Papier, Pappe, Papperlapapp
Große Schulkunstausstellung mit über 400 Exponaten aus 16 Bildungseinrichtungen

Öhringen - Bedruckt, bemalt, gefaltet, geklebt. Geritzt, gerollt, gepanscht. Wie vielfältig der Umgang mit Papier und Pappe sein kann, das zeigen die über 400 Kunstwerke aus 16 Schulen im Öhringer Schloss. Auf drei Stockwerken beweisen die jungen Künstler und ihre Kunsterzieher, dass der Kreativität im Umgang mit dem Material keine Grenzen gesetzt sind.
Sechs Wochen lang ist die regionale Schulkunstausstellung der Kreise Hohenlohe und Main-Tauber im Öhringer Schloss zu sehen. Die besten Exponate gehen im November zur Landesausstellung Schulkunst nach Stuttgart.
„Außergewöhnliche Ideen in ausgezeichneter Qualität“, lobte Hausherr Jochen K. Kübler die zur Schau gestellten Werke. Mit dieser Schulkunstausstellung unterstreiche Öhringen seine Bedeutung als Schulstadt: 6000 Schüler sind täglich in Öhringen an städtischen und kreiseigenen Schulen.
„Kunst ist nicht notwendig, Kunst ist mehr als notwendig“, griff Schulrat Alois Schmitt ein Zitat von Bundespräsident Horst Köhler auf. Archäologische Funde zeigen, so Schmitt, dass Kunst gibt, seit es Menschen gibt. „Der Mensch ist anfällig für das scheinbar Überflüssige, das Schöne.“
Und davon gibt es im Öhringer Schloss gerade genug: Leuchtend bunte Feuervögel breiten ihre Flügel aus. Dicke bunte Frauen stehen an Türen und Geländern. Sarkophage aus Papier, Masken aus Pappmaché, geometrische Formen und Figuren laden zum Staunen ein.
Alte Turnschuhe haben sich in bunte Insekten verwandelt und schwirren in großen Pflanzen umher. Der Schuhkarton wird zur Theaterbühne. Aus gewickelten Papierstreifen entstehen irreale Landschaften. Und in die richtige Form gebracht, werden Papierschnipsel mit Kleister zu Hamburger, Pommes und Bratwurst.
Etliche Tage haben Marion Lutz und Peter Baierweck, beide Kunsterzieher am Bildungszentrum Bretzfeld, im Öhringer Schloss zugebracht und – unterstützt von einem ganzen Team – die bunten Kunstwerke verteilt und beschriftet. Während der Vernissage unterbrachen fröhliche Schülerbeiträge mit Tanz und Wortakrobatik die Reden.
„Papier und Pappe“ ist bis 17.Juli zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen. Ab 10. November sind bei der Landesausstellung Schulkunst die besten Exponate im Haus der Wirtschaft in Stuttgart.

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