Blumenkinder schier aus dem Häuschen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Bei der Oldie-Night in Stein feiern rund 500 Begeisterte bis in die frühen Morgenstunden

Von Waltraud Langer
Mit Stirnbändern und schrillen Brillen: Die Gäste haben sich voll und ganz auf die Flower-Power-Zeit getrimmt.Foto: Waltraud Langer
Mit Stirnbändern und schrillen Brillen: Die Gäste haben sich voll und ganz auf die Flower-Power-Zeit getrimmt.Foto: Waltraud Langer

Neuenstadt - Oldie-Night in Stein: Da werden Helfer, Künstler und Publikum zu Wiederholungstätern. Die vierte Auflage ist es, und wieder sind sie alle da − und noch ein paar mehr dazu. Geschätzte 500 werden es gewesen sein, als am frühen Sonntagmorgen die letzten gingen.

"Wir haben ganz schön geackert für den Aufbau", sagt Roland Schad. Er ist Chef der Steiner Fußballer und gemeinsam mit Christian Essig, Hans-Michael Gerner und Ingmar Hauck Organisator der Oldie-Night. Jene, die ansonsten Bälle für die Spielgemeinschaft Stein-Kochertürn treten, flitzen jetzt geschäftig herum, mixen Cuba libre, kümmern sich wie Robin Bauer um den Sound und schauen, dass alles rund läuft. "Unser jungen Spieler sind mit Begeisterung dabei, obwohl sie diese Zeit und die Musik ja gar nicht erlebt haben", sagt Schad.

Transparente Die Fußballerfrauen haben die Dekoration aus den Schachteln geholt: das Stones Logo, die Love- and Peace-Transparente, die Blümchenparade. Nun mischen sie sich unters Publikum und lassen sich von DJ Gerry einheizen.

Wiederholt sich auch die Musik nach vier Jahren? Von wegen: "Ich lege hier seit Beginn auf. Es gibt immer noch etwas, das ich noch nicht gespielt habe", sagt der Discjockey, der eigentlich Gerald Neubauer heißt. "Wullebulle" dröhnt es aus den Lautsprechern und die Blumenkinder mit ihren abenteuerlichen Brillen, den Stirnbändern und Wuschelperücken geraten schier aus dem Häuschen.

Ein Zwischenspiel geben die "Simply Supreme". Gewissermaßen eine Schuh-Show, denn hinter dem rasanten Auftritt verbirgt sich die Sängerin Simone Schuh und ihr Mann Roman-Axel. Auch sie sind nicht zum ersten Mal da und begeistern nach den Abba-Songs im vergangenen Jahr nun mit Titeln von Udo Jürgens bis Reinhard Mey.

Für die Raucher gibt es im Freien die Desperado-Bar, gut verpackt mit Filzbahnen gegen die Januar-Kälte. Auch sonst muss hier keiner verdursten. Ob an der Heartbreaker Bar, der Stones Theke oder der Chiquitea-Bar. Hannelore Hillmann, die ehemalige Sekretärin der Steiner Grundschule, trinkt dort ein Gläschen Sekt. Sie lebt mit ihrem Mann abwechselnd in Salzburg und in Stein. "Zur Oldie-Night sind wir eigentlich fast immer hier", sagt sie.

Lackstiefel Rechtsanwalt Roland Spohrer trägt ein verwegenes Kopftuch. "Meine Frau hat mich so zurechtgemacht", sagt er lachend. Oder Antje Austel, die Kostümbildnerin der Freilichtspiele, heuer mit knalligem Häkelkleid und Lackstiefeln. Zum ersten Mal dabei ist Dr. Hans Ulrich Häublein, Internist aus der Kernstadt. Er und seine Partnerin haben die Karten geschenkt bekommen und sich dezent auf 70er Jahre getrimmt. "Eine gute Idee, so eine Veranstaltung", sagt Häublein. Das Besondere daran ist vielleicht, dass sich hier halb Neuenstadt trifft und sich Jung und Alt gemeinsam amüsiert.

Nach oben  Nach oben