Steiler Zugang, aber ohne Treppen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Gemeinderat berät über Neuerungen beim Friedhof − Anonymes Grabfeld

Von unserer Redakteurin Petra Müller-Kromer
Treppauf treppab geht es beim Friedhof in Roigheim − aber nach Willen des Gemeinderats nicht mehr lange.Foto: Ralf Seidel
Treppauf treppab geht es beim Friedhof in Roigheim − aber nach Willen des Gemeinderats nicht mehr lange.Foto: Ralf Seidel

Roigheim - "Das wird heute eine Planungssitzung", hatte Bürgermeister Michael Grimm zu Beginn der Gemeinderatssitzung angekündigt. Er sollte Recht behalten. Rund zwei Stunden referierte Ingenieur Horst Rieß vom Adelsheimer Büro Sack und Partner, der Löwenanteil war dem Thema Friedhof gewidmet.

Der Beschluss, auf den sich das Gremium letztlich einigte: Es wird einen Zugangsweg zum Friedhof geben, wenn auch einen steilen. Denn die Steigung von 16 Prozent gilt offiziell nicht als behindertengerecht. Da wären nur sechs Prozent Steigung erlaubt. In diesen sauren Apfel muss das Gremium laut Planung beißen, wenn es Treppen vermeiden will. 2,5 Meter breit wird der Weg werden. Auch ein Traktor mit Frontlader soll gut rangieren können.

Container Unklar bleibt vorerst, ob ein oder zwei Container für Pflanzenabfälle nötig sind. Das will das Gremium in einer Sitzung im Dezember entscheiden. Die Gesamtkosten bezifferte Horst Rieß auf 270 000 Euro. Bislang ist der Friedhof nur über Treppen erreichbar, was auch den Besuch der evangelischen Kirche sowohl für Rollstuhlfahrer als auch für Menschen, die auf den Rollator angewiesen sind, erschwert. Ferner müssen Steinmetze, Bestatter und der Bauhof derzeit Geräte und etwa den Heckenschnitt mühsam transportieren. Was tun?

Horst Rieß stellte dem Gremium die Variante vor, die sich bei einer Ortsbegehung im Oktober als naheliegendste erwiesen hatte. Um die Ebene der evangelischen Kirche als unteres Niveau zu erreichen, ist geplant, von der oberen Keltergasse eine Rampe zu schaffen. Bereits vor Jahren hatte die Gemeinde Roigheim das Areal der oberen Keltergasse 11 gekauft, um den Friedhof zu erweitern. Nach dem Abriss des Gebäudes vor wenigen Wochen machte sich der Gemeinderat gemeinsam mit Horst Rieß ein Bild vor Ort. In der Sitzung wurde deutlich, dass es weiterhin notwendig bleibt, den Weg mit Mauern nach oben und unten mit einem so genannten Blocksatz abzufangen. Der wird teilweise bis zu fünf Reihen hoch sein. Nur so können die drei Friedhofsebenen stufenlos miteinander verbunden werden.

Zwei Containerplätze mit jeweils 2,5 Metern Tiefe, ja oder nein? Diese Frage beschäftigte die Räte. "Wir haben versucht, von jeder Ebene kurze Wege zu schaffen", sagte Rieß. "Aber vielleicht könnte man einen Container einsparen."

Grabfeld Über eine weitere mögliche Veränderung beim Friedhof machten sich die Räte Gedanken: Horst Rieß stellte Gestaltungsvorschläge für ein anonymes Grabfeld mit Rasenfläche vor, bei dem die Hinterbliebenen aber schon wissen, wo der Verstorbene begraben ist, sowie Urnenwände. Jetzt will Bürgermeister Michael Grimm prüfen, ob das Ehrengrab der Familie Authenrieth verlegt werden kann. Ferner sollen Urnenwände im Umland begutachtet werden.

Nach oben  Nach oben