Gute Nachrichten
Lesezeichen setzen Merken

Good-News-Blog: Die gute Nachricht des Tages

Die Nachrichtenlage schlägt aufs Gemüt? Dann bitte hier weiterlesen. Die Online-Redaktion der Stimme präsentiert die gute Nachricht des Tages. Heute: Die Feuerwehr rettet ein Pferd aus dem Baggersee.

  |  

17.05.2022

Im Spülsand eingesunken - Feuerwehr rettet Pferd aus Baggersee 

Tierrettung
Eigentlich wollte das Pferd mit dem Namen Max am See nur etwas trinken.  Foto: Torsten Matenaers

Die Feuerwehr in Goch (NRW) hat am vergangenen Sonntag (15.05.) ein Pferd gerettet, das am Ufer eines Baggersees im Sand eingesunken war. Der Reiter des Pferdes hatte es am Sonntagmittag dort trinken lassen, wie die Feuerwehr mitteilte. Dabei geriet das Pferd mit dem Namen Max den Angaben zufolge in Spülsand und sackte so tief ein, dass es sich nicht selbst befreien konnte. Die angerückten Einsatzkräfte zogen demnach mehrere Löschschläuche unter dem Bauch des Pferdes durch und zogen Max schließlich mithilfe eines Traktors wohlbehalten ans Ufer.

Die Feuerwehr in Goch habe in der Vergangenheit schon öfter Tiere aus dem tückischen Sand retten müssen. Schon vor knapp zwei Jahren war dort ein Pferd eingesunken, wie es hieß. 


16.05.2022

Nach Aufstiegsparty: Werder Bremen bietet lustige Krankschreibung für Fans an

Werder Bremen
Die Werder Spieler Leonardo Bittencourt (l) und Mitchell Weiser feiern den Aufstieg.  Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Weder Bremen hat am Sonntag nur ein Jahr nach dem Gang in die Zweitklassigkeit den sofortigen Wiederaufstieg in die erste Bundesliga geschafft. Niclas Füllkrug (10. Minute) und Marvin Ducksch (51.) trafen für Bremen und versetzten das ausverkaufte Stadion am letzten Spieltag der zweiten Bundesliga in Ekstase.

"Jetzt feiern wir drei Tage lang durch", sagte Torjäger Füllkrug. "Ich hoffe, die Jungs bekommen das hin. Ich kann das, ich bin schon einmal aufgestiegen", sagte der Stürmer.

Krankschreibung von "El Presidente"

Tausende Fans bejubelten stundenlang ihre Aufstiegshelden, die mit einem offenen Bus durch die Stadt unterwegs waren. Nach der rauschenden Aufstiegsparty hat Werder Bremen aber auch an seine treuen Fans gedacht.

Bei Twitter veröffentlichte der Erstliga-Rückkehrer eine Krankschreibung zum selbst ausfüllen. Als Krankenkasse war "El Presidente persönlich" eingetragen, als Zeitrahmen der Krankschreibung "mal schauen".

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.


15.05.2022

Feuerwehr Offenburg rettet Katzenbaby aus Motorraum (cta)

Nach Angabe der Feuerwehr Offenburg hatte diese am Samstag einen der ungewöhnlichsten Einsätze der letzten Jahre. Auf dem Parkplatz eines Baumarktes hatte eine Autofahrerin ein klägliches Miauen aus dem Motoraum vernommen. Tatsächlich: Dort saß ein Katzenbaby fest. Mit Hilfe eines Abschleppwagens wurde das Auto angehoben und das Tier befreit, das "in atemberaubender Geschwindigkeit das Weite suchte", wie die Feuerwehr weiter mitteilte.

Jedoch nicht weit genug, denn der kleine Kater flüchtete sich in den nächsten PKW, einen in der Nähe geparkten Smart, was eine über zwei Stunden andauernde Rettungsaktion von Feuerwehr, Polizei und Bergedienst einleitete. Er krabbelte nämlich in den noch kleineren Motorraum des Kleinwagens, so dass nicht absehbare Gefahren für das Tier, das Auto oder auch die Insassen gegeben war.

Katze Smartie wurde gerettet
Katze "Smartie nach seiner Befreiung im Feuerwehrfahrzeug  Foto: Feuerwehr Offenburg

Halterin des Smarts musste gefunden werden

Gemeinsam mit der Polizei wurde in der Folge die Halterin ermittelt und mittels gewaltloser Notöffnung durch den Abschlepper ein Zugang zum Fahrzeuginneren und den Motorraum geschaffen. Auch hier wurde das Fahrzeug angehoben, allerdings wollte Smartie, wie die Katze spontan genannt wurde, nicht aus dem Motorraum klettern.

Nach stundenlangen, vergeblichen Versuchen durch Feuerwehr und Polizei gelang es einer weiblichen Feuerwehrangehörigen schließlich, auf dem Boden unter dem Wagen liegend, das Tierchen zu greifen und aus dem massiv engen und verbauten Motorraum zu ziehen. Die mittlerweile eingetroffene Fahrzeugbesitzerin nahm die Maßnahmen wunderbar gelassen und freute sich, als Smartie augenscheinlich unbeschadet befreit worden war.

Die Feuerwehr brachte den Glückspelz sofort zu einem Tierarzt, der Smartie nach einem ersten Blick Unverletztheit  bescheinigte. Der Kleinwagen wurde vor Ort wieder fahrbereit gemacht, durch den Bergedienst zur technischen Kontrolle abgeschleppt wurde. Feuerwehr, Polizei und Bergedienst waren insgesamt mit fünf Fahrzeugen und sieben Einsatzkräften gut drei Stunden tätig.

 

14.05.2022

Vor gar nicht allzu langer Zeit war Timo Kubach aus Obereisesheim übergewichtig und unsportlich. Er konnte noch nicht einmal Schwimmen, hatte Angst vor Wasser. Jetzt ist alles anders, verdrehte Welt. Der 44-jährige Mitarbeiter von SAP ist megasportlich, ein begeisterter Triathlet - und nahm vor wenigen Tagen an der Ironman-Weltmeisterschaft im US-amerikanischen Bundesstaat Utah teil. Ein Lebenstraum ging für ihn in Erfüllung, oder wie Timo Kubach sagt: "Früher hätte ich nie gewagt, davon zu träumen."

Bei der Ironman-WM: Ein Mann erfüllt sich seinen Lebenstraum
Timo Kubach, Startnummer 498, beim Laufen der Marathondistanz von 42,2 Kilometern. Hinter ihm ist die markante Felslandschaft im US-Bundesstaat Utah zu erkennen. Fotos: privat  Foto: privat

Erstaunlich, die Veränderung dieses Mannes vom Nichtschwimmer zum Sportass. Kubach erzählt, dass alles begann, als er im Jahr 2015 Opfer eines Unfalls wurde. Auf der Autobahn sei ihm jemand aufgefahren. Er erlitt ein Schädeltrauma und eine schwere Gehirnerschütterung. Über Wochen hinweg war ihm schwindelig und schlecht. Essen machte ihm keine Freude mehr. Er verlor einiges an Gewicht. Damals wog er 91 Kilo. Seine Ernährung stellte Kubach komplett um.

Am Fahrradfahren hatte er auch schon immer Freude - großes Problem aber war das Schwimmen. Diese Angst davor liegt in der Familiengeschichte begründet, Kubach wollte sie überwinden. Er kontaktierte seinen ehemaligen Sportlehrer vom Bad Wimpfener Hohenstaufen-Gymnasium, Hermann Utz, und machte einen Kraulkurs bei ihm. Zuschauer sagten damals: "Das wird nichts." Es wurde.

 

13.05.2022

Rochengift als Vorbild für die Medizin

Mit ihren Giften verteidigen sich Tiere eigentlich gegen Feinde oder erlegen Beute. Forscherinnen wollen ihre Wirkung nutzen, um bei Menschen Krankheiten zu heilen und Schmerzen zu lindern.

 

Stachelrochen
Stachelrochen haben an ihrem langen Schwanz Giftstachel. Normalerweise greifen sie nur an, wenn sie sich bedroht fühlen.  Foto: Alice Oldenburg

Ganz platt, so sieht der Körper von Stachelrochen aus. Häufig liegen die Tiere auf dem Meeresboden. Schwimmen sie umher, sieht es aus, als fliegen sie durch das Wasser. Stachelrochen können aber gefährlich werden. Sie haben einen langen Schwanz mit einem oder mehreren Giftstacheln. Damit verteidigen sie sich bei Gefahr.

Stachelrochen-Stachel bis zu 40 Zentimeter lang

Genau für dieses Gift interessiert sich die Biologin Kim Kirchhoff. Sie möchte es für die Entwicklung neuer Medikamente nutzen. Um an Stacheln und damit auch an das Gift zu kommen, muss sie nicht selbst ins Wasser steigen oder gar einen Rochen ärgern. Die Stacheln für ihre Forschung werden ihr von Aquarien aus ganz Europa geschickt: Bis zu 40 Zentimeter sind die Stachelrochen-Stachel lang, glänzen leicht bräunlich und haben kleine Widerhaken.

„Wie die Zähne beim Hai wachsen die Rochenstachel immer wieder nach“, erzählt Kim Kirchhoff. Denn in der Natur brechen die im Kampf ab. In den meisten Aquarien muss nachgeholfen werden: Etwa einmal pro Jahr werden die Rochenstachel abgeknipst. Das ist ungefährlich für die Tiere. Sie spüren im Stachel keinen Schmerz, auch Blut fließt nicht.

Scharfen Widerhaken sorgen für Wunden

Bevor die Forscherin die Stacheln aus dem Paket holt, zieht sie sich dicke Laborhandschuhe an. Vorsichtig schabt sie dann mit dem Skalpell das Gewebe vom Stachel ab. Darin sitzt das Gift. „Stachelrochen sind scheue Tiere. Ihr Gift dient nur zur Verteidigung gegen Feinde“, erklärt die Biologin. Wird ein Rochen angegriffen, schlägt er blitzschnell mit Schwanz und Stachel zu. Die scharfen Widerhaken sorgen für Wunden.

Das Gift selbst ist sehr unangenehm. Es verursacht Schmerzen, stört den Blutkreislauf und lässt die Wunden stark bluten. Das alles schwächt den Angreifer so sehr, dass sich der Stachelrochen problemlos aus dem Staub machen kann und garantiert nicht verfolgt wird. „Das Rochengift wirkt schnell und genau. Deshalb wollen wir prüfen, ob wir es auch als Medikamente nutzen können.“ 

Warum wirkt das Gift so gut?

Zuerst muss dafür die Wirkung und der chemische Aufbau des Rochengiftes untersucht werden. „Wir wollen herausfinden, wie das Gift genau aufgebaut ist und verstehen, warum das Gift so gut wirkt“, sagt Kim Kirchhoff. Das sei wie die Lösung eines schwierigen Puzzles ohne Anleitung und ohne genau zu wissen, wie später aussehen soll.

Erst wenn diese Rätsel über Aufbau und Wirkung geknackt sind, können die Forschenden das Gift künstlich nachbauen und die Wirkung anpassen. Das Ziel: Schmerzen bei Menschen lindern statt Schmerzen verursachen. Doch zuvor muss die Wirkung des nachgebauten Gifts noch genau geprüft werden. Zunächst an winzigen Zellen, später an Mäusen und irgendwann auch an Menschen. Erst wenn alles wirkt und die Nebenwirkungen eingedämmt wurden, kann ein Medikament nach dem Vorbild eines Stachelrochens in die Apotheke kommen.


