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So schützt man sich richtig vor Sonnenbrand

Sonnenlicht ist wichtig für den Körper, aber zu viel Strahlung kann Krebs auslösen: Wie man sich richtig schützt, erklärt SLK-Hautklinikchef Harald Löffler.

Valerie Blass
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Lesezeit 2 Min
Sonnenbrandgefahr durch UV-Strahlung
Eine junge Frau wird am Strand mit Sonnencreme eingerieben.  Foto: Bodo Marks

Hautkrebs tritt immer häufiger auf − in Deutschland hat sich die Zahl der Neuerkrankungen an schwarzem Hautkrebs laut Deutscher Krebsgesellschaft zwischen 1970 und 2015 verfünffacht. Das wird unter anderem auf ein verändertes Freizeitverhalten zurückgeführt − mit Outdooraktivitäten, Sonnenbaden, Solarien und Urlaubsreisen in ferne Länder.

Der Körper braucht Sonne, unter anderem weil sie die Vitamin-D-Produktion ankurbelt, doch zu viel Sonne und UV-Strahlung kann der Haut schaden. Was man wissen muss und wie man sich richtig schützt, erklärt SLK-Hautklinikchef Professor Harald Löffler.

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Häufigkeit: Weißer Hautkrebs, auch Basalzellenkarzinom oder Basaliom, tritt wesentlich häufiger auf als schwarzer Hautkrebs, das Melanom. Weißer Hautkrebs metastasiert in den meisten Fällen nicht, erklärt Harald Löffler. Er sei deshalb auch bei großer Ausdehnung gut behandelbar. Ein Basaliom entsteht durch "die kumulierte Menge an UV-Strahlung auf der Haut", sprich: Er tritt vor allem bei Menschen auf, die über viele Jahre draußen arbeiten oder sich im Freien aufhalten und deshalb besonders viel Sonne abbekommen: Bauarbeiter, Landwirte, Wassersportler. Die gefährlichere Variante ist der schwarze Hautkrebs, denn er metastasiert, wenn man ihn nicht rechtzeitig entdeckt − Krebszellen breiten sich im Körper aus. Er entsteht laut Harald Löffler durch "Schockbesonnung", sprich Sonnenbrände. Der Klassiker: Menschen, die sich sonst wenig der Sonne aussetzen, fahren in den Urlaub, schützen sich nicht ausreichend und holen sich so einen ordentlichen Sonnenbrand. "Die volle Breitseite an UV-Licht bedeutet ein hohes Risiko für schwarzen Hautkrebs."

 

Textiler Schutz: Den besten Schutz bietet langärmlige, dichtgewebte und locker sitzende Kleidung. Eine Kopfbedeckung, am besten mit breiter Krempe, bietet Schatten für Augen, Ohren, Gesicht und Nacken. Auch die Augen sollten mit einer Sonnenbrille vor UV-Strahlung geschützt werden.

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Creme und Spray: Das große Problem beim Auftragen von Sonnenschutzmittel sei die eigentlich erforderliche Menge, sagt Harald Löffler. "Man bräuchte 30 Gramm für den ganzen Körper, um einen Schutz mit Faktor 50 hinzubekommen. Wenn man das alles auftragen würde, würde man glänzen wie eine Speckschwarte und überall glitschen." Löffler rät deshalb dazu, sich morgens einzucremen und dann, wenn ein längerer Aufenthalt im Freien geplant ist, "nach ein paar Stunden nochmals ordentlich nachzucremen". Dadurch erreiche man einen ordentlichen Schutz. Bei der Textur der Creme könne man nach persönlichen Vorlieben gehen. "Manche wollen es am Körper vielleicht lieber cremig, aber das Gesicht soll nicht so sehr glänzen." Deshalb biete es sich unter Umständen an, für Gesicht und Körper unterschiedliche Präparate zu verwenden. Die Bandbreite an Angeboten sei inzwischen groß und fast alle Produkte böten UVA- und UVB-Schutz. "Da hat sich in den letzten Jahren viel getan."

 

Tagescremes und Make-up: Manche Tagescremes enthalten bereits einen Lichtschutzfaktor. Es mache durchaus Sinn, solche Produkte als Basis zu verwenden, sagt Löffler. Das sei gut als Vorsorge vor weißem Hautkrebs und um die Hautalterung zu verzögern. Wichtig beim Auftragen von Make-up: Der Sonnenschutz muss darunter, damit er richtig in die Haut eindringen kann. "Make-up deckt up, da käme Sonnenschutz nicht richtig durch."

 

Kinder: Die Haut von Kindern ist empfindlicher als die von Erwachsenen. Sonnenbrände in der frühen Kindheit und eine wiederkehrende hohe UV-Belastung sind bedeutende Risikofaktoren für die Entstehung von späteren Hautkrebserkrankungen, warnt der Krebsverband Baden-Württemberg. Für Babys unter einem Jahr sei direkte Sonneneinstrahlung deshalb tabu. Auch Kleinkinder sollten nicht unnötig belastender Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Für sie gilt in besonderem Maße: Sonnenschutz-Kleidung anziehen, im Schatten aufhalten und unbedeckte Körperstellen eincremen. "Ziehen Sie Ihre Kinder in der Sonne an statt aus!", heißt es vom Krebsverband.

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