Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Reif für die Theaterbühne - Masken basteln im Knurps

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Kinder aus Möckmühl lernten, was sich aus Gipsbinde so alles machen lässt

Von Sarah Schiek
Im Knurps Puppentheater bemalen Jana und Verena ihre Gipsmasken. Die beiden sind voll und ganz in ihre künstlerische Arbeit vertieft. (Foto: Ralf Seidel)
Im Knurps Puppentheater bemalen Jana und Verena ihre Gipsmasken. Die beiden sind voll und ganz in ihre künstlerische Arbeit vertieft. (Foto: Ralf Seidel)

"Habt ihr eure Scheren auch nochmal mitgebracht?", fragt Michael Siegl-Müther die Kinder. Fünf Mädchen und ein Junge haben sich mit dem Leiter des Puppentheaters im Gewölbekeller des Knurps versammelt. Vor jedem liegt ein Gipsabdruck seines Gesichts. Den haben die Kinder am Vortag angefertigt. Dazu mussten sie sich gegenseitig die gut eingecremten Gesichter mit angefeuchteter Gipsbinde belegen. "Einige haben sich dabei schon gegruselt", erzählt Siegl-Müther.

Inzwischen sind die Abdrücke aber getrocknet und die Kinder warten darauf, endlich mit dem Verzieren der Masken anfangen zu können. Vorher müssen aber erst deren Ränder sauber abgeschnitten und poröse Stellen mit zusätzlicher Gipsbinde verstärkt werden. Bevor es mit dem Anmalen losgeht, werden die Masken nochmal aufprobiert, um zu kontrollieren, ob auch jeder sehen und atmen kann.

"Guck mal, sieht das gut aus?", fragt Yvonne und begutachtet ihre ersten Pinselstriche. Die Sechsjährige hat die Augenlider ihrer Maske mit roter Farbe betont. Mit Leim bringt sie zusätzlich Glitzer auf. Diesen hat die neunjährige Stephanie reichlich und in verschiedensten Farben mitgebracht. Da sie auch daheim gerne bastelt, umfasst ihre Ausstattung außerdem bunte Federn und Perlen. Aber auch die anderen Kinder haben Wolle, Fäden oder Glitter dabei, um ihren Masken den letzten Schliff zu verleihen. Bald ist jeder der kleinen Künstler ins Malen und Dekorieren vertieft. "Ich sorge dafür, dass die Masken passen. Regieanweisungen zum Gestalten gebe ich nicht", erklärt Siegl-Müther. "Beim selbstständigen kreativen Arbeiten haben die Kinder am meisten Spaß."

Max' Maske wird ein Kasper. Der Achtjährige nimmt mit seiner Zwillingsschwester Jana am Ferienprogramm teil und verziert die fertig bemalte Maske mit farbigen Baumwollfäden. Yvonne hat mit ihrer Maske "einfach mal was gemacht". Inzwischen ist daraus das Gesicht einer reich geschmückte Prinzessin geworden. Auch die achtjährige Johanna ist mit dem Bemalen und Dekorieren fertig und wartet, dass die Farbe trocknet. Währenddessen probiert Stephanie ihre fertige Maske auf, damit das Gummiband eingezogen werden kann. So verändert ruft sie allgemeine Heiterkeit hervor. "Huh, wie siehst du aus!", sagt Max und lacht. Die Wirkung der Masken unter der Theaterbeleuchtung ist wirklich beeindruckend. Für das Ferienprogramm im nächsten Sommer plant Reinhard Michael Siegl-Müther ein Theaterstück auf der Bühne des Knurps. "Da tragen wir dann unsere Masken!", sagt Jana. Sie und die anderen Kinder freuen sich schon aufs nächste Jahr.

Nach oben  Nach oben