Nach der 100-Jahr-Feier herrscht in Neckarsulm wieder Alltag
Neckarsulm - Jetzt ist alles wieder wie vorher – jedenfalls äußerlich betrachtet. Der Parkplatz für die Audi-Werker ist kein Autokino mehr, Sashas Pop-Schnulzen sind verhallt. Aber nicht alles ist verflogen.
Neckarsulm - Jetzt ist alles wieder wie vorher – jedenfalls äußerlich betrachtet. Der Parkplatz für die Audi-Werker ist kein Autokino mehr, Sashas Pop-Schnulzen sind verhallt, und die spektakuläre Wörtherseewippe ist aus der Neckarsulmer Skyline verschwunden. Die Deko, mit der Audi für das Jubiläumsfest das Flair vergangener Tage in die Stadt gezaubert hatte, ist wieder verschwunden. Und im Werk – das versteht sich von selbst – werden wieder Autos produziert und keine Showeffekte.
Aufwand
Aber nicht alles ist verflogen. Den Machern bei Audi steckt nach dem Vorbereitungsmarathon die Müdigkeit in den Knochen. Beim Neckarsulmer Handels- und Gewerbeverein hält die Begeisterung an: „So etwas hat es in Neckarsulm noch nicht gegenen“, schwärmt der Vorsitzende Thomas Diemer am Montag nach der 100-Jahr-Party. „Da kann man nur zufrieden sein, wenn man gesehen hat, welch’ Aufwand da getrieben worden ist.“ Er und seine Händlerkollegen konnten dagegen „ganz entspannt die Läden öffnen. Alles andere ist uns frei Haus geliefert worden.“ Ein Insider hat den Unterschied zu normalen Audi-Events so formuliert: „Das Fest wurde nach Ingolstädter Maßstäben gefeiert.“
Geblieben ist außerdem die Erkenntnis, dass es in Neckarsulm jede Menge tolle Örtlichkeiten – oder neudeutsch Locations – gibt. Da stellt sich die Frage, ob die Schätze der alten Seifenfabrik nicht öfter ans Tageslicht gebracht werden könnten, und ob es für die historische Kelter keine bessere Verwendung gibt: Im Alltag ist der Raum ein banales Lager.
Geblieben ist auch die Erinnerung an die Audi-Vorstände, die nicht nur Ministerpräsident Günther Oettinger durchs Fest geleiteten, sondern sich sich ganz unkompliziert und ohne Berührungsängste unters Volk und ihre Mitarbeiter mischten – und die dadurch die Begeisterungsfähigkeit ihrer Neckarsulmer Belegschaft hautnah erlebten. Geblieben ist die Idee, dass sich der Audi-Parkplatz für musikalische Großereignisse bestens eignet.
Wie viel die Neckarsulmer „Premium-Feier“ genau gekostet hat, wissen die Organisatoren übrigens selbst noch nicht. Und wenn sie’s wissen, dann verraten werden sie’s nicht verraten. An dieser Stelle hat sich nämlich nichts verändert.
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