Heidenheim
Lesezeichen setzen Merken

Ministerpräsident Kretschmann will bis 2026 im Amt bleiben

Auf dem Grünen-Parteitag in Heidenheim macht der Landesvater eine klare Ansage. Pascal Haggenmüller und Lena Schwelling sind als neue Doppelspitze der Südwest-Grünen gewählt.

Michael Schwarz
  |  
Ministerpräsident Kretschmann will bis 2026 im Amt bleiben
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) zeigt sich noch lange nicht amtsmüde. Foto: dpa  Foto: Marijan Murat

Die Grünen in Baden-Württemberg befinden sich in einer komfortablen Situation. Seit 2011 regieren sie inzwischen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist nach drei Wahlsiegen unangefochten - und sein realpolitisch orientierter Kurs hat sich für die Partei als das Erfolgskonzept bewiesen. Daher will der 73-Jährige nicht ans Aufhören denken. Er wolle sein Amt bis zum Ende der Legislaturperiode 2026 ausüben, sagt Kretschmann in seiner Rede bei der Delegiertenkonferenz der Südwest-Grünen am Samstag in Heidenheim. Der Parteitag findet überwiegend digital statt. Von den 206 Delegierten sind rund zwei Dutzend persönlich im Congress Zentrum - geimpft oder genesen und frisch auf Corona getestet.

Gesundheit ist die Voraussetzung für die weitere Arbeit

"Ich schmeiße mich noch mal richtig rein. So fit wie ich mich fühle, werde ich dieses Versprechen auch halten", so der Regierungschef. Er wolle sich zunächst noch viereinhalb Jahre durch die hügeligen Landschaften der Landespolitik bewegen - und erst, wenn er dieses Versprechen erfüllt habe, wolle er sich um private Wanderungen kümmern. Voraussetzung sei natürlich, dass er gesund bleibe.

Mehr zum Thema

Kretschmann-Nachfolge im Blick
PREMIUM
Meinung
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Meinung zur Nachfolgedebatte Winfried Kretschmanns: Zu früh festgelegt

Mit seiner Festlegung schränkt Winfried Kretschmann den Spielraum seiner Partei ein, glaubt unser Korrespondent.

Zwei, die bereits im Vorfeld der Parteitags die Nachfolgedebatte im Doppelinterview mit unserer Zeitung thematisiert hatten, sind Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller. Sie erklärten, die Aufgabe der neuen Parteiführung werde es sein, mit Blick auf die Wahl 2026 den Prozess der Nachfolgeregelung Kretschmanns zu regeln. Schwelling und Haggenmüller werden in Heidenheim zur neuen Doppelspitze der Südwest-Grünen gewählt. Schwelling erhält 77,8 Prozent der Stimmen, Hagenmüller 89,5 Prozent. Die beiden bisherigen Vorsitzenden Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand dürfen wegen ihrer Mandate im Bundestag und Landtag nicht mehr antreten. Hier gilt die Trennung von Amt und Mandat.

Neue Spitze gibt sich selbstbewusst

Ministerpräsident Kretschmann will bis 2026 im Amt bleiben
Winfried Kretschmann muss künftig mit der neuen Doppelspitze der Südwest-Grünen zusammenarbeiten: Pascal Haggenmüller und Lena Schwelling. Foto: dpa  Foto: Marijan Murat

Schwelling, 29, war vier Jahre Landeschefin der Grünen Jugend und hat dort immer wieder auch die Politik Kretschmanns kritisiert. Trotzdem zählt sie zum Realo-Flügel. Hagenmüller, 33, ist ein Vertreter der urbanen Grünen und wird dem linken Parteispektrum zugeordnet. Sein Kreisverband ist Karlsruhe-Land, er ist in seinem aktuellen Wohnort Stuttgart stellvertretender Bezirksbeirat im Osten der Stadt.

Ein weiterer Bewerber um den Parteivorsitz, der Mannheimer Schulleiter Patrick Häffner, hat sich zwar aufstellen lassen, während des Parteitags aber seine Kandidatur wieder zurückgezogen. Schwelling tritt jedenfalls selbstbewusst auf. "Die CDU im Land ist schon so auf Kuschelkurs mit unseren Klimapositionen, dass man sich fragen muss, ob so viel Nähe in einer Pandemie noch erlaubt ist", sagt die Ulmerin. Man sei aber natürlich froh über den Kurs der Christdemokraten.

Harte Kritik am Flüchtlingskurs von Strobl und Hagel

Hart geht Schwelling CDU-Landeschef Thomas Strobl und Fraktionschef Manuel Hagel an, die beide mit Blick auf die ansteigenden Flüchtlingszahlen davor gewarnt hatten, Deutschland dürfe nicht überfordert werden. Schwelling: "In der Regierungspraxis haben wir im Land immer erklärt, dass wir bereit sind, Menschen in Not aufzunehmen. Das ist auch was, an das die CDU gebunden ist. Da ist der Koalitionsvertrag sehr eindeutig."

Kretschmann lobt in seiner Rede den neuen Landwirtschaftsminister der Ampel-Koalition im Bund, Cem Özdemir (Grüne). "Cem ist einer der besten Politiker, den wir haben", so Kretschmann. Özdemir gilt als einer seiner potenziellen Nachfolger, genauso wie Südwest-Finanzminister Danyal Bayaz und Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz. Von seiner Partei fühlt sich Kretschmann nach wie vor voll unterstützt. Der Regierungschef erklärt, er habe keine Signale, dass sich die neue Führung von ihm emanzipieren wolle.

 
Kommentar hinzufügen
In diesem Artikel findet keine Diskussion statt. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen.
  Nach oben