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Meinung: Mehr Respekt für Helfer

Gerade in Krisen muss sich ein Gemeinwesen bewähren. Die massive Hilfsbereitschaft im Katastrophengebiet zeigt: Unsere Gesellschaft hält zusammen, meint unser Autor.

Hans-Jürgen Deglow
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Unwetterschäden und Hochwasser in Nordrhein-Westfalen
Feuerwehrleute blicken von einer Brücke auf die überflutete Bundesstraße 236.

Es sind mutige Feuerwehrleute, die bis über die Grenze der Erschöpfung hinaus und oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens Mensch und Tier aus den Fluten retten, Ortschaften evakuieren, Talsperren sichern, Sandsäcke befüllen, Straßen frei räumen. Sie werden tatkräftig unterstützt von ebenso engagierten Polizeibeamten, Sanitätsdiensten, Bundeswehrsoldaten, Verwaltungsmitarbeitern vor Ort, von vielen Organisationen wie THW, DRK oder DLRG -  und zahllosen freiwillig helfenden Bürgern, die beispielsweise Wohnraum für obdachlos gewordene Flutopfer bereitstellen, Geld und Kleidung spenden. Die Behörden sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft.

Wie monumental die Aufgabe ist, daran lassen die dramatischen Bilder aus den betroffenen Regionen keinen Zweifel aufkommen.  Flüsse wie die kleine Ahr oder die Erft beispielsweise, beide in normalen Zeiten gut zehn Meter breit, sind zu gewaltigen Strömen geworden, die komplette Häuserzeilen samt Hab und Gut mitreißen. 

 

Gerade in Krisen muss sich ein Gemeinwesen bewähren. Die massive Hilfsbereitschaft zeigt: Unsere Gesellschaft hält zusammen, sie ist empathisch und solidarisch mit den Opfern dieser nationalen Katastrophe. 

Auch Baden-Württemberg hat bereits viele Kräfte nach Rheinland-Pfalz und NRW entsandt. Aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn haben sich Helfer des DRK auf den Weg nach Grafschaft gemacht, einer besonders betroffenen Stadt direkt am Ahrtal. Es ist Hilfe, die sehr willkommen ist. Der Bund und die betroffenen Bundesländer haben schnelle Unterstützung für die Opfer zugesichert - ein wichtiges Signal, und Gelder sollten auch sehr zeitnah und unbürokratisch gezahlt werden. Der 14.7. markiert nicht nur eine Katastrophe, sondern auch den Beginn einer beispiellosen Hilfsbereitschaft. Wir sollten den Helferinnen und Helfern in der Not grundsätzlich wieder mehr Respekt entgegenbringen, auch außerhalb von Krisenzeiten. 

 

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