Innenstadt im Wandel

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Neuenstadt - Manch geschlossenes Geschäft steht vor der Wiedereröffnung – Weniger Verkehr in der Ortsmitte

Heinrich Krämer (links) und Bernhard Mazur beim Schwätzchen.Fotos: Langer
Heinrich Krämer (links) und Bernhard Mazur beim Schwätzchen.Fotos: Langer
Neuenstadt - Vom Schalter der Volksbank schaut Brigitte Wesner seit einiger Zeit auf leere Schaufenster im Gebäude gegenüber – seit dem Tag, an dem das Geschäft Theilacker-Nobis seine Pforten für immer schloss. Der Frequenz in der Bank tut dies keinen Abbruch. „Unsere Kunden kommen ohnehin, nur früher konnten sie halt auch gleich was Nettes einkaufen“, meint Wesner. Demnächst möchte die Bäckerei Reis in dem ehemaligen Laden ein Café einrichten.

Optimistisch

Vor seinem Reisebüro steht Helge Wengenroth und unterhält sich mit Horst Schmelcher aus Mosbach. Nichts zu tun? „Genug, aber unser Computerprogramm wird neu eingerichtet.“ Wengenroth ist voller Optimismus, was die Zukunft der Hauptstraße angeht. „Ich beobachte, dass beispielsweise der Wochenmarkt sehr gut angenommen wird“, sagt er. Den Bäcker und den Metzger gegenüber nennt er Dienstleister. „Da wimmelt es manchmal regelrecht.“ Gerade ist die Straße eher leer. Nur wenige Leute sind zur besten Einkaufszeit unterwegs.

In der Innenstadt entspannen: Monika Stadler aus Öhringen macht Pause.
In der Innenstadt entspannen: Monika Stadler aus Öhringen macht Pause.
Patchwork

Waltraud Neuhaus begutachtet die Wollkiste, die Susanne Vogg vor ihren Bastelladen gestellt hat. „Ich bekomme fast alles was ich brauche in Neuenstadt“, sagt sie. Nur die Stoffe für ihr Hobby, das Herstellen von Patchworkarbeiten, die muss sie sich anderswo besorgen. Sie hofft, dass der Bastelladen bleibt. Denn Susanne Vogg sucht per Aushang für ihren Laden einen neuen Chef. „Wenn es nicht klappt, dann mache ich halt weiter“, sagt sie. Beim Einkaufsmarkt Comet steht Heinrich Krämer aus Kochertürn und hält den „Wachtturm“ hoch – Straßendienst bei den Zeugen Jehovas. „Es kommen fast immer die gleichen Leute vorbei und manche bleiben stehn und unterhalten sich freundlich mit mir“, erzählt er.

Blau

Bernhard Mazur schiebt seinen Enkelsohn Fabian im Kinderwagen heran und meint: „Jetzt wo der Verkehr nicht mehr so stark ist, kann man leichter von einer Seite auf die andere wechseln und ein Schwätzchen halten“. Die Hauptstraße rauf und runter kommt man vorbei an leeren Läden, leeren Kneipen, leeren Wohnungen, man hört skeptische Stimmen, sogar, dass es zu spät sei, dass das Städtle stürbe. Aber man sieht auch, dass da und dort gearbeitet wird an Fassaden und in Gebäuden. Man lässt die Hauptstraße hinter sich und tritt wieder hinaus durch den Torbogen. Und siehe da, der Brunnen ist gereinigt. Frisch leuchtet das Swimmingpoolblau. Sag da noch mal einer, in Neuenstadt ginge alles zu langsam.

 
Nach oben  Nach oben