12.05.2022

Zum Internationalen Tag der Pflege: Baden-Württembergerin ist „Pflegerin des Jahres“

Pflegerin des Jahres
Bozidarka Zimmermann vom Universitätsklinikum Freiburg.  Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Die Initiative „Herz & Mut“ hat anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am Donnerstag zum sechsten Mal bundesweit Pflegekräfte geehrt, die auf besondere Weise in ihrem Beruf täglich Herz und Mut zeigen. Angehörige, Patienten oder Arbeitskollegen haben rund 1000 Pflegerinnen und Pfleger vorgeschlagen. Eine Freiburgerin überzeugte durch Kompetenz, Engagement für die Ausbildung junger Pflegekräfte, mit ihrem Naturell und einem besonderen Lebenslauf.

Bozidarka Zimmermann ist OP-Schwester am Universitätsklinikum Freiburg. Weil sie im Job andere begeistern kann und selbst in schwierigen Situationen ruhig bleibt, hat sie eine besondere Anerkennung erhalten: Bozidarka Zimmermann ist Deutschlands „Pflegerin des Jahres“.

Bozidarka bedeutet Gottesgeschenk. Als Geschenk sieht die 36-Jährige ihr Leben. In Sarajevo geboren, flüchtete sie 1994 als Kind mit ihrer Familie wegen des Jugoslawienkriegs aus der Heimat nach Deutschland. „Ich konnte kein Wort Deutsch.“ Für die damals Achtjährige bedeutete dies: zurück in die erste Klasse. Boba, wie sie sich selbst nennt, wollte schon früh Krankenschwester werden. „Ich wollte einen Beruf lernen, der Zukunft hat und der überall auf der Welt gebraucht wird.“ Dass viele Qualifikationen in der Fremde plötzlich nichts mehr wert sind, hatte das ehemalige Flüchtlingskind am Beispiel ihrer Eltern erfahren.

Als Kriegsüberlebende empfindet sie tiefe Dankbarkeit. „Nach so einem extremen Schicksalsschlag hat man einen anderen Blick.“ Frieden, Familie, Häuschen, Job: „Ich weiß, dass ich ein privilegiertes Leben führe.“ Von ihrem Glück will sie etwas weitergeben.

Die Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Weiterbildung in OP-Pflege sowie operativer Medizin und Endoskopie arbeitet seit 2009 in Freiburg. Parallel zur Tätigkeit im Zentral-OP unterstützt sie junge Menschen, die OP-Schwester oder OP-Pfleger werden wollen. Als Mentorin leitet sie den Nachwuchs für die Praxis im OP-Saal an. Es geht um Strukturen und Abläufe, die Bedienung von Geräten und auch, wie man in Stresslagen professionell und ruhig bleiben kann.

Bozidarka Zimmermann hat Respekt vor ihrer Aufgabe: „Im OP ist man ganz nah an der Anatomie und Physiologie des Menschen dran und erkennt, was für ein Wunderwerk der Körper ist.“ Ihre Aufgabe ist es, für den reibungslosen Ablauf einer Operation zu sorgen, damit Menschen danach ein besseres Leben haben. „Ich tue jeden Tag eine gute Tat“, sagt sie. „OP-Schwester ist mein absoluter Traumjob.“

Trotz Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdiensten immer positiv und motivierend - eine Kollegin war beeindruckt und nominierte die 36-Jährige als „Pflegerin des Jahres“. Dafür erhält die Freiburger OP-Schwester den Hauptpreis in Höhe von 5000 Euro. Der Atlantik-Urlaub mit der Familie im VW-Bus ist nun gesichert.


11.05.2022

Rettung für Bären-Jungen

Ein kleiner Braunbär, ganz allein - das ist ungewöhnlich, denn junge Braunbären bleiben bei ihrer Mutter. Im Nordwesten von Griechenland aber fanden Menschen den kleinen Bären allein in der Nähe eines Dorfes.

 

 Foto: dpa

Experten von einer Naturschutz-Organisation nahmen das Tier auf. „Dem Kleinen geht es sehr gut“, sagte Panos Stefanou von der Organisation. Der Bär wurde Thomas getauft. Seine Mutter konnte nicht gefunden werden.

Bei der Organisation wurde der Bär zunächst untersucht. Dann sollte er in ein Heim für Bären gebracht werden. Das ist ein eingezäuntes Gebiet in einem Buchenwald. Dort leben schon andere Braunbären, die früh ihre Mütter verloren haben. Menschen kümmern sich um die Tiere.


09.05.2022

2000 Hektar zum Schutz der Koalas: Buschland wird zu Nationalparks

Die Zahl der Koalas in Australien ist in den letzten Jahren durch Dürren, Buschbrände und Verlust von Lebensraum stark zurückgegangen. Jetzt soll gegengesteuert werden.

Koala
Unter den Tierarten, die dringend Hilfe brauchen, sind auch Koalas.  Foto: Daniel Naupold/dpa

Um Koalas und andere seltene Tiere besser zu schützen, will die Regierung von New South Wales an Australiens Ostküste weitere 2000 Hektar Buschland in Nationalparks integrieren. Die Umwandlung in geschützte Gebiete käme dabei unter anderem auch anderen bedrohten Arten wie Langschnauzen-Kaninchenkängurus und Eulen zugute, hieß es. Zu diesem Zweck hätten die Behörden drei Gebiete in Monaro im Süden der Region, nahe Yamba im Norden und bei Taree im Osten gekauft, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP am Montag. 

„Die Sicherung des Lebensraums der Koalas ist Teil unserer Strategie, die Koalapopulation bis 2050 zu verdoppeln“, sagte der Umweltminister der Region, James Griffin. „Neben den Koalas werden diese Nationalparkerweiterungen eine unglaubliche Vielfalt an bedrohten Arten schützen.“

Gefährdungsstatus der Koalas hochgestuft

Die australische Regierung hatte den Gefährdungsstatus der drolligen Beuteltiere schon im Februar in den Bundesstaaten New South Wales und Queensland sowie im Australian Capital Territory mit der Hauptstadt Canberra offiziell von „vulnerable“ (gefährdet) auf „endangered“ (stark gefährdet) hochgesetzt. So können die Behörden die Tiere besser schützen. Dürren, Buschbrände, Krankheiten und der Verlust des Lebensraums haben in den vergangenen 20 Jahren zu einem starken Rückgang der Koala-Zahlen geführt.

