Leipzig (dpa)
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Kretschmer nennt Sparappelle Alibipolitik

Angesichts des russischen Angriffskrieges hat die Bundesregierung mehrfach zum Energiesparen aufgerufen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer findet diese «mehr als zynisch».

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Michael Kretschmer
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wirft der Bundesregierung vor, mit ihren Appellen zum Energiesparen «Alibipolitik» zu betreiben.  Foto: Robert Michael/dpa

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wirft der Bundesregierung vor, mit ihren Appellen zum Energiesparen «Alibipolitik» zu betreiben. Es sei «auch mehr als zynisch», den Bürgern jetzt Energiespartipps zu geben, sagte der CDU-Politiker in einem Interview der «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstagausgabe). «Die steigenden Kosten sind für viele Menschen bedrohlich. Diese Bürger sind sehr, sehr sparsam, weil sie sich diese Preise nicht leisten können.»

Kretschmer sprach sich erneut für den Weiterbetrieb der drei noch aktiven Atomkraftwerke in Deutschland aus. «Es wäre irrwitzig, diese Reaktoren jetzt abzuschalten.» Durch den Wegfall von Gasmengen aus Russland müsse darüber gesprochen werden, wie es mit der Atomkraft und wie es überhaupt mit der Energiewende weitergehen solle.

Seit mehr als einem halben Jahr sei bekannt, dass die Energieversorgung in Deutschland nicht mehr gewährleistet ist, betonte Kretschmer. «Von der Bundesregierung hören wir aber immer nur zwei Dinge. Erstens, dass wir sparen sollen. Und zweitens, dass alles teurer wird. Für die Lösung des Problems ist das aber kein Beitrag.» Zudem soll es ab Oktober eine Energie-Umlage von mehreren Hundert Euro je Haushalt geben. «Allein, dass wir diese Umlage zahlen müssen, ist doch der Beweis: Wir haben ein großes Problem.»

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