Verwaltungsumzug: Ordner für Ordner ins neue Büro
Rathausmitarbeiter ziehen ins frisch sanierte Chanofsky-Schlössle um, Rathaus eine Woche lang geschlossen.

Der Wäschekorb sieht schwer aus, den Alexander Preuss trägt, voller Papier, Akten, braune Laufmappen, mit der Schreibmaschine beschrieben. Dann trägt er ihn zum Fenster, wo ein Bauhofmitarbeiter ihn entgegennimmt und nach gegenüber trägt. Mittlerweile nimmt Andrea Homm weitere Aktenmappen aus dem Schrank in Heike Fröhlichs altem Büro im Bauamt, schichtet sie in einen weiteren Korb, der flugs in ihr neues transport und dort ausgeräumt wird. Kaum sind die Sektgläser der Eröffnung des neuen Verwaltungssitzes abgespült, haben die Mitarbeiter mit dem Umzug begonnen - innerhalb von einer Woche soll alles aus dem alten Rathaus ins frisch sanierte Chanofsky-Schlössle umgezogen sein.
Wäschekörbe voller Akten
Margit Rauh steht auf einem Hocker und schiebt die Aktenordner in der runde Archivregal. "Wir gehen alphabetisch nach Straßen vor", sagt Bauamtsleiterin Heike Fröhlich. Sie ist gleichzeitig sehr beschäftigt und begeistert. "Wahnsinn, wie viel Platz ich jetzt habe", sagt sie. Ein beeindruckender, L-förmiger Schreibtisch dominiert ihr lichtdurchflutetes Büro im ersten Stock, Wäschekörbe voller Akten bedecken die Holzdielen. Mappe für Mappe kämpfen sich die Amtsleiterin zusammen mit Sandra Scholl und Margit Rauh durch die Papiermassen, die Julika Rink immer wieder durch die Tür im ersten Stock trägt. Das Telefon klingelt, das Radio läuft, "wenn erstmal aufgeräumt ist, wird das super", sagt Heike Fröhlich. "So macht Umziehen doch Spaß", sagt Bürgermeister-Assistentin Claudia Erbe, die kurz vorbeischaut. "Mit lustigen Leuten und guter Stimmung."
Aufbewahren Unnötiges auszusortieren geht im Fall der vielen schweren Bauamtsunterlagen leider kaum, sagt Kämmerer Alexander Preuss, während er Heike Fröhlichs alte Schränke ausräumt. "Das ist nicht so einfach, es gibt eine Menge Vorschriften, was wie lange aufbewahrt werden muss", sagt Preuss. "Wir haben vorher geschaut, was wir behalten und was wir wegwerfen können. Die Akten aus dem Bauamt müssen wir aufheben. Für immer." Ähnlich sieht es mit Akten von Standesamt und Melderegister aus.
Manches fliegt raus
Kornelia Baumann im Erdgeschoss ist schon soweit mit dem Einräumen der Schränke fertig, dass sie Broschüren auf der Theke auslegt - sie arbeitet im Bürgerbüro. "Es ist gut, dass jeder sein eigenes Büro einräumt", sagt sie. "Dann weiß man, wo alles steht, und kann Dinge, die man häufiger braucht, weiter nach vorne räumen." Zum Beispiel Formulare für An- und Abmeldung, Pässe, Infomaterial.
Bianca Ehmann im Zimmer nebenan hat für ihr neues Hauptamts-Büro einiges ausgemistet. "Da brauchen wir einen Container, um es wegzubringen", sagt die Hauptamtsleiterin schmunzelnd. Ihre Schränke sind schon fertig eingeräumt - oder sehen wenigstens so aus. "Ein Teil bleibt, wo er sit, einen anderen habe ich eingeräumt um zu sehen, wie viel Platz übrigbleibt", sagt sie. "Das muss ich noch neu sortieren und nochmal einräumen, entweder heute oder morgen."
Danach erstmal Urlaub
Am Mittwoch werden dann die Rechner im Gebäude nebenan aus der Steckdose gezogen und im Schlössle wieder angeschlossen, ebenso die Telefone, wie Bianca Ehmann erzählt. "Ich bin gespannt", sagt die Hauptamtsleiterin. Ob am neuen Arbeitsplatz alles wieder funktioniert, wird sie erst einmal nur eine Woche lang testen können. "Dann geht es für drei Wochen weit weg in den Urlaub."


Stimme.de