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Geiselnehmer in Ulm hatte Soft-Air-Waffen bei sich und Machete in der Nähe

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Direkt am höchsten Kirchturm der Welt nimmt ein Mann mehrere Geiseln und löst einen riesigen Polizeieinsatz aus. Einsatzkräfte riegeln Teile der Innenstadt ab. Nach mehr als einer Stunde beenden Schüsse die Geiselnahme. Was bislang über den Fall bekannt ist.

von dpa und unserer Redaktion
Spezialeinsatzkräfte der Polizei sind am Freitagabend während der Geiselnahme am Münsterplatz im Einsatz.
Spezialeinsatzkräfte der Polizei sind am Freitagabend während der Geiselnahme am Münsterplatz im Einsatz.  Foto: Marius Bulling (dpa)

Der Geiselnehmer vom Münsterplatz in Ulm hatte täuschend echte Soft-Air-Waffen bei sich. In einer Tasche und in einem Wagen entdeckte die Polizei noch weitere Waffen, darunter Messer, Äxte sowie eine Machete. Die Hintergründe der Geiselnahme vom Freitagabend und das Motiv des 44-jährigen deutschen Tatverdächtigen sind noch unklar, hieß es in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag.

Der Mann hatte am Freitagabend sechs Menschen unter Vorhalt von Waffen über einen längeren Zeitraum in einem Lokal in seine Gewalt gebracht. Fünf ließ er gehen, mit einer Geisel blieb er zurück. Einsatzkräfte beendeten die Geiselnahme, als der Täter mit der verbliebenen Geisel das Lokal verließ – sie schossen auf den Mann und verletzten ihn schwer, die Geisel blieb unverletzt. Der Täter kam in ein Krankenhaus und wurde operiert.

Geiselnahme in Ulm: Ermittler prüfen, ob Beschuldigter vernehmungsfähig ist

"Die Ermittlungsbehörden prüfen derzeit mit den behandelnden Ärzten, ob der Beschuldigte vernehmungsfähig ist, damit er dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden kann", hieß es in der Mitteilung.

Der Geiselnehmer vom Münsterplatz in Ulm hatte Sicherheitskreisen zufolge zunächst sechs Menschen in seiner Gewalt. Das geht aus einem Lagebericht des Innenministeriums hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Fünf ließ er demnach dann wieder frei. Eine Geisel bedrohte er mit einer Schusswaffe und verlangte von der Polizei erschossen zu werden.

Der Täter wurde am Freitagabend durch Schüsse der Einsatzkräfte schwer verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde er operiert und ist außer Lebensgefahr. Das baden-württembergische Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.


Nach Geiselnahme am Ulmer Münster steht Suche nach Motiv im Fokus

Die Polizei ermittelt weiter zu den Hintergründen der Tat. Der Mann hatte am Freitagabend mehrere Menschen in einem Café mitten in der Ulmer Innenstadt als Geiseln genommen. Einsatzkräfte schossen auf den Mann und beendeten so die Geiselnahme. "Die Geiseln sind unverletzt geblieben", sagte Staatsanwalt Michael Bischofberger. Der Verdächtige sei verletzt worden und werde in einem Krankenhaus behandelt.

Das Motiv ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Der Verdächtige habe mit einer Geisel gegen 20.20 Uhr das Geschäft am Ulmer Münