Heißer Tag, tröpfelnde Wahl
Hardthausen - Harry Brunnet mit 97,91 Prozent der Stimmen wiedergewählt

Hardthausen - Ein Drittel der Bürger aus Hardthausen nutzten gestern ihr Wahlrecht und gaben ihr Votum für den amtierenden Bürgermeister ab. "Die Menschen müssen ja nur mir zuliebe gehen", hatte Harry Brunnet im Vorfeld der Wahl die besondere Konstellation als langjähriger Amtsinhaber ohne Mitbewerber erklärt. Während sich Kochersteinsfeld und Lampoldshausen in etwa die Waage hielten − mit 33,78 Prozent und 32,25 Prozent Wahlbeteiligung − gab es erneut in Gochsen einen Ausreißer. 1248 Menschen waren dort wahlberechtigt, gegangen sind von ihnen nur 275.
Rückblick
Zur Erinnerung: Bei der letzten Wahl im Jahr 2002 hatte Brunnet zwei Mitbewerber, einer davon − Ralf Domino − hatte in Gochsen 53,58 Prozent abgeräumt.
Die größte Zustimmung hat der Bürgermeister mit 99,14 Prozent in Lampoldshausen bekommen. Folgerichtig ist eine der Aufgaben, die Harry Brunnet in Zukunft angehen will, die stärkere Integration zwischen den Ortsteilen. "Es ist insgesamt ein eindeutiges Ergebnis", bilanzierte Hans-Jörg Kurz, stellvertretender Bürgermeister.
Der Wahlabend endete mit Gewitterwolken, doch am Nachmittag zeigte das Thermometer 32 Grad in der Nähe des Rathauses in Kochersteinsfeld. Im Ortsteil Gochsen feierten die Landfrauen gemeinsam mit dem Sportverein bereits zum fünften Mal das Backhausfest. Edith Seybold, die Vorsitzende der Landfrauen, zeigte sich mit der Resonanz sehr zufrieden. Die Lampoldshausener Bürger hatten im Vergleich zu den beiden anderen Ortsteilen den Vorteil, den Urnengang geschickt mit einem Eiscafé oder einem frisch gebackenen Kuchen beim Backhausfest zu kombinieren. Ist die Bürgermeisterwahl hier Gesprächsstoff? "Unter den Einheimischen schon", berichtete Seybold, gelegentlich tauche auch die Frage auf, ob man bei dieser Wahl überhaupt wählen gehen soll. Doch die Stimmung sei überwiegend positiv, und für die Älteren sei es auch keine Frage, dass sie ihr Kreuz machen. Schließlich hätte man bei einem möglichen Gegenkandidaten auch nicht gewusst, ob es mit ihm besser gelaufen wäre.
Leonardo Giannetta aus Gochsen hat nicht überlegt, ob er wählen soll oder nicht. "Es gehört sich so, und so machen wir es." Auch Barbara Schrenk, die mit ihrem Mann Heinrich kam, sagte: "Es ist selbstverständlich. Wir gehen zu jeder Wahl." Als um ein Uhr das zweite Helferteam im Gochsener Wahllokal die zweite Schicht übernommen hat, waren erst 110 von 1198 möglichen Wählern da. Sie kamen tröpfelesweise. In Lampoldshausen erschienen bis um 14.30 Uhr 134 Männer und Frauen, die ihr Kreuz machten − von 769 insgesamt, die Briefwähler nicht mitgerechnet. Das Helferteam im Kochersteinsfelder Rathaus vermeldete um kurz vor 15 Uhr den Stand von 235 abgegebenen Wahlzetteln, nicht mal ein Drittel der möglichen Wähler waren da.
Harry Brunnet, der den Sommertag auf der Terrasse verbrachte, machte abends einen zufriedenen Eindruck: "Es gibt genügend Aufgaben, die wir erfüllen müssen." Er werde sie angehen.

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