Die Treppe kommt weg
Altes Schulhaus in Bittelbronn wird saniert und umgebaut

Möckmühl - Die Bittelbronner bekommen einen neuen Bürgersaal. Das in die Jahre gekommene Schulhaus in dem Möckmühler Ortsteil wird in den nächsten Monaten wieder instandgesetzt und im Erdgeschoss sowie im Außenbereich umgebaut.
In den vergangenen zwei Jahren hatte sich vor allem der Ortschaftsrat für die Renovierung stark gemacht, nachdem das Jahr 1900 erbaute Haus doch an vielen Stellen unansehnlich geworden war. "Vor allem die marode Außentreppe ist eigentlich nicht mehr zu retten", erklärte Architekt Joachim Huber aus Billigheim, der den Zuschlag für seinen Plan bekommen hatte. Sie kommt weg.
Zudem hat sich der Boden des Saals teilweise gesetzt. "Das liegt an der teilweisen Unterkellerung", erklärte Huber vor dem Gemeinderat. Ansonsten sei er gut erhalten. Die Bodenplatte wird deshalb erneuert und auch gleich nach unten hin gedämmt.
Äußerlich wird sich das Gebäude insofern verändern, als der Eingang nach hinten verlegt wird und statt der Treppe eine Rampe den nahezu barrierefreien Zugang ins Erdgeschoss ermöglicht. "Behindertengerecht nach Din ist das zwar nicht", schränkte Architekt Huber ein, "aber immerhin altersgerecht." Außerdem soll zusätzlicher Parkraum neben dem Gebäude entstehen. Der Windfang des neuen Einganges im hinteren Bereich wird künftig auch von den derzeit 19 Kindern des Waldorfkindergartens genutzt. Außerdem werden Wände versetzt, Toiletten anders angeordnet. Neue Lagerräume entstehen.
Dusche oder Bidet Unklar ist, ob die geplante Dusche im Erdgeschoss eingebaut werden soll. "Das Landratsamt hat eine Dusche verlangt, wenn die Kleinkindbetreuung kommen soll", erklärte der Bittelbronner Ortsvorsteher Heiko Gieser. Doch vielleicht sei auch ein Bidet im Obergeschoss ausreichend. "Dann könnte man womöglich im Erdgeschoss eine behindertengerechte Damentoilette einbauen", dachte der Architekt gleich einen Schritt weiter.
Bürgermeister Ulrich Stammer wollte möglichen Kritikern der Pläne schon vorab den Wind aus den Segeln nehmen. "Manche werden vielleicht fragen, ob man so eine Generalsanierung braucht. Aber ich denke, wenn man es macht, dann sollte man es richtig machen." Von den Gemeinderäten gab es allerdings ohnehin nur Lob.
222 000 Euro sollen die Arbeiten nun kosten, die mit der Instandsetzung des Treppenhauses schon begonnen haben. Erleichtert wurde den Räten die Entscheidung durch einen 100 000-Euro-Zuschuss aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR).
Stimme.de