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Ehepaar verliert Haus bei Brand – Kollegen aus Öhringen organisieren Spendenaktion

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Das Haus zweier Altenpfleger in Mainhardt wurde durch einen verheerenden Brand zerstört. Da die Versicherungssumme nicht reicht, haben ihre Kollegen aus Öhringen eine Spendenaktion gestartet.

Von Regina Koppenhöfer

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Den Morgen des 8. Januar werden Nina und Sascha Winkler vermutlich niemals vergessen. An diesem Tag brannte ihre Doppelhaushälfte in Maibach in der Gemeinde Mainhardt. Im November erst hatte das Paar das Haus gekauft. Jetzt ist das Gebäude unbewohnbar. Die Winklers, die beide im Öhringer Seniorenzentrum Kesseläcker als Altenpfleger arbeiten, leben nun mit ihren Söhnen (10 und 9 Jahre alt) in einer Notunterkunft.

Doch nicht genug: Die Winklers haben keine Hausratversicherung. Sie hatten die Gebäudeversicherung beim  Hauskauf übernommen und nahmen irrtümlich an, die Hausratversicherung sei auch mit eingeschlossen, so berichten sie. „Ich bin eigentlich so eine, die sich absichert und ich dachte, diese Versicherung ist mit drin“, sagt Nina Winkler. Dem ist aber nicht so. Nach dem Brand muss nun alles – Möbel, Kleidung, elektrische Geräte, Spielzeug, einfach alles – neu angeschafft werden, denn was nicht dem Feuer zum Opfer fiel, das haben Rauch und Hitze zerstört. Finanzielle Unterstützung gibt es für die Winklers hier keine.

Haus in Mainhardt ausgebrannt – das ist Familie Winkler passiert

Vom Morgen des 8. Januar berichtet Sascha Winkler. Er sei mit seiner Frau schon vor 5 Uhr aufgestanden. Sie habe sich für ihren Frühdienst im Pflegeheim fertig gemacht und habe dann das Haus verlassen. Er habe wie alle Tage schon mal ein Feuer im Kaminofen im Wohnzimmer entfacht, damit es schön kuschelig ist, wenn er dann eine Stunde später mit den beiden Jungs in den Tag startet, bevor es dann zur Schule und zur Arbeit geht. Danach habe er sich nochmal hingelegt. Nach dem neuerlichen Aufstehen gegen 6 Uhr „habe ich sofort so einen verschmorten Plastikgeruch wahrgenommen.“

Das Haus der beiden Altenpfleger Nina und Sascha Winkler wurde durch verheerenden Brand zerstört. Ausgehend von der Fassade um den Kamin herum sind vor allem das Schlafzimmer und der Dachstuhl betroffen.
Foto: privat
Das Haus der beiden Altenpfleger Nina und Sascha Winkler wurde durch verheerenden Brand zerstört. Ausgehend von der Fassade um den Kamin herum sind vor allem das Schlafzimmer und der Dachstuhl betroffen. Foto: privat  Foto: Koppenhöfer, Regina

Im Haus waren noch keine Flammen zu sehen. Die mit Holz verkleidete Außenfassade um den Kamin herum indes brannte zu diesem Zeitpunkt schon lichterloh. Winkler hat keine Ahnung wie das geschehen konnte – der Kamin war nicht neu installiert, er befand sich seit wenigen Jahren hier und war regelmäßig in Betrieb.

Brand in Haus von Familie Winkler: Feuerwehr in Mainhardt im Großeinsatz

Bei der Fassade blieb es dann nicht. Das Schlafzimmer über dem Wohnzimmer geriet auch in Brand und auch auf den Dachstuhl griff das Feuer noch über. Die anderen Zimmer im Haus nahmen Schaden durch den Rauch und durch die große Hitze. 80 Helfer von drei Feuerwehrabteilungen und vom Rettungsdienst waren an diesem Morgen im Einsatz.

Wie ihre Söhne an diesem Tag geweint haben, daran müssen die Eltern auch heute noch immer wieder denken. Und auch Nina und Sascha Winkler, die eigentlich ruhig und gefasst erzählen, kullern im Laufe des Stimme-Gesprächs dann doch immer wieder mal einzelne Tränen über die Wangen.

Feuer in Mainhardter Haus: Warum die Versicherung vieles nicht bezahlt

Sie berichten, dass nach dem schrecklichen Brandmorgen die Hiobsbotschaften der Versicherungen gekommen seien. Zur nicht vorhandenen Hausratversicherung komme nun auch noch hinzu, dass die Gebäudeversicherung nicht zu 100 Prozent einspringen wird, da in der Versicherungspolice weniger Quadratmeter eingetragen waren. Die Winklers werden bei der Sanierung ihres Hauses auch hier noch 13 Prozent Eigenleistung erbringen müssen und das alles zu dem Bankkredit, den sie wegen des Hauskaufs zu bedienen haben.

Nina und Sascha Winkler arbeiten als Altenpfleger im Öhringer Seniorenzentrum Kesseläcker. Sie seien sehr beliebt bei den Bewohnern.
Nina und Sascha Winkler arbeiten als Altenpfleger im Öhringer Seniorenzentrum Kesseläcker. Sie seien sehr beliebt bei den Bewohnern.  Foto: Koppenhöfer, Regina

Dazu müssen sie, bis zu einem möglichen Wiedereinzug in ihr Haus, der Kommune auch noch monatlich 250 Euro Miete für die Notunterkunft bezahlen. Die Sorgen der Winklers sind entsprechend groß.

Hilfe nach Brandt in Mainhardt: Öhringer Kollegen organisieren Spendenaktion

Vom schlimmen Schicksal ihrer Mitarbeiter ließ sich Desiree Palermo berühren. Palermo ist die Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums Kesseläcker und sie schätzt das Ehepaar Winkler sehr. Der stellvertretende Pflegedienstleiter und die Wohnbereichsleiterin, so erzählt Palermo, seien sehr engagiert, beide trügen viel Verantwortung und beide seien auch sehr beliebt bei den Bewohnern des Seniorenheims.

„Sie schenken ihnen Fürsorge, Wärme und Aufmerksamkeit, oft weit über ihre normalen Arbeitszeiten hinaus. Sie sind Menschen, die immer alles geben, um das Leben anderer zu erleichtern“, sagt die Leiterin über Nina und Sascha Winkler.

Palermo möchte den Winklers gern helfen und deshalb hat sie einen „GoFundMe“-Spendenaufruf gestartet. Nina und Sascha Winkler sind dankbar dafür, denn die Kosten, die auf sie zukommen, so sagen sie sorgenvoll, seien „riesig“.

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