Sichere Handgriffe und menschliche Wärme
In den Möckmühler Schulen werden die Lehrer fit für Notfälle gemacht - Erste-Hilfe-Kurs mit dem Deutschen Roten Kreuz

Der aktuelle Kurs richtet sich an Vertreter der Lehrerschaft und die Sekretärinnen aller Möckmühler Schulen. Er ist von der Berufsgenossenschaft gefordert, wie Schultes anmerkt. Für Dr. Andrea Schmidt vom Gymnasium ist allerdings eine Unterweisung einiger weniger nicht genug angesichts der Gefahren, die in Klassenzimmern, auf Schulhöfen und auf Klassenfahrten lauern. Sie will an ihrer Schule anregen, einen pädagogischen Tag dem Thema "Erste Hilfe" zu widmen, damit alle Kollegen geschult werden. So übrigens wie es im letzten Jahr schon in der Grundschule gemacht wurde.
Die Teilnehmer dieses Kurses opfern drei Nachmittage, um für den Notfall gewappnet zu sein. Gleich zu Beginn erfahren sie, wohin man einen Notruf absetzt und was die Rettungsleitstelle (Rufnummer 112) benötigt. Leicht zu merken sind die fünf "W": Was ist passiert? Wo passiert? Wie viele Betroffene? Welche Verletzungen? Warten auf Rückfragen! Nach Absicherung der Unfallstelle (Warndreieck), im Schulbetrieb weniger relevant, muss der Verletzte untersucht werden. Reagiert er auf Ansprechen oder ist er bewusstlos? In diesem Fall ist das Überstrecken des Halses notwendig, damit die Atemwege frei werden. Außerdem ist der Patient in die "stabile Seitenlage" zu betten.
Bei Atmungs- oder Herz-Kreislauf-Stillstand sind Wiederbelebungsmaßnahmen wichtig. Zweimaliges Beatmen und 15 Mal Herzdruckmassage im Wechsel heißt die Formel. An der Puppe können die Teilnehmer jeden Handgriff üben. Für die Mund-zu-Mund-Beatmung im Ernstfall bekommen alle eine Beatmungsmaske geschenkt.
Auch Verbände und Druckpflaster anlegen muss geübt werden. Wenn man einen schreienden oder jammernden Verletzten mit stark blutenden Wunden vor sich hat, bleibt nicht viel Zeit zum Überlegen. Da muss jeder Handgriff verinnerlicht sein und auf Anhieb sitzen. Ob das Schulpersonal gut gelernt hat, zeigt sich am letzten Tag. Ein Mädchen mit realistisch geschminkten Schürfwunden und einer offenen Unterarmfraktur ist zu verarzten. Kerstin Topel von der Realschule erkennt am herausstehenden Knochen den Bruch. Sie deckt die Wunde ab und stellt den Arm mit einem Dreieckstuch ruhig. Die andere Wunde behandelt Andrea Wozniak. Beide fühlen sich sicher und gut vorbereitet.
Ihre Kollegen werden mit Platzwunden, Kopfverletzungen und Verbrennungen konfrontiert. Wichtig , das haben die Teilnehmer gelernt, ist bis zum Eintreffen von Arzt oder Sanitäter, soweit möglich die Schmerzen zu lindern, Blutverlust zu stoppen, den Patienten richtig zu lagern und ihm menschliche Zuwendung zu schenken.
Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen können die Schultesbrüder Georg und Walter, Zugführer vom DRK, den Kursteilnehmern jeden Schritt anschaulich zeigen und erklären und ihnen Mut machen, im Ernstfall anzupacken. Schließlich ist nach dem Gesetz jeder verpflichtet, Hilfe zu leisten. Falls der Erste-Hilfekurs aber vor 20 oder 30 Jahren mit dem Führerscheinerwerb abgehakt wurde, sei eine Wissensauffrischung, wie die Lehrer denken, dringend angesagt.
Stimme.de