Besonders die gewaltigen Buschfeuer von August 2019 bis März 2020 haben den niedlichen Beutelsäugern schwer zugesetzt. Nach Schätzungen der Umweltorganisation WWF wurden dabei mehr als 60 000 der nur in Down Under heimischen Koalas getötet, verletzt, vertrieben oder traumatisiert. Bilder von Tieren mit angesengtem Fell und verbrannten Pfoten gingen um die Welt.


08.05.2022

Ukrainische Lehrerin in Eberstadt: Ein Glücksfall für alle Beteiligten

Lehrerin Tetiana Melnykova hat vor ihrer Flucht Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und betreut nun junge Ukrainer in der Grundschule in Eberstadt - zur Freude aller Beteiligten.

Ein Glücksfall für alle Beteiligten
Tetiana Melnykova mit ihren ukrainischen Schützlingen in der Grundschule in Eberstadt. Jeden Tag hilft sie ihnen, mit der fremden Sprache vertraut zu werden. Die Kinder haben schon viel gelernt. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Das klappt doch schon ganz prima. "Montag, Dienstag...", zählt Polina die Wochentage auf. Und Deutsch schreiben kann das acht Jahre alte Mädchen aus der Ukraine auch schon. "Dinstag", buchstabiert Polina auf ihrem Blatt. Fast richtig. Tetiana Melnykova lobt sie: "Sehr gut."

Die 44-Jährige, die mit ihrem Sohn Ivan (15) vor dem Krieg aus dem Großraum Kiew geflohen und in Eberstadt gelandet ist, ist ein Glücksfall für alle Beteiligten: für die aktuell sieben Flüchtlingskinder aus der Ukraine, weil die Lehrerin für Deutsch ihnen hilft, die fremde Sprache schneller zu lernen. Hier geht es zur ganzen Geschichte von  Tetiana Melnykova.


07.05.2022

Weinstube und Burgerme starten in Heilbronn durch

Im Weigand in der Heilbronner Weinsbergerstraße herrscht jetzt Hochbetrieb. In der Bahnhofsvorstadt hat eine neue Hamburger-Filiale eröffnet.

Weinstube startet durch und Burgerme ist jetzt am Start
In der Heilbronner Weinstube Weigand von Peter und Annette Albrecht (rechts) schwingt jetzt Lamduan Bokkaew den Kochlöffel. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

In der Weinstube Weigand legt Lamduan Bokkaew jetzt richtig los. Die Köchin, die mehr als sieben Jahre lang die Weinstube Braun betrieben hatte, arbeitete in der neuen Gaststätte in der Weinsberger Straße seit Ostern zunächst im Probebetrieb, um sich an die deutlich größeren Räumlichkeiten zu gewöhnen.

Während die legendäre Weinstube Braun lediglich 30 Plätze bot, ist die Weinstube Weigand mehr als doppelt so groß. Die Gaststätte in der Einsteinstraße war zudem in die Jahre gekommen und wird abgebrochen. Im geplanten Neubau wird später eine Kindertagestätte Einzug halten. "Es läuft schon sehr gut und ich habe mich jetzt an die Gegebenheiten gewöhnt", betont Bokkaew, die von Mittwoch bis Sonntag ab 17 Uhr eine ganz besondere Speisekarte bietet.

Denn neben thailändischen Spezialitäten beherrscht die 47-Jährige auch die schwäbische Küche perfekt. Vor allem der Kartoffelsalat, die Spätzle und ihre Linsen genießen bei ihren Gästen einen hervorragenden Ruf. Daneben bietet die Köchin eine breite Auswahl an thailändischen Spezialitäten mit Curry-Paste oder Soja-Sauce und jede Menge Gemüse. "Das Besondere bei mir sind das Gemüse und die Kräuter, die ich täglich frisch zubereite", betont Lamduan Bokkaew. Zum Essen gibt es Weine vom Weingut Albrecht-Kissling, dem das Traditionslokal gehört. "Wir freuen uns, dass wir jetzt die Nachfolge so gut geregelt haben", betont Peter Albrecht, Inhaber des Weingutes. Vorgänger Marian Mayer hatte die Weinstube im vergangenen Jahr aus familiären Gründen geschlossen.

In der Roßkampffstraße hat sich wieder etwas getan. Nachdem dort im März mit der "Weinadresse" eine neue Vinothek Einzug gehalten hat, hat am 20. April jetzt auch die angekündigte Burgerme Filiale eröffnet. Der Lieferdienst, bei dem man auch in einem kleinen Gastraum vor Ort essen kann, verspricht eine Vielzahl frisch zubereitete - auch vegane - Hamburger mit knusprigen Pommes, Fingerfood und verschiedenen Salaten. Geliefert wird innerhalb von 25 Minuten nach Bestellung zunächst im Umkreis von eineinhalb Kilometern. Später will der Inhaber der Filiale, Sam Ghasdi, den Radius auf drei Kilometer erhöhen. Kommt der Fahrradkurier bei der Auslieferung zu spät, erhält der Kunde einen Drei-Euro-Gutschein.

"Bisher läuft das Geschäft nach Plan und wir haben von unseren Kunden ein gutes Feedback bekommen", freut sich Ghasdi. Der Filialleiter legt Wert darauf zu versichern, dass alle Speisen frisch zubereitet und auf einem speziellen amerikanischen Grill auf offener Flamme zubereitet und fritiert werden. Abgerundet wird das Angebot durch Cookies, Muffins, Cheesecake und Milchshakes sowie verschiedene Limonaden in der Glasflasche. Geöffnet hat die jüngste von insgesamt 175 Filialen in Deutschland Montag bis Freitag von 11 bis 22.30 Uhr und am Wochenende von 12 bis 22.30 Uhr.

