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Pakt Zukunft soll mächtiger werden

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Prognos-Studie der IHK schlägt neue Strukturen vor − Region verliert Boden

Von Manfred Stockburger

Gute Kinderbetreuung ist ein Schlüssel zur zukünftigen Entwicklung. Den Bevölkerungsrückgang in Heilbronn-Franken kann sie aber nicht alleine aufhalten. Foto: dpa
Gute Kinderbetreuung ist ein Schlüssel zur zukünftigen Entwicklung. Den Bevölkerungsrückgang in Heilbronn-Franken kann sie aber nicht alleine aufhalten. Foto: dpa

Heilbronn - Alle Bemühungen, die Region Heilbronn-Franken weiterzuentwickeln, sollen künftig unter das Motto "Die Wirtschaft ist unser Schicksal" gestellt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Prognos AG, die von der IHK mit der Erstellung einer Zukunftsstudie beauftragt worden ist. Gestern Abend wurde das Werk, in das die Kammer 200 000 Euro investiert hat, im Haus der Wirtschaft vorgestellt.

Als regionalpolitische Interessenvertretung soll der Pakt Zukunft künftig nur noch solche Projekte fördern, die wirtschaftliche Ziele verfolgen oder einen direkten Wirtschaftsbezug haben. Was darunter fällt, soll nicht mehr von allen Pakt-Mitgliedern entschieden werden, sondern von einem Lenkungsrat. In diesem Gremium sitzen zehn Firmenvertreter zehn von den Landkreisen und Institutionen wie IHK oder Pro Region entsandten Mitgliedern gegenüber. Die Mitgliederversammlung, so schlägt Prognos vor, soll nur noch ein Diskussionsforum sein, das dem Lenkungsrat Vorschläge unterbreiten kann.

Professioneller Der Pakt soll eine Geschäftsstelle mit drei bis fünf Mitarbeitern bekommen, die eng mit der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) und Pro Region zusammenarbeiten soll. So soll die Arbeit professionalisiert werden: Nur durch eine intensive Begleitung könne eine erhöhte Durchsetzungskraft gewährleistet werden. Die Frage der Finanzierung lässt Prognos allerdings offen.

Mit den neuen Strukturen sollen die Schwächen der bisherigen Pakt-Konstruktion ausgeglichen und das Tempo erhöht werden. Der demografische Wandel hat die Region Heilbronn-Franken nämlich früher als erwartet erreicht: 2010 ist bereits das dritte Jahr in Folge, in dem die Bevölkerung schrumpfen wird. Besonders alarmierend ist für die Wirtschaft in der Region, dass sie trotz aller Bemühungen im "Kampf um Talente" Boden verliert: Seit 2003 ziehen mehr 18- bis 25-Jährige aus der Region weg als zu.

Dynamik fehlt Die Zukunftsstudie zeichnet ein düsteres Bild: Es muss damit gerechnet werden, dass künftig jeder zehnte frei werdende Arbeitsplatz in der regionalen Wirtschaft nicht mehr besetzt werden kann. Gleichzeitig lässt die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region nach. Ein flächendeckender, dynamischer Aufholprozess, der zurück in die Spitzengruppe der deutschen Regionen führen würde, ist nicht in Sicht.

Als zentrale Herausforderungen für die Region sieht Prognos unter anderem die folgenden Punkte:

Fachkräftemangel: Mit jeder unbesetzten Stelle sinkt die Wirtschaftskraft.

Innovation: Wissen ist die Voraussetzung für Wirtschaftswachstum. Nur durch stetige Innovation kann in der stark industriell geprägten Region der Beschäftigungsabbau abgefedert werden.

Vernetzung: Die Wirtschaft wird immer komplexer. Wenn sich die Akteure nicht stärker vernetzen und keine Clusterstrukturen gebildet werden, bricht die Industrie weg.

Identität: Standortentscheidungen werden immer stärker im globalen Kontext getroffen. Nur Regionen mit einem ausgeprägten Profil und einer gelebten Identität haben langfristig eine Zukunft.

Infrastruktur: Wer nicht rechtzeitig auf die Anforderungen der modernen Mobilität und Kommunikation beim Infrastrukturausbau reagiert, wird mit Abwanderung gnadenlos bestraft.

Lebensqualität: Arbeit und Leben verschmelzen immer mehr. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, soziale Integration, aber auch Kultur- und Freizeitangebote werden immer wichtiger. Ohne konkurrenzfähige Angebote verliert die Region Attraktivität für Arbeitskräfte und Einwohner.

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