Einbruch in Möckmühl führt Polizei auf Spur von Serientäter – über 50 Fälle aufgedeckt
Die Polizei Heilbronn verzeichnet einen Ermittlungserfolg: Am Freitag wurde ein Mann festgenommen, der seit 2014 bundesweit für über 50 Einbrüche verantwortlich sein soll. Ein Einbruch in Möckmühl führte auf seine Spur.
Die Polizei Heilbronn hat am Freitagmorgen einen mutmaßlichen Serieneinbrecher festgenommen. Der 73-jährige Mann soll über 50 Einbrüche begangen haben. Das teilen das Polizeipräsidium und die Staatsanwaltschaft Heilbronn in einer gemeinsamen Pressemeldung mit.
Über 50 Einbrüche: Polizei Heilbronn nimmt mutmaßlichen Seriendieb fest
Demnach sei der Mann auch für einen Einbruch vergangenen November in Möckmühl im Landkreis Heilbronn zuständig. Die Auswertung des Tatorts durch die Kriminaltechnik zeigte Übereinstimmungen mit weiteren Einbrüchen in Möckmühl und Tauberbischofsheim.
Verdeckte Ermittlungsmaßnahmen der Kriminalpolizeidirektion Heilbronn konnten zunächst ein Fahrzeug identifizieren, das der unbekannte Einbrecher genutzt haben soll, um an die Tatorte zu gelangen. Somit entstand bei den Ermittlern der Verdacht, dass der Fahrer des Autos möglicherweise bereits seit 2014 für rund 50 weitere Einbrüche in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen verantwortlich sein könnte.
Verdeckte Ermittlungen bei Einbruchserie: Täter fährt immer wieder von Polen nach Deutschland
Die Beamten konnten herausfinden, dass das Auto immer wieder von Polen nach Deutschland einreiste – auch, weil sie mit den polnischen Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet haben. Gemeinsam mit der bayerischen Polizei konnten die Heilbronner Ermittler einen 73-jährigen Polen identifizieren, der sich seit 2014 – ausschließlich in den Wintermonaten – immer wieder in derselben Unterkunft in Unterfranken eingemietet hatte.
Weitere verdeckte Ermittlungen ergaben, dass sich der Verdächtige am Freitagabend, 13. Februar, wieder in Richtung der deutsch-polnischen Grenze bewegte. In Kitzingen (Bayern) konnte der Serieneinbrecher dann am Samstagmorgen durch die Ermittler und die Fahndungseinheit der Kriminalpolizeidirektion Heilbronn aufgrund eines Haftbefehls wegen der Tat im November in Möckmühl festgenommen werden.
Der 73-Jährige wurde noch am selben Tag einem Haftrichter vorgeführt und ist in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert worden. Die Ermittlungen dauern an.
Polizeipräsident von Heilbronn: Grenzüberschreitende Ermittlungen sind wichtiger Baustein
Polizeipräsident Frank Spitzmüller erklärt in einem Statement, dass Bundesland- und sogar grenzüberschreitende Ermittlungen ein wichtiger Baustein in erfolgreicher kriminalpolizeilicher Arbeit seien „Wir bringen Serieneinbrecher hinter Schloss und Riegel, das sind wir den Einbruchsopfern schuldig. Dafür brauchen wir die erforderlichen Ermittlungskompetenzen, die notwendigen Haushaltsmittel und Personalressourcen und die Ermittler, vor allem einen langen Atem.“
Innenminister Strobl: Dank an Ermittlern der Polizei in Heilbronn, Bayern und Polen
Auch für Thomas Strobl (CDU), stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister von Baden-Württemberg, ist die internationale Zusammenarbeit ein Erfolgsfaktor bei der Bekämpfung von Wohnungseinbrechern. In einer Mitteilung dankt er den Ermittlern: „Durch akribische Ermittlungsarbeit und Durchhaltevermögen ist es den Ermittlerinnen und Ermittlern des Polizeipräsidiums Heilbronn, der Polizei Bayern und den Ermittlungsbehörden in Polen gelungen, diesem Verbrecher das Handwerk zu legen.“
Außerdem lobt er die grundsätzlichen Anstrengungen bei Einbrüchen: „Seit 2015 haben wir die Wohnungseinbrüche von knapp 12.000 Fällen auf etwas weniger als 6.000 Fälle mehr als halbiert.“
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