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Paris meldet Führungsanspruch bei Airbus an

Hamburg/Paris (dpa) - Airbus kommt nicht zur Ruhe: Inmitten des harten Widerstands der Belegschaft gegen das Sanierungsprogramm «Power 8» meldete

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Airbus-Schriftzug
Die Arbeitnehmervertreter in Frankreich sind mit den Sparplänen bei Airbus unzufrieden.  Foto: dpa
Airbus-Schriftzug
Die Arbeitnehmervertreter in Frankreich sind mit den Sparplänen bei Airbus unzufrieden.  Foto: dpa
Frankreich einen Führungsanspruch beim Mutterkonzern EADS an.

Die französische Regierung kündigte an, sie sei bereit, sich «zusammen mit den anderen Aktionären» an einer Kapitalerhöhung bei EADS zu beteiligen. In diesem Fall müsse aber auch das Führungsmodell mit den deutsch-französischen Doppelspitzen überprüft werden, sagte Premierminister Dominique de Villepin. «Es wäre vielleicht nötig, ernsthaft über die Möglichkeit zu diskutieren, nur noch einen Verantwortlichen zu haben», sagte Wirtschaftsminister Thierry Breton. Er schränkte ein, dass der Konzern mit einer Bitte um eine weitere Beteiligung an den Staat herantreten müsse.

Die Airbus-Mutter EADS, die dringend Milliarden benötigt, will dem «Handelsblatt» zufolge bei der Hauptversammlung am 4. Mai eine Kapitalerhöhung beschließen. Unter Berufung auf Unternehmenskreise hieß es am Montag, der Konzern wolle damit in diesem Jahr zwei bis drei Milliarden Euro für die A350 einsammeln. «Sollte der Staat sich zusammen mit anderen Aktionären an einer Kapitalerhöhung beteiligen, sollte man sich bei dieser Gelegenheit auch die Frage nach der Führung des Konzerns stellen», sagte de Villepin wörtlich mit Blick auf die Doppelspitzen-Struktur.

Die Großaktionäre Lagardère und DaimlerChrysler wollen sich auf ihre Kerngeschäfte Medien und Auto konzentrieren. Damit stünde der Aktionärspakt zur Disposition, der aktuell 57,9 Prozent des Kapitals bündelt. DaimlerChrysler stellt 22,47 Prozent, von denen 7,5 Prozent ohne Stimmrecht an Bundesländer und Banken abgegeben werden. Spanien stellt 5,48 Prozent und die Franzosen 29,95 Prozent, wovon Lagardère 7,5 Prozent über Wandelanleihen auf Termin abgetreten hat und weitere 7,5 Prozent abgeben will. Der Pakt schreibt vor, dass die Regierungen sich aus der Unternehmensführung heraushalten, selbst wenn sie - wie Frankreich und Spanien - Großaktionäre sind.

Nicht nur die aktuelle Regierung in Paris, auch die französische Opposition pocht auf eine Aktive Rolle bei EADS und Airbus. Die Präsidentschaftskandidatin der französischen Sozialisten, Ségolène Royal, will an diesem Dienstag bei Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein Moratorium bei der Umsetzung von «Power8» werben. Merkel hatte den Sanierungsplan bisher gelobt.

Die Bundesregierung betont weiterhin, dass die Führungsstrukturen mit der dominierenden Rolle von Deutschen und Franzosen nach einem möglichen Einstieg neuer Investoren nicht verändert werden dürften. «Wir sollten derzeit keine weiteren Anteilseigner in den Aktionärspakt von EADS dazu nehmen», sagte Merkel der «Süddeutschen Zeitung» (Montag).

Vergangene Woche hatte sich der Außenminister des Öl-Emirats Katar mit dem französischen Regierungschef Dominique de Villepin getroffen, um über einen EADS-Einstieg zu reden. Die staatliche russische Bank VTB hatte vergangenes Jahr über die Börse bereits eine Beteiligung von gut fünf Prozent erworben.

Der Widerstand in der Airbus-Belegschaft gegen die Einschnitte durch das Sanierungsprogramm «Power 8» bleibt unterdessen hart. In den drei deutschen Werken Varel, Nordenham und Laupheim lief die Arbeit am Montag nach mehrtägiger Unterbrechung nur schleppend wieder an. Nach Berichten aus der Belegschaft sind viele Beschäftigte verbittert über die harten Maßnahmen des Sanierungsplans «Power8» und wollten «Dienst nach Vorschrift» machen. Die Gewerkschaften planen einen europaweiten Aktionstag, als Termin ist der 16. März im Gespräch. Bei der Termin handele es sich um einen deutschen Vorschlag, der noch mit dem Gewerkschaften in Frankreich, Spanien und Großbritannien abgestimmt werden müsse, hieß es.

Die französische Gewerkschaft Force Ouvrière (FO) will die Verlagerung der Produktion des Airbus A320 von Toulouse nach Hamburg verhindern und dafür notfalls die Flugzeugfertigung blockieren. Die neue deutsch-französische Arbeitsteilung bei Airbus sei unannehmbar, sagte der Chef von FO-Airbus, Julien Talavan, der Pariser Finanzzeitung «La Tribune». Für diesen Dienstag haben die französischen Gewerkschaften zu einem landesweiten Aktionstag gegen «Power8» aufgerufen.

Am Montag traf der Europa-Betriebsrat in Toulouse mit dem Airbus- Management zusammen. Die Arbeitnehmervertreter erhofften sich von den Gesprächen mehr Details zu den Sanierungsmaßnahmen. Es ist immer noch unklar, wie sich der geplante Abbau von 10 000 Arbeitsplätzen auf die einzelnen Werke verteilen soll.

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