Ein bunter Strauß von Melodien aller Musikrichtungen
Marsch, Rock, Filmmusik und Potpourris: Jahreskonzert der Musikkapelle Siglingen-Züttlingen mit vielen Solisten begeisterte - Fritz Bosch überreichte Rosen
Frühlingshaft bunt in Musikalität und Dekoration erlebten die Besucher ein dreistündiges Jahreskonzert des Musikvereins Siglingen-Züttlingen in der Sporthalle des Neudenauer Stadtteils. Ob Marsch, Rock, Filmmusik oder vertraute Potpourris, für alle Geschmacksrichtungen war im gefühlvoll zusammengestellten Programm etwas dabei.
Die Jugendkapelle eröffnete unter Daniel Weiß den Melodienstrauß mit acht Instrumentalisten. Dennoch wurden drei Konzertstücke sowie eine Zugabe exakt und tonrein über die Bühne gebracht.
In einem Solo der Interpretation "Clarinet cookin" bewies Ilona Harrer ihr Können mit der Klarinette. Langsam und bedächtig mit vollen Tonregistern begann das Orchester unter der Leitung von Heribert Leibfried mit einer Ballade unter dem Titel "Leningrad", in der das friedliche Ende der Kuba-Krise in Noten ausgedrückt wurde.
Eine Folge von Kirchenliedern mit Blueselementen hatte "Choral and rock-out" zum Inhalt, das mit einem Schlagzeug-Finale von Steffen Johann endete. Temperamentvoll ging es auf den "Burgen in Spanien" zu. In der angenehm zu Ohren gehenden Suite wurden vier Städte des nördlichen Spaniens besucht. Kein "böhmisches Dorf" war den Freunden der Volksmusik der darauf folgende beliebte "Florentiner Marsch", mit dem die Kapelle wieder heimischen Boden betrat.
In schrilles Forte mündende Passagen sind für die Filmmusik bezeichnend. Derartige Arrangements sind auch das Thema der Variationen des Komponisten Morricone. Die Effekte in "Moment für Morricone" wurden verstärkt durch eine ins Orchester integrierte Gesangsgruppe. Ulrike Korostenski, Heidi und Manfred Föll von der Chorgemeinschaft Züttlingen sowie Michael Zeltner vom Sängerkranz Möckmühl wirkten mit.
Mit "des großen Kurfürsten Reitermarsch" ging der mit vielen Kontrasten gespickte erste Konzertteil zu Ende. Durch den Parademarsch "Alte Kameraden" besiegelte die Kapelle symbolisch eine Ehrung von zwei Musikern.
Treuenadeln des Blasmusikverbandes erhielten Willi Krupp für 30 Jahre und Michael Brechter für zehn Jahre aktive Zugehörigkeit im Musikverein. Roland Emert, der die Ansage mit stichhaltigen Hintergrundinformationen bereicherte, kündigte nun das zweiteilige Potpourri mit Erinnerungen an Robert Stolz an.
Alte "Gassenhauer" der Städte Wien und Berlin verleiteten das gut aufgelegte Publikum zum Mitsingen, bevor sich die Kapelle, die sich erneut zur Höchstform steigerte, nochmals der Rockmusik zuwandte. In einem Swing-Medley besorgten vier Saxophone mit Benjamin Schmiech, Barbara Ungerechts, Bettina Rick und Petra Bauer einen harmonischen Schlussakkord.
Fast hätten die heftig im Takt klatschenden Konzertbesucher beim Marsch "Unter dem Sternenbanner" den Piccolo-Part von Nicole Krieg übertönt, die vom Dirigent ein Sonderlob erhielt.
Nach drei Zugaben wurde das Ehrenmitglied Fritz Bosch damit beauftragt, in die Rolle des Rosenkavaliers zu schlüpfen und allen weiblichen Akteuren eine Rose zu überreichen.
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