Flohmarkt zieht wie ein Magnet
Zwölf Traktorladungen in der Neuenstädter Halle

Neuenstadt „Wer Böses spricht von mir und den Meinen, gehe nach Hause und betrachte die Seinen.“ Zwischen Übertöpfen aller Sorten und Farben versteckt sich diese Weisheit in Schnörkelschrift auf Holz gepinselt. Nach dem großen Frühlingsflohmarkt des evangelischen Jugendwerks gab es jetzt den Herbstflohmarkt, bei dem in diesem Jahr auch die evangelische Kirchengemeinde Cleversulzbach mit im Boot war.
Gleich neben der geschriebenen Weisheit fängt ein blitzblaues Kinderschwimmbecken ein paar Regentropfen auf. Dahinter macht sich ein Fitnessgerät aus Trimm-Trab-Zeiten breit. Schon das Angebot im Außengelände heizt das Fieber an, das in Neuenstadt mehrmals im Jahr ausbricht, verführt, amüsiert, rührt und Gutes bewirkt. „Wir schaffen für unser Gemeindehaus“, sagt Robert Endreß und freut sich, dass ihm Flohmarktchef Otto Ermold dieses Angebot gemacht hat. „Wir bekommen die Hälfte vom Erlös.“ Auch hat er eine stattliche Mannschaft zusammenbekommen, die nun die „alten Hasen“ vom evangelischen Jugendwerk, die für das Dach des Freizeitheims Hollerbach im Einsatz sind, ergänzt.
Pfarrer Ulrich Weber zählt anhand eines ausgeklügelten Einsatzplanes rund 200 Helfer in verschiedenen Schichten. Es werden wohl zwölf Traktorladungen sein, die in den vergangenen Tagen von verschiedenen Scheunen herangeschafft wurden, meinen die Aktiven -- alles ausrangiert aus Küchen und Kellern und gesammelt seit dem letzten Flohmarkt.
In der Stadthalle haben die Helfer Flohmarktabteilungen geschaffen. In einer Ecke gibt es Bücher und Platten, in einer anderen Spiele und Stofftiere. An dem einem Tisch findet man Weihnachtsgeglitzer und an einem anderen gebrauchte Tupperware. Vielfältig wie die Ware sind die Motive der Käufer. Da gibt es die Zielgerichteten, wie Stefan Gebhard. Er suchte nach einer alten Rennbahn und ist fündig geworden.
Eher zufällig ist Götz Tippelmann auf einen Karton mit Auktionskatalogen von Sotheby‘s in London gestoßen und ist begeistert über den Fund. Und Wolfgang Wittner aus Osterburken freut sich über einen Zinnteller, den ihm die Verkäuferin Alexandra Hornberger als Ablage für Kleingeld schmackhaft gemacht hat. Rätsel gibt ein Angebot an Keramiktellern auf. Wohl mehrere hundert sind‘s und alle zeugen von Volkswanderungen durch deutsche und angrenzende Lande. „Die mit den Blumen und den Tiermotiven gehen gar nicht schlecht“, sagt die Verkäuferin.
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