Familie Hartung bringt Leben in älteres Haus
Ehepaar hat ohne Kenntnisse angefangen, Haus zu sanieren

Diese Zeiten sind vorbei, das Gebäude - es stammt aus dem Ende des 16. Jahrhunderts - fällt beim Schlendern durch die Kommune sofort auf. Es wirkt auf Betrachter freundlich: Die Fenster haben Läden bekommen, die dunkelrot leuchten. Bäume und Büsche umgeben das Haus und schaffen dadurch eine angenehme, idyllische Atmosphäre - obwohl die Straße nur wenige Zentimeter entfernt liegt. Die Auffahrt ist hell gepflastert und lädt zu einem Besuch ein. Eine Holztür strahlt blau - der Abgang in den Gewölbekeller.
"Ein Schmuckstück": Dieser Begriff fällt, als Margit Hartung ganz allgemein über ältere Gebäude spricht. Man könne doch etliche ältere Häuser in Schmuckstücke verwandeln, sagt sie und bleibt zurückhaltend. Das Haus ihrer Familie ist zwar auch ein Schmuckstück. Das müssen sich die Besucher aber selbst denken. Sie sagt es nicht.
Wir finden ältere Häuser lebendig und interessant", begründet die 45-Jährige ihr Interesse am Renovieren. Und außerdem brachte ein praktischer Grund die beiden zum neuen Heim: Sie brauchten Platz, und den fanden sie in Langenbeutingen. Hinter dem Haus liegt eine Scheune. Die steht weiterhin als Lagerraum zur Verfügung.
Keller trocken legen, ein Dach über den Eingangsbereich installieren, das Gebäude streichen: "Wir hatten keine Erfahrungen damit", erinnert sich der 47 Jahre alte Martin Hartung. Das war damals. Das Paar ging trotzdem in Eigenleistung daran und schuf sich sein umgebautes Heim fast vollständig selbst. Handwerker zahlten die beiden nur für Putz- und Fensterarbeiten.
Alles ging nicht reibungslos. "Ein bisschen Lehrgeld zahlten wir schon." Er grinst, als er das sagt. Doch er bedauert es nicht, allein ein halbes Jahr lang den Hof gepflastert zu haben. Eigenleistung mache das Vorhaben finanzierbar. "Für den Umbau braucht man nicht viel Geld."
Stimme.de