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Aufbruchstimmung im Netzwerk der starken Frauen

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Der Verein Führungsfrauen Raum Heilbronn setzt sich für ein neues Selbstverständnis der Mitglieder ein. Nachwuchs ist willkommen. Frauen in der Region sollen sichtbar werden.

Management-Coach Margareta Jäger (li.) und die Professorin Annett Großmann wollen das Netzwerk starker Frauen wachsen lassen. Foto: Christian Gleichauf
Management-Coach Margareta Jäger (li.) und die Professorin Annett Großmann wollen das Netzwerk starker Frauen wachsen lassen. Foto: Christian Gleichauf  Foto: Gleichauf, Christian

Mit der Gründung des Vereins Führungsfrauen Raum Heilbronn wurde vor zwei Jahren ein informelles Netzwerk in Form gegossen. Die Gruppe will nach den pandemiebedingten Einschränkungen wieder an die anfänglichen Erfolge anknüpfen und mit Veranstaltungen und Treffen den Austausch pflegen.

Mitmachen können alle, die sich angesprochen fühlen, betonen Margareta Jäger und Annett Großmann. "Man muss nur klarmachen, was man für das Netzwerk tun möchte", sagt Großmann.

Schuldfrei Karriere und Familie verbinden

Die Führungsfrauen unterstützen sich in erster Linie gegenseitig. "Wir wollen beispielsweise den jungen Frauen klar machen, dass man keine Schuldgefühle haben muss, wenn man sich für Familie und für berufliche Karriere entscheidet. Man darf es schuldfrei wollen", sagt Großmann.

Sie selbst ist Professorin an der Hochschule Heilbronn für Business Engineering Logistics. Ihr Mann sei ebenfalls berufstätig, kümmere sich auch mal um die Kinder. Doch darum gehe es nicht: "Meine Botschaft ist: Wenn ich etwas will, dann kann ich das organisieren."

Netzwerken heißt auch mal Jobs vermitteln

Die gegenseitige Unterstützung sei manchmal konkret möglich. "Es wurden schon einige Stellen vermittelt", erzählt Margareta Jäger, Sprecherin der Führungsfrauen. Und es gehe darum, sichtbar zu werden. Gerade sei Heilbronn in einem bundesweiten Dynamik-Ranking auf dem zweiten Platz gelandet. "Es gibt Frauen, die die wirtschaftliche Attraktivität Heilbronns mitgestalten. Wir wollen, dass man das merkt", sagt Jäger. Sie selbst betreibt mit ihrer Schwester eine Management-Beratung.

Das Frauenbild in Gesellschaft und Beruf zu verändern spielt eine weitere wesentliche Rolle für die Führungsfrauen. "Wenn ein Vorgesetzter im Vorstellungsgespräch zu mir sagt, dass er sich mich auf dieser Position nicht vorstellen kann, dann frage ich mich immer, ob er sich da nur einen Mann vorstellen kann", erzählt Großmann.

Wer vorankommen will, muss strategisch agieren

Auch deshalb sollten sich Frauen dazu bekennen dürfen, nach Macht und Geld zu streben. "Führung ohne Macht ist nicht möglich", sagt Großmann. Frauen dürften sich bei diesen Themen nicht immerzu entschuldigen. Sie selbst habe den konkreten Plan verfolgt, Professorin zu werden. "Das ist nicht zufällig passiert. Da muss man auch strategisch agieren. Dabei wollen wir uns gegenseitig helfen."

Rund 120 Frauen sind derzeit Teil des Netzwerks, 20 davon offizielle Mitglieder des Vereins. "Wir haben den Vereinsstatus gebraucht, um nach außen verbindlich auftreten zu können", sagt Jäger. So konnten die Führungsfrauen beispielsweise die Bewerbung Heilbronns um den Innovationspark Künstliche Intelligenz unterstützen.

Spenden willkommen

Wer Teil der Idee werden will, kann sich unkompliziert über die Homepage des Vereins bewerben. Es gibt keinen Mitgliedsbeitrag. Spenden sind dagegen willkommen.

 

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