Widdern will keine Jagsttalbahn-Aktien
Stadt berät den Investitionshaushalt des Etats 2005 vor - Fragezeichen hinter der Kläranlage

Der Investitionsplan, einer von zwei Teilen des Haushaltsplans einer Gemeinde, ist derjenige, in dem die Wünsche stehen. Beileibe nicht alle. Nur die, die auch finanziert werden können. Der Kämmerer weiß am Ende eines Jahres in etwa, was er im nächsten Jahr zur Verfügung hat. Das meiste ist im Verwaltungshaushalt für laufende Ausgaben reserviert. Über einen Bruchteil dieser Summe darf die Gemeinde im Vermögenshaushalt frei verfügen.
Kämmerer Mirko Weinbeer listete die verschiedenen Posten auf, für die Geld ausgegeben werden sollte. Nicht mit allen waren die Gemeinderäte einverstanden:
Im Rathaus soll eine EDV-Ausstattung für 18 000 Euro angeschafft werden. Bisher wurde sie für 980 Euro monatlich geleast. "Auf vier Jahre gerechnet, ist Kaufen billiger", meinte Weinbeer.
Die Feuerwehr Unterkessach erhält Funkgeräte für 6000 Euro und Schläuche für 2000 Euro. Widdern braucht ebenfalls Funkgeräte für 5000 Euro. Die Jugendfeuerwehr darf mit 1000 Euro rechnen.
In der Grundschule Widdern steht Multimedia-Technik für 2000 Euro an, in der Feinauschule sind Sportgeräte für 4000 Euro anzuschaffen. Für eine Internetverkabelung, die Lehrer und Eltern bewerkstelligen, sind 1000 Euro eingestellt.
Umstritten war im Gemeinderat die von der Verwaltung vorgeschlagene Aktienbeteiligung der Stadt von 3000 Euro an der Jagsttalbahn AG. "Wir bewegen damit nichts, aber wir würden unser Interesse an dem Projekt bekunden", meinte Bürgermeister Michael Reinert. Doch die Räte hielten angesichts der knappen Finanzen anderes für wichtiger und strichen den Betrag.
Für die Wilhelm-Frey-Halle werden die letzten Tische für 15 000 Euro angeschafft. Dann ist die Halle komplett neu möbliert. Angeregt wurde außerdem auch die Sanierung der Toiletten. Hierfür sollen jetzt Kosten ermittelt werden.
Für den Waldwegebau, die Straßenunterhaltung und eine Heizung im "Kessachtal" sollen je 15 000 Euro ausgegeben werden.
Der bislang nur halb existierende Spielplatz im Baugebiet Bühl soll 2005 fertiggestellt werden. Für Geräte und Tiefbau sind 11 000 Euro eingeplant.
Der bunte Mischmasch von Lichtmasten im Straßenbild soll mit 15 000 Euro verbessert werden.
Einen Rastplatz für Radfahrer strichen die Gemeinderäte, zumindest für das kommende Jahr.
Über den Ausbau eines Teils der Liebfrauenstraße mit Kanalsanierung für 70 000 Euro wird sich der Gemeinderat genauso zu unterhalten haben wie über eine "Jagstsiedlung" an der Heilbronner Straße. Wo jetzt Kleingärten sind, könnten acht Bauplätze entstehen.
Das dringendste Widderner Problem ist die Kläranlage, für deren 800 000 Euro teure Sanierung die Kommune seit drei Jahren Zuschüsse beantragt und seit drei Jahren Absagen erntet.
Für das nächste Jahr ist die Verwaltung allerdings guter Hoffnung, dass Widdern zu den Begünstigten zählt. Nachdem die Förderungskriterien vom Regierungspräsidium geändert wurden, gibt es in Baden-Württemberg nur noch 23 Kommunen, die in den Genuss eines Zuschusses kommen können. Widdern gehört dazu.
Am Dienstag, 14. Dezember, wird der Widderner Haushaltsplan als Entwurf dem Gemeinderat fristgerecht vorgelegt.
Stimme.de