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Stuttgart setzt auf Mooswand gegen Feinstaub

Hornzahn und Zackenmütze sollen es richten im Kampf gegen den Feinstaub in Stuttgart. An einer vielbefahrenen Straße werden die natürlichen Hoffnungsträger jetzt getestet.

Von dpa
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An der Cannstatter Straße in Stuttgart wurde bereits Ende letzten Jahres diese Mooswand als Pilotprojekt zur Verringerung der Feistaubbelastung aufgestellt. Foto: Archiv/dpa  Foto:

 

Ein kleines Stück stand bereits, nun hat in Stuttgart der Aufbau einer kompletten Mooswand für den Kampf gegen den Feinstaub begonnen. Nach Angaben der Stadt wurden am Montag erste Fundamente an der Cannstatter Straße/B14 gesetzt. Bis Mitte März soll die rund 100 Meter lange Wand fertig sein, mit der die Stadt dann herausfinden will, inwieweit Moose gesundheitsschädliche Feinstaubpartikel aus der Atmosphäre entfernen können. Stuttgart investiert für den Pilotversuch nach eigenen Angaben 388.000 Euro. Das Verkehrsministerium fördert das Projekt mit gut 170.000 Euro.

Hintergrund sind die anhaltend hohen Feinstaubwerte rund um die Messstation Neckartor. Seit der Nacht zum Sonntag galt in Stuttgart wieder Feinstaubalarm - diesmal allerdings sollte er in der Nacht zum Dienstag schon wieder enden. Nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes soll es stürmisches Wetter geben. Das reinigt die Atmosphäre von Luftverschmutzungen.

Feinstaubbelastung unter Grenzwert

Mit einem vorläufigen Tagesmittelwert von 39 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft blieb die Belastung am Neckartor am Sonntag noch recht klar unter dem EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm, wie aus Daten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) hervorging. Der Tagesmittelwert am Samstag lag bei 42 Mikrogramm. Für Montag lagen noch keine Werte vor.

Der Aufbau der Wandstücke beginnt laut Stadt am kommenden Montag. Im Labor sei bereits erwiesen, dass die Idee funktioniert, unter realen Bedingungen allerdings noch nicht, hieß es. Zum Einsatz kämen zwei Moos-Arten, die eigens für den Versuch gezüchtet würden: das Hornzahnmoos (Ceratodon purpureus) und das Graue Zackenmützenmoos (Racomitrium canescens).

 Paket zur Luftreinhaltung

Unterdessen gibt es in der grün-schwarzen Landesregierung Zoff wegen Maßnahmen für saubere Luft in Stuttgart. Geplant ist, dass sich das Kabinett an diesem Dienstag in Stuttgart mit einem Paket zur Luftreinhaltung in der Landeshauptstadt befasst, das auch die Einführung einer blauen Plakette für schadstoffarme Autos vorsieht.

Die CDU pocht nach Angaben aus Koalitionskreisen vom Montag darauf, ein Straßenbauprojekt in das Paket aufzunehmen: den Bau des Nordostringes in Stuttgart. Die Grünen wollen das nicht mitmachen. Befürworter in der CDU erhoffen sich von dem Nordostring eine Verkehrsentlastung für die Innenstadt. Gegner bei den Grünen meinen, das Projekt zerstöre einen Naturraum und bringe kurzfristig zur Luftreinhaltung gar nichts, da der Bau 15 bis 20 Jahre dauern werde.

 

 

 

 

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