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Gundelsheim

Alter Wehrturm wieder sicher

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Deutschordensstadt lässt ihr Wahrzeichen auf Vordermann bringen

Von Rudolf Landauer
Der Wehrturm im Südwesten der einst durch eine Wehrmauer geschützten Stadt wurde konserviert und standsicher gemacht.Foto: Rudolf Landauer
Der Wehrturm im Südwesten der einst durch eine Wehrmauer geschützten Stadt wurde konserviert und standsicher gemacht.Foto: Rudolf Landauer

Das Stadtbild der Deutschordensstadt prägen Schloss Horneck, Teile der alten Stadtmauer und vor allem die Türme. Kirchtürme und die historischen Wehrtürme ragen aus der dichten Bebauung der Altstadt heraus. Den alte Wehrturm der Stadtmauer hat die Stadt Gundelsheim jetzt saniert. "Die veranschlagten 90 600 Euro werden wir wohl unterschreiten und damit etwas günstiger abrechnen", sagt Carmen Körner-Brückner vom Bauamt.

Urkunden Der Chronik der Stadt sind bis Anfang des 12. Jahrhunderts nur wenige gesicherte Unterlagen erhalten. Erst mit dem Bau der Burg Horneck wird die Geschichte fassbar. Urkunden tauchen jetzt auf, die Schenkungen belegen, etwa eine des Klosters Schöntal, wo ein Ludevicus de Horneck als Zeuge genannt wird. Als aber Kaiser Karl den Gundelsheimer 1378 das Stadtrecht verlieh, steigt Gundelsheim eine Liga höher auf und später mit dem Erscheinen der Deutschmeister nochmals.

Das Stadtrecht zu besitzen war stets mit Privilegien verknüpft, etwa dem Marktrecht. Entweder davor oder kurz nachdem Kaiser Wenzel 1398 dieses Stadtrecht erneuerte, umgab man sich offenbar mit einer hohen Stadtmauer mit Wehrtürmen und Gräben davor.

Bauschäden Einer von diesen Wehrtürmen, der südwestlichste, bekam jetzt deutliche Anzeichen von Altersschwäche. Anwohner machten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung auf Mängel und Bauschäden am Turm aufmerksam. Eine Überprüfung ergab, dass starke Ausbeulungen an dem runden Turmes sichtbar waren, die darauf hinwiesen, dass die Standsicherheit des Turmes möglicherweise gefährdet ist. Ludwig Fuhrmann vom technischen Bauamt schlug als Maßnahme vor, zunächst eine Fachfirma mit einem Gutachten und der Anfertigung von Sanierungsvorschlägen zu beauftragen.

Hubert Dengel und sein Sohn Georg betreiben in Schöntal/Berlichingen eine Fachfirma für historische Gebäudesanierung unter denkmalpflegerischen Grundsätzen. Die Firma legte der Stadt zunächst ein Angebot für eine Notsanierung vor. In der Debatte im Gemeinderat stellte sich aber heraus, dass eine notdürftige Sanierung nicht das eigentliche Problem der Standsicherheit und einer dauerhaften und nachhaltigen Sicherung des Turmes beseitigen würde.

Stadtgeschichte Man wollte im Gemeinderat eine komplette Sanierung des Turmes erreichen, um den historischen Zeugen der Stadtgeschichte dauerhaft zu konservieren und den markanten Wehrturm der Nachwelt zu erhalten. Nachdem die Firma Dengel zusammen mit der örtlichen Firma Ostberg ein akzeptables Angebot für die Sanierung vorgelegt hatte und auch die erforderlichen Zimmerarbeiten mit der örtlichen Zimmerei Schad abgestimmt waren, wurden beim Landesdenkmalamt in Stuttgart Mittel aus dem Denkmalschutzprogramm beantragt. Die Denkmalschützer gewährten der Stadt einen Zuschuss in Höhe von 30 200 Euro.

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