Neuenstadt: Adventlich geschmücktes Tor zur Welt

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Andrang beim internationalen Weihnachtsmarkt - Kein Wetter für Schaffelle

Von Waltraud Langer
Budenzauber vor Fachwerkfassade: Nicht nur die kulinarischen Angebote aus dem Ausland lockten die Besucher in diesem Jahr nach Neuenstadt.Foto: Waltraud Langer
Budenzauber vor Fachwerkfassade: Nicht nur die kulinarischen Angebote aus dem Ausland lockten die Besucher in diesem Jahr nach Neuenstadt.Foto: Waltraud Langer

Neuenstadt - Neuenstadt begrüßt die Weihnachtsmarktbesucher im Glanz. Das beginnt schon vor dem Torturm, wo die alte Linde in ihrem bizarren Lichterkleid daherkommt, als wolle sie in den Nachthimmel abheben. Der Schafstall leuchtet auch - dort wo er hinweist auf die "Tränen der Götter" aus Bernstein. Rings um den Marktplatz strahlen die Lichtmedaillons von den Fachwerkfassaden, aus den Feuertöpfen züngelt es rotglühend.

Bühnenprogramm, Essensstände, Marktangebot - in den vergangenen Jahren hat sich der Neuenstädter Weihnachtsmarkt auch zu einer attraktiven internationalen Veranstaltung gemausert. Funkt das Wetter nicht gravierend dazwischen, ist wie am Samstagabend der Besucherandrang groß. "How great is our God", singt der Gospelchor Voice of hope. Renate Michelfelder von der Arche Neuenstadt heizt ihren Sängern gewaltig ein. Das Publikum geht mit. "Kann man nur hoffen, dass die nicht alle zu Deutschland sucht den Superstar gehen", scherzt Moderator Uwe Werner.

Weil sich das Programm ein bisschen verschoben hat, tummeln sich beim besinnlichen Vortrag der Stadtkapelle viele Kinder vor der Bühnenrampe. Eigentlich warten sie auf den Nikolaus. Jetzt lauschen sie den Weihnachtsliedern. "Wir sind die Assistenten vom Nikolaus", sagt Nadja Blasmann. Mit rotem Umhang und Zipfelmütze schlängelt sie sich durch die Menge. Statt Süßes verteilt sie Werbung für ein Wellnesscenter und findet: "Die Leute hier auf dem Weihnachtsmarkt sind super drauf."

Gestrickte Schuhe "Wir haben schon viele Babyschuhe verkauft", freuen sich zwei Kindergartenmütter, die den Stand der Einrichtung vom Lange-Wiesen-Weg betreuen. Manuela Leuser hat die putzigen Minischlappen gehäkelt und gestrickt: "Pro Abend einen Schuh", sagt sie lachend. Auch beim Frauentreff Kochertürn gibt es Selbstgestricktes für die Füße. Das Angebot? "Hundert Paar werden es schon sein", sagt Margarete Hetzler, "aber Größe 38 ist schon weg".

Für den Schäfer Rudolf Matyas aus Albstadt sind die Temperaturen nicht ideal. Seine Schaffelle und Wollflorjacken verkaufen sich bei Minusgraden einfach besser. Ein paar Regentropfen fallen. Kein Problem für die Besucher - der Kunsthandwerkermarkt im Türnizbau und im Haus Payer bietet Unterschlupf und ein schier unüberschaubares Angebot an Geschenkideen.

Togo auf dem Teppich Es gibt Badepralinen und Patchworkdecken, bunte Tücher und Perlenschnüre und mitunter auch Geografieunterricht wie am Stand von Edwige Amevor aus Togo. Anhand eines Wandteppichs zeigt sie, wo ihr afrikanisches Heimatland liegt.

Die lange Einkaufsnacht in den Geschäften der Hauptstraße wird gut angenommen. "Wir haben immer gut zu tun", sagt Jörg Schönbeck von Uhren Gussmann. Ob das auch am heißen Glögg liegt? Die Chefin erklärt: "Wein, Rum, Kardamon, Ingwer und Mandeln sind drin, und es ist schwedisch". Die Köstlichkeiten aus aller Welt würden eine dicke Speisekarte füllen. Unter anderem locken eine gegrillte Riesenpute mit Rotkraut, griechische und türkische Spezialitäten, Waffeln, Crepes und Wurstvariationen.

Bis zum Marktende und auch am Sonntag geht es auf der Bühne heiß her, mit viel internationalen Tänzen und Liedvorträgen. Und die Besucher haben bei Kirche-, Gruft- und Turmführungen Gelegenheit, auch die engere Heimat kennenzulernen.

Nach oben  Nach oben