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Handelsverband HDE warnt vor scharfen Corona-Maßnahmen

Stephan Tromp, Vize-Hauptgeschäftsführer des HDE, sagt: „Die Unternehmen sind gut aufgestellt, jetzt ist es höchste Zeit, dass die Politik liefert. Es braucht einen evidenzbasierten, verhältnismäßigen und gut erklärten Corona-Plan.“ 

Hans-Jürgen Deglow
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Lesezeit 1 Min
Einzelhandel
Nordrhein-Westfalen, Köln: Menschen laufen über die Hohe Straße, eine der Haupteinkaufsstraßen der Stadt, vorbei an Geschäften.  Foto: Marius Becker (dpa)

In der Debatte über neue Corona-Maßnahmen im kommenden Herbst warnt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) , Stephan Tromp, vor scharfen Restriktionen. Tromp sagte der „Heilbronner Stimme“: „Die Zeit für radikale Maßnahmen, deren Nutzen nicht bewiesen ist, muss vorbei sein.“ Tromp sagte weiter: „Die Unternehmen sind gut aufgestellt, jetzt ist es höchste Zeit, dass die Politik liefert. Es braucht einen evidenzbasierten, verhältnismäßigen und gut erklärten Corona-Plan. Dabei gehört auch zur Wahrheit, dass Lockdowns mit Geschäftsschließungen oder Zugangsbeschränkungen wie 2G oder 3G beim Einkauf für immer der Vergangenheit angehören müssen. Denn der Evaluierungsbericht der Wissenschaftler hat deutlich gemacht, dass es auch im dritten Jahr der Pandemie für diese Maßnahmen keinen Nachweis für die Wirksamkeit im Kampf gegen Corona gibt.“ 

Der Einzelhandel habe in den vergangenen zwei Pandemie-Jahren unter Beweis gestellt, so Tromp, „dass der Einkauf auch unter schwierigeren Rahmenbedingungen eine sichere Angelegenheit ist“. Die Branche habe Flexibilität und großes Verantwortungsbewusstsein  in der Krise gezeigt, auch mit der brancheneigenen Corona-Impfkampagne „Leben statt Lockdown“, „die weiter fortgeführt werden wird“. 

Maßnahmen an begründbaren Kennziffern festmachen 

Damit die Handelsunternehmen sich darauf einstellen könnten, welche Rahmenbedingungen eventuell im kommenden Herbst und Winter auf sie zukommen, „müssen jetzt verlässliche und vernünftige Pläne festgeschrieben werden“, so der Vize-Hauptgeschäftsführer: „Dabei ist entscheidend, dass wir bundeseinheitliche Lösungen bekommen – ansonsten droht ein Flickenteppich, der die Unternehmen und auch Kundinnen und Kunden überfordert. Wann und ob erneut Corona-Maßnahmen ergriffen werden müssen, sollte dabei an klaren und transparenten, wissenschaftlich begründbaren Kennziffern festgemacht werden.“

Inflation belastet Verbraucher und Handel 

Nach einer vor kurzem vorgelegten Umfrage im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland hat inzwischen mehr als ein Viertel der Bevölkerung (27 Prozent) große Angst, mit dem Geld nicht mehr auszukommen. Die Folge: Das Einkaufsverhalten vieler Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich in den vergangenen Monaten spürbar verändert. "Die steigende Inflation schmälert die Kaufkraft der Kundinnen und Kunden massiv“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth jüngst.  Zugleich belasten Energiepreissprünge den Handel.  

 

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