Berlin (dpa)
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Exportwirtschaft warnt vor Eskalation des Taiwan-Konflikts

Die Reise von Nancy Pelosi nach Taiwan hat den Konflikt mit China wieder angefacht. Die deutsche Exportwirtschaft befürchtet nun, dass die Spannung weiterreichende Folgen haben könnte.

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Pelosi auf Asien-Reise
Angesichts der Drohungen aus China hat die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Pelosi, dem demokratischen Taiwan die Unterstützung der USA zugesichert.  Foto: Chiang Ying-Ying/AP/dpa

Die deutsche Exportwirtschaft sieht die Eskalation des Taiwan-Konflikts mit Sorge. «Taiwan ist durch seine Elektro- und Halbleiterindustrie ein wichtiger Bestandteil in vielen Sektoren der Weltwirtschaft», sagte BGA-Präsident Dirk Jandura der «Rheinischen Post». Eine weitere Verschärfung des Konflikts zwischen den USA und China hätte weitreichende Folgen.

«In unserer hochtechnologischen Welt ist in nahezu jedem Elektronikprodukt ein Bestandteil aus Taiwan verbaut. Das reicht von Laptops, Smartphones, Autos, Waschmaschinen bis hin zu einfachen Leuchtmitteln», sagte der Chef des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

«Angesichts der derzeitigen geopolitischen Instabilitäten halten wir es für zielführender, auf Provokationen zu verzichten», sagte Jandura. «Das Letzte, was wir brauchen, ist eine weitere Eskalation des Konflikts und Verschlechterung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen zwei unserer nach wie vor wichtigsten Handelspartner: USA und China», betonte der Verbandspräsident.

Als Reaktion auf den Taiwan-Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, will China bis Sonntag Manöver mit Schießübungen rund um die Insel abhalten. Dazu wurden sechs Sperrgebiete ausgewiesen. Taiwan fürchtet eine See- und Luftblockade. Pelosi war am Dienstag als ranghöchste Besucherin aus den USA seit einem Vierteljahrhundert in der demokratisch regierten Inselrepublik eingetroffen. Inzwischen ist sie wieder abgereist. Peking sieht Taiwan als Teil der Volksrepublik an und wertet Pelosis Besuch als Provokation.

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