Wer das "Erstmal Kaffee" noch in der Biedermanngasse sucht, der hat Pech. Das Café, das Kaffeespezialitäten, ausgefallene Kuchen und belegte Brote anbietet, hat jetzt in der Schulgasse ein neues Domizil gefunden. Geöffnet hat das Erstmal Kaffee dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, am Samstag von 9 bis 17 und am Sonntag von 10 bis 15 Uhr.


06.05.22

Emilia und Noah sind wieder die beliebtesten Babynamen 

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat die beliebtesten Babynamen 2021 bekanntgegeben. Ein neuer Trend zeichnet sich dabei allerdings nicht ab.

Die beliebtesten Vornamen 2021 (06.05.2022)
 Foto: dpa-infografik GmbH (dpa Grafik)

Frisch gebackene Eltern haben ihre Babys 2021 am häufigsten Emilia und Noah genannt. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) nun in Wiesbaden bekannt. Damit sind die Spitzenreiter der populärsten Erstnamen dieselben wie bereits im Vorjahr.

Bei den Mädchen landete 2021 Hannah auf Platz zwei, gefolgt von Sophia. Bei den Jungen erreichten Mattheo und Leon das Podium.

 Foto: dpa-infografik GmbH (dpa Grafik)

Insgesamt gab es bei den Lieblingsnamen auf den vorderen Plätzen wenig Bewegung. Der Trend zu weich klingenden Vornamen, die bei den Mädchen meist auf -a enden, ist ungebrochen.

«Diese Namen haben eine akustische Ästhetik, sind besonders klangvoll», sagte die GfdS-Geschäftsführerin Andrea Ewels. Besonders viele der Namen seien «kurz, zeitlos, positiv».


05.05.22

Taucher bergen verlorene Geisternetze aus Nordsee

Jedes Jahr gehen tonnenweise Fischernetze im Meer verloren. Taucherinnen und Taucher des Projektes "Geisternetze Ostfriesland" haben 50 Kilo aus der Nordsee geborgen.

Taucher suchen nach Geisternetzen in der Nordsee
Bei der Aktion «Geisternetze Ostfriesland» suchen Taucher verloren gegangene Netze in der Nordsee.: Ein geborgenes Geisternetz wird an Bord des Begleitschiffes begutachtet.  Foto: Sina Schuldt/dpa

Taucherinnen und Taucher haben sich vor den Ostfriesischen Inseln in der Nordsee auf die Suche nach Geisternetzen gemacht.

Im Rahmen des Projektes «Geisternetze Ostfriesland» suchen die professionellen Taucher von Ghost Diving Germany nach Fischernetzen, die in der Nordsee verloren gegangen sind und nun eine Gefahr für die Tier- und Umwelt darstellen. Sie bargen am Mittwoch etwa 50 Kilo herrenlose Netze.

Das einwöchige Projekt soll einen kleinen Teil zum Umweltschutz leisten und auf die Problematik des Mülls in den Meeren aufmerksam machen, sagten die Organisatoren von NV-Versicherungen und immergrün, tauch.versicherung und Ghost Diving Germany. Sie schätzen, dass etwa 640.000 Tonnen Fischerausrüstung jährlich im Meer landen.

«Diese Netze tun das weiter, wofür sie gebaut wurden, nämlich Tiere einfangen, und das sehr unselektiv», sagte Biologe Lars Gutow des Alfred-Wegener-Instituts am Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Fische und andere Meeresbewohner verfangen sich in den verlorenen Netzen und sterben. Die aus Kunststoff bestehenden Fischergeräte reiben über den Boden und stören das Ökosystem der Meere. Sie bauen sich dazu kaum ab, erklärte Gutow. Sie belasten die Meere in ihrer großen Struktur und auch in Form von Mikroplastik.

Das Projekt zur Bergung von Geisternetzen begann am Montag. Nach Aussagen der Taucher sind die schwierigen Tauchbedingungen durch Strömungen und eingeschränkte Sicht in der Nordsee eine besondere Herausforderung.


04.05.22

Stiftung Lichtenstern in Löwenstein als Retterin in größter Not

In Windeseile haben Mitarbeiter der Behinderteneinrichtung mit Sitz in Löwenstein eine Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge mit Behinderung und deren Angehörige hergerichtet.

Stiftung Lichtenstern in Löwenstein als Retterin in größter Not
Unter den Geflüchteten sind auch Menschen mit Handicap, wie hier an der polnisch-ukrainischen Grenze. Sie brauchen barrierefreie Unterkünfte. Foto: Christoph Soeder/dpa  Foto: Christoph Soeder

Inzwischen haben sie sich von der Odyssee erholt. Es hat schon abenteuerliche Züge, wie die Evangelische Stiftung Lichtenstern dazu kam, eine große Gruppe von Menschen mit Behinderung und deren Begleitpersonen aus der Ukraine aufzunehmen. "Sie sind ins Nichts gefahren mit einem Grundvertrauen, dass es eine Lösung geben wird", sagt die Vorstandsvorsitzende Sybille Leiß. Und die gab es ja auch. Denn die Einrichtung war Retterin in größter Not.

"Als die Behinderten mit ihren Angehörigen in die beiden Busse einstiegen, wussten wir noch nicht, wo wir sie hinbringen können", schildert Andreas Kammer, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Mergelstetten, in einer E-Mail an die Heilbronner Stimme die dramatische Ausgangslage mit der verzweifelten Suche nach einer barrierefreien Unterkunft. Im Pfarrhaus im Heidenheimer Teilort hatte zu Kriegsbeginn ein Ukrainer mit seiner Familie aus dem Donbass Zuflucht gefunden. Nun war er einer der Fahrer des Transports von behinderter Menschen aus dem Kriegsgebiet.

