Region
Lesezeichen setzen Merken

Wer wird vom Tarifabschluss der Länder profitieren?

Nach der Einigung im öffentlichen Dienst erhalten unter anderem Lehrer und Polizisten mehr Geld.

Maike Skerstins
  |  
Wer wird vom Tarifabschluss der Länder profitieren
Der Bildungscampus in Heilbronn zählt ebenfalls zu den Einrichtungen, die vom Tarifabschluss im öffentlichen Dienst der Länder profitieren. Foto: Mugler

Mit der Einigung der Gewerkschaften und der Arbeitgeber auf einen gemeinsamen Tarifabschluss kommt auch die Frage auf, wer davon profitiert. Fest steht, dass von Dezember 2022 an 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) 2,8 Prozent mehr Geld bekommen. Hinzu kommt eine einmalige steuerfreie Corona-Sonderzulage von 1300 Euro.

Mehr Geld für Studierende, Azubis und Praktikanten

Die Entgelte für Studierende, Azubis und Praktikanten werden um 50 Euro beziehungsweise um 70 Euro im Gesundheitswesen angehoben. Für sie ist eine Corona-Zulage von 650 Euro vorgesehen. Der Tarifvertrag soll für eine Laufzeit von 24 Monaten gelten. Nach dem Willen der Gewerkschaften sollen diese Beschlüsse auch auf Beamte und Pensionäre übertragen werden.

Unterscheidung von Bund, Länder und Kommunen

Um einen Überblick zu erhalten, wer von dem Tarifabschluss profitieren wird, muss in Bund, Länder und Kommunen unterschieden werden. Denn für Bund und Kommunen wurden bereits im Oktober 2020 Tarifverträge beschlossen. Demnach soll es eine zweistufige Lohnsteigerung von 3,2 Prozent innerhalb von 28 Monaten geben. Auf kommunaler Ebene werden hierbei Angestellte von Einrichtungen wie Kitas, Bauhöfen und des Rathauses profitieren. Die Heilbronner SLK-Kliniken zählen als Eigenbetrieb ebenfalls dazu.

Tarif hängt vom Arbeitgeber ab

Wohingegen unter dem Tarifabschluss der Länder alle Einrichtungen fallen, die dem Land oder der Landesverwaltung unterliegen. Das sind unter anderem die Hochschule Heilbronn als Hochschule des Landes Baden-Württemberg, die sonderpädagogische Lindenparkschule, die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg und das Klinikum am Weissenhof als psychiatrisches Landeskrankenhaus inklusive des Betriebskindergartens. Polizisten, Lehrer, Beschäftigte an Hochschulen und Landesbehörden werden ebenfalls nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt.

Ob ein Erzieher nach dem Tarifvertag öffentlicher Dienst der Kommunen und des Bundes (TVöD) oder nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) bezahlt wird, hängt demnach vom Arbeitgeber ab. Das Einkommen eines Erziehers mit mindestens sieben Dienstjahren beträgt nach Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder 3569,61 Euro. Nach dem Tarif der Kommunen und des Bundes sind es 3503,09 Euro und damit fast zwei Prozent weniger als nach dem Tarif der Länder.

"Anwender des TV-L sind außerdem viele katholische Arbeitgeber und der Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg", sagt Arne Gailing, der zuständige Gewerkschaftssekretär von Verdi Heilbronn-Neckar-Franken.

Kommentar hinzufügen
In diesem Artikel findet keine Diskussion statt. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen.
  Nach oben