600 Reben vom Kaiserstuhl an die Jagst
Hohenloher erwirbt zehn Ar Brachland und wertet den Weinbau auf

Neudenau - In Kreisen der Weingärtner des Jagsttales wird es als eine Sensation bezeichnet: Ein junges Paar aus Bretzfeld im Hohenlohekreis bepflanzt, entgegen der an der Jagst stark rückläufigen Entwicklung im Weinbau, in Siglingen gegenwärtig rund zehn Ar Brachland mit Reben. „Wir haben eine derart klimatisch günstige Steillage gesucht und gefunden“, freut sich der 29-jährige Weinbautechniker Joachim Brand. Die Freundin Tina Follmann (25) sowie die Eltern und Verwandten helfen bei der Kultivierung tatkräftig mit.
Ideale Bedingungen Insgesamt 600 Rebstöcke der Sorte Spätburgunder aus dem badischen Kaiserstuhl werden in sonniger Lage des „Alten Berges“ an der Jagst angepflanzt. Die Setzlinge sind fachgerecht am Auge, dem so genannten Austrieb, mit einer Wachsparafinschicht ummantelt. Das soll sie gegen Einflüsse wie Frost oder verschiedene Krankheiten schützen. „Die Trockenmauern und der Muschelkalksteinboden schaffen“, sagt der Hobby-Winzer aus dem Hohenlohekreis, „ideale Grundbedingungen“ für den Anbau.“
Mit Werkzeugen wie Hacke und Spaten werden Löcher aus dem Boden gebuddelt, in welche die durchschnittlich 30 Zentimeter hohen Rebensetzlinge schließlich gleichmäßig tief eingesteckt und mit sicherem Griff in lockerer Erde festgedrückt werden.
Heimatliche Kelter Der im Hauptberuf im fürstlich-hohenlohischen Weingut Öhringen beschäftigte Fachmann hat von seinem Wohnort in Bretzfeld, wo er ebenfalls Weinberge bewirtschaftet, nach Siglingen eine Strecke von rund 24 Kilometer zurückzulegen. Seinen Ertrag will Brand, der, genau wie seine Freundin in der Weinbauschule Weinsberg Weinbau studiert hat, in die heimatliche Kelter nach Hohenlohe transportieren. Dort sollen die Trauben auch verarbeitet und ausgebaut werden.
Kommt der Wein ins Fass oder in die Flasche? „Jeder Rotwein sollte vorher bestenfalls im Holzfass gelagert werden“, meint der sachkundige Kenner.
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