"Der Hilferuf hat uns mittwochs erreicht", berichtet Leiß, die sofort einen Rundruf startete. Sie fragte beim Regionalleiter, bei der Haustechnik, bei der Hauswirtschaft und Bereichsverantwortlichen nach, ehe sie eine Zusage gab. "Es war überwältigend. Jeder war hilfsbereit und hat gesagt: Wir kriegen das hin", erzählt Leiß. Überrascht war sie allerdings, als sie erfuhr, dass die Flüchtlinge bereits zwei Tage später, am Karfreitag, eintreffen sollten. "Dann ging der Stress los." Jeder musste ja seine reguläre Arbeit verrichten.

Aus Häusern der Standorte der Behinderteneinrichtung wurden Betten, Matratzen und Deckbetten zusammengetragen, der ASB half mit Feldbetten aus. So konnte das Erdgeschoss in einem der Gebäude, das als Ausweichquartier bei Sanierungen freigehalten wird, in eineinhalb Tagen mit vereinten Kräften hergerichtet werden. Vorhänge wurden aufgehängt, Kinderspielzeug organisiert, die Küche mit Geschirr und Kühlschränken ausgestattet.

 

"Tatsächlich sind 41 Leute gekommen. Das haben wir erst gemerkt, als zwei Betten fehlten", erzählt Leiß. Der Jüngste der Gruppe ist sechs Jahre alt, die Älteste Jahrgang 1935. Es sind Menschen aus Mariupol, Charkiw und Luhansk, die körperlich oder geistig eingeschränkt sind, Autisten und Rollstuhlfahrer und deren Angehörige, die sich um sie kümmern. Zwei Rollstuhlfahrer mussten liegend transportiert werden. "Sie waren total erschöpft und ausgehungert." Leiß berichtet aber auch von Erleichterung der Menschen, in Sicherheit zu sein.

Die Stiftung versorgt die Menschen mit Essen aus ihrer Großküche, kauft für sie ein, leiht ihnen medizinische Hilfsmittel, kleidete sie in der hauseigenen Sternboutique ein, meldete sie bei der Gemeinde an. Bei den Anträgen auf staatliche Unterstützen hapert es noch. Die Integrationsmanager des Landratsamts seien überlastet. "In den letzten drei Wochen haben wir so viel an Unterstützung erlebt", ist Leiß dankbar und zuversichtlich. Im Stiftungs-Freundeskreis will sie zu Spenden aufrufen. Man mache einen Schritt nach dem anderen. "Wir helfen zusammen."


03.05.22

Entenfamilie watschelt über Autobahn 

Eine Entenfamilie hat die kurzzeitige Sperrung der Autobahn 6 bei Nürnberg verursacht. 

Die Entenmutter sei mit neun Küken nahe der Anschlussstelle Langwasser über die Fahrbahn Richtung Heilbronn gewatschelt und an der Mittelleitplanke stehen geblieben, teilte die Polizei am Montag mit. Beamte der Verkehrspolizei sperrten die Autobahn für 20 Minuten und brachten die Tiere in Sicherheit.

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Der Vorfall ereignete sich am Samstagvormittag (30.04.), als gerade wenig Verkehr auf der Autobahn herrschte, wie ein Polizeisprecher sagte. Daher sei es zu keinen größeren Staus oder Verkehrsbehinderungen gekommen.


02.05.22

Qantas will 2025 längste Nonstop-Flüge der Welt starten

In 19 Stunden von Australien nach London oder New York, ohne Pause: Mit dem sogenannten «Projekt Sonnenaufgang» will Qantas neue Reisemöglichkeiten eröffnen.

Quantas-Maschine
Ein Flugzeug von Quantas Airways hebt vom Flughafen in Melbourne ab.  Foto: Con Chronis/AAP/dpa

Die australische Fluggesellschaft Qantas will ab Ende 2025 die längsten Nonstop-Flüge der Welt in ihr Streckennetz aufnehmen.

Die Flüge sollen in rund 19 Stunden australische Metropolen an der Ostküste wie Sydney und Melbourne zunächst mit London und New York verbinden. Die zu diesem Zweck georderten zwölf Maschinen des Typs Airbus A350-1000 könnten in Zukunft aber auch andere Städte wie Frankfurt und Paris direkt mit Zielen in Down Under verbinden, teilte Qantas am Montag mit.

Mit dem sogenannten «Projekt Sonnenaufgang» sei endlich eine Lösung für die «Tyrannei der Entfernung» gefunden, die Reisen nach Australien traditionell so schwierig gemacht habe, sagte Airline-Chef Alan Joyce. Die neue Generation von Flugzeugtypen eröffne künftig ganz andere Möglichkeiten.

Qantas hatte die rund 17.700 Kilometer lange Direktverbindung von London nach Sydney bereits Ende 2019 mit einer Boeing 787-9 Dreamliner getestet. Der Flug dauerte damals 19 Stunden und 19 Minuten. Eigentlich sollte die Strecke bereits 2022 ins Programm aufgenommen werden, aber wegen der Corona-Pandemie und der langen Grenzschließungen musste der Plan verschoben werden.

Den aktuell längsten Nonstop-Linienflug bietet Singapore Airlines an: Er verbindet seit 2018 ohne Umsteigen Singapur mit New York. Die Maschinen legen die 15.300 Kilometer lange Strecke in knapp 18 Stunden zurück.

Qantas werde mit dem Airbus A350-1000 in Zukunft 238 Passagiere in vier Klassen (First, Business, Premium Economy, Economy) befördern, hieß es weiter. «Die Kabine ist speziell für verbesserten Komfort auf langen Flügen konfiguriert und umfasst einen Wohlfühlbereich in der Mitte und geräumigere Sitzplätze in Premium Economy- und Economy-Kabinen», so Qantas.


