in der Innenstadt sind so gut, dass sie jederzeit der Konkurrenz des Marktes standhalten können", meinte CDU-Rätin Irene Remenyi. "Dass es jetzt beim Handelshof bleibt, tut mir ein Stück weit weh, mir wäre ein Kaufland auch willkommen gewesen."
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