01.05.22

Walpurgisnacht ohne Krawalle - Maibäume werden wieder aufgestellt

In der Nacht zum 1. Mai geht es auf den Walpurgisfeiern manchmal hoch her. Nach zwei Corona-Jahren, in denen die Feste größtenteils ausgefallen sind, genießen die Menschen den Neustart in diesem Jahr zumeist friedlich. (dpa)

Nachzweijähriger Corona-Zwangspause haben Zehntausende Menschen überwiegend friedlich in den 1. Mai getanzt und gefeiert. Im Harz kamen in der Walpurgisnacht an vielen Orten als Hexen und Teufel Kostümierte zusammen, es gab Konzerte, Umzüge und Walpurgisfeuer. Straftaten habe es hingegen kaum gegeben, hieß es etwa im Polizeirevier Harz in Halberstadt. Auch aus dem Westharz und anderen Landesteilen berichtete die Polizei allenfalls von verbalen Auseinandersetzungen oder kleineren Handgreiflichkeiten.

In Schierke, eine der Walpurgis-Hochburgen im Ostharz, hatte ein dreitägiges Mittelalterspektakel schon am Freitag begonnen. Weit mehr als 8000 Tickets seien für die drei Tage verkauft worden, sagte der Geschäftsführer der Wernigerode Tourismus GmbH, Andreas Meling. «Die Menschen haben wieder Lust, was zu unternehmen.» In Wernigerode hatten Kostümierte am Samstagnachmittag symbolisch das Rathaus erstürmt. Viele Hundert Zuschauer sahen dem Spektakel auf dem Marktplatz zu, das für die Hexen und Teufel der Auftakt zur Walpurgisfeier ist. Am Abend wurden Feuer entfacht, manchenorts gab es um Mitternacht ein Feuerwerk oder Lichtershows.

Im thüringischen Nordhausen kam es bei einer Walpurgisfeier zu tätlichen Auseinandersetzungen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Während eines Streits schlug demnach ein 33-Jähriger mit einer Weinflasche auf einen 31-Jährigen ein, zudem sei einem 47-Jährigen in die Hand gebissen worden, als er in eine andere Auseinandersetzung schlichtend eingreifen wollte. In Wunsiedel in Bayern gerieten zwei Frauen bei einem Maifeuer unter Alkoholeinfluss in Streit. Auch in diesem Fall erlitt das Opfer laut Polizei leichte Verletzungen.

Auch eine andere Tradition lebte in diesem Jahr nach der Corona-Pause wieder auf: In vielen Ortschaften wurden erstmals wieder neue Maibäume aufgestellt, unter anderem in Bayern. In der Regel stehen die Bäume etwa drei bis fünf Jahre. Weil ihre Standfestigkeit mit der Zeit nachlässt, mussten 2020 und 2021 viele Bäume fallen, ohne dass neue dafür errichtet wurden.

In Baden-Württemberg kam es rund um die Tradition zu einigen Vorfällen, die polizeiliche Ermittlungen nach sich zogen. So sägten Unbekannte beispielsweise in den Landkreisen Göppingen und Biberach die Bäume um, wie das Polizeipräsidium in Ulm am Sonntag berichtete. Im ersten Fall begrub der fallende Maibaum einen Toilettenwagen unter sich, der für Feiern rund um den 1. Mai aufgestellt worden war. Der Schaden an Baum und Wagen summiere sich auf gut 13 000 Euro.


Braunrücken-Leierschwänze
Um Weibchen zu beeindrucken, komponieren männliche Leierschwänze eigene Liedsequenzen. Ein australisches Forscher-Team entdeckte diese außergewöhnliche Fähigkeit der Vögel.  Foto: Fiona Backhouse/dpa

30.04.22

Ein Vogel als Hip-Hop-Künstler: Leierschwanz komponiert Lieder

Die in Australien heimischen Leierschwänze sind bekannt für ihr Talent, jedes Geräusch nachzuahmen - von der Kettensäge bis zum Hundegebell. Forscher haben nun herausgefunden, dass die begabten Vögel auch selbst Lieder komponieren. 

Sydney (dpa) -  Um die Weibchen zu betören, «sampeln» demnach männliche Braunrücken-Leierschwänze (Menura alberti) Laute aus ihrer Umgebung zu eigenen Melodien. Während der Brutzeit singen sie ihr Lied, um der Angebeteten ihre Virtuosität zu demonstrieren. Aber sie teilen die Komposition auch mit ihren Nachbarn.

Leierschwänze seien ein bisschen wie Hip-Hop-Künstler, die sich Geräusche anderer Vögel zu eigen machten - und dann die Sequenzen zusammensetzten, um daraus neue Lieder zu komponieren, sagte die Leiterin der Forschungsgruppe, Fiona Backhouse. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift «Proceedings of the Royal Society B» veröffentlicht.

«Wir haben festgestellt, dass jede Population eine charakteristische Liedsequenz hat, bei der ein einzelnes Männchen während der Brutzeit viele Male dieselbe Liedsequenz mit nur geringfügigen Abweichungen singt», sagte Backhouse, die erstmals diese Liedanalyse gemacht hat. «Seine Nachbarn singen eine sehr ähnliche Tonsequenz, aber es gibt Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen.»

Bislang seien Leierschwänze als «passive» Imitatoren betrachtet worden - wie ein Aufnahmegerät, das lediglich wiedergebe, was zuvor gespielt wurde. «Diese Forschung zeigt, dass Leierschwänze aber tatsächlich ihre Mimikry benutzen, um lange, komplexe Lieder zu "komponieren" - alles in dem Bemühen, ihren weiblichen Zuhörerinnen zu gefallen», betonte Backhouse. Dabei versuchten die Vögel, so viel Dramatik wie möglich in ihre Komposition zu legen und sich dadurch von den Artgenossen abzugrenzen.

Leierschwänze leben nur in Australien. Namensgebend waren die extrem langen und auffälligen Schwanzfedern der Männchen.


29.04.22

Glück im Unglück hatte gestern eine Seniorin in Böckingen. Mit ihrem Elektro-Mobil überquerte sie gerade einen Bahnübergang – trotz sich schließender Schranken. (js)

Der Vorfall ereignete sich an einem Bahnübergang in Heilbronn-Böckingen. Foto: Archiv/Veigel

Mitarbeitern der Feuerwehr, die sich gerade auf dem Rückweg von einem Einsatz befanden, fiel die Dame auf. Tatsächlich fand sich die Frau kurz daraufhin mit ihrem Senioren-Mobil hilflos zwischen den Schranken auf den Gleisen gefangen. 

Sofort wurde eine Sperrung der Bahnstrecke in Heilbronn Böckingen über die Integrierte Leitstelle beantragt. Da eine Sperrung jedoch einige Zeit in Anspruch nimmt, griff die Feuerwehr umgehend ein. Mit einigen hinzugerufenen Jugendlichen gelang es ihnen – gerade noch rechtzeitig vor dem Einfahren einer S-Bahn – eine Schranke anzuheben und die Frau samt Elektrofahrzeug aus dem Gefahrenbereich zu ziehen. Die aufmerksamen Feuerwehrmitarbeiter konnten ein Unglück verhindern.


28.04.22

Erstmals seit Beginn der Pandemie findet von Donnerstag, 28. April, bis einschließlich Montag, 2. Mai, das Heilbronner Maifest auf der Theresienwiese statt.

Erstmals wieder Rummel auf der Theresienwiese
Gestern lief der Aufbau auf Hochtouren. Heute geht's richtig los. Auf der Theresienwiese ist mit dem Maifest erstmals seit 2019 wieder ein Rummel angesagt.  Foto: Krauth, Kilian

An 50 Schaustellergeschäften geht es rund, das Riesenrad und der Kettenflieger stechen besonders hervor. Zum Auftakt sind heute zwischen 16 und 18 Uhr "Preise wie vor 20 Jahren" angesagt.

Außerdem gibt es am letzten Festtag, Montag, 2. Mai, beim Familiennachmittag zwischen 13 und 19 Uhr ermäßigte Preise.

Ein Festzelt steht diesmal nicht, erklärt Mitveranstalterin Hanne Schröter: "Im Vorfeld war lange nicht sicher, ob das überhaupt erlaubt ist." An Imbissen herrsche jedoch kein Mangel. Inzwischen gebe es auf Festen keine Corona-Einschränkungen mehr.

Das Heilbronner Maifest ist das größte Frühlingsfest in der Region.

Das Heilbronner Maifest auf Facebook 

 

Öffnungszeiten:

Donnerstag, 28. April: 16 bis 23 Uhr

Freitag, 29. April: 14 bis 24 Uhr

Samstag, 30. April: 13 bis 24 Uhr 

Sonntag, 1. Mai: 11 bis 23 Uhr

Montag, 2. Mai: 13 bis 23 Uhr


27.04.22
Auf Borneo wird ein großes Projekt zur Rettung von Orang-Utans ab sofort mit Solarenergie betrieben. Das spart Geld, das wiederum den Tieren zugute kommt.

Orang-Utan-Baby
Orang-Utan Ajeng und ihr Baby im Auswilderungswald Kehje Sewen auf Borneo.  Foto: -/BOS Foundation/dpa

Samboja Lestari (dpa) - Auf Borneo wird ein großes Projekt zur Rettung von Orang-Utans ab sofort mit Solarenergie betrieben. Die vor wenigen Tagen eingeweihte Anlage in Kalimantan, dem indonesischen Teil der riesigen Insel, versorge die komplette Infrastruktur der Rettungsstation Samboja Lestari mit sauberem Strom, teilte BOS Schweiz (Borneo Orangutan Survival) mit. Dazu gehörten mehrere Tierkliniken, eine Eco-Lodge und ein Futterlager. Die Organisation befinde sich damit auf dem besten Weg, das eigene Klimaziel zu erreichen und in nächster Zukunft komplett klimaneutral zu sein.

Klimaeffekt

«Dank der Solaranlage sparen wir pro Jahr knapp 100 000 Franken (97 000 Euro) an Dieselkosten - Geld, das dringend für Hunderte Orang-Utans und Malaienbären benötigt wird», sagte Geschäftsführerin Sophia Benz der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu komme der enorme Klimaeffekt der Anlage: Jährlich könne nun auf 100 000 Liter Diesel verzichtet werden.

Ganz in der Nähe der Station, in der 120 gerettete Orang-Utans sowie 70 Malaienbären leben, soll in den nächsten Jahren die neue Hauptstadt Indonesiens entstehen. Die Millionenmetropole Nusantara soll von Beginn an sehr nachhaltig sein. Die Solaranlage sei deshalb ein Vorzeigeprojekt in der Region. «Unsere Vision ist eine Welt, in der Orang-Utans nicht mehr vom Aussterben bedroht sind», betonte Benz. «Das erreichen wir nur, wenn wir auch ihren Lebensraum schützen und ganzheitlich denken.»

Orang-Utans, die nur noch in den Dschungeln von Borneo und Sumatra leben, sind vor allem wegen der massiven Abholzung der Regenwälder für Palmölplantagen und Kohleminen sowie durch den illegalen Wildtierhandel bedroht. Die größten Baumbewohner der Welt werden gejagt, getötet oder illegal als Haustiere gehalten. Auf der Roten Liste der IUCN werden die rothaarigen Menschenaffen als «vom Aussterben bedroht» eingestuft. BOS versucht, gerettete Orang-Utans auf eine spätere Auswilderung in Schutzgebieten vorzubereiten.

Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
In diesem Artikel findet keine Diskussion statt. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen.
  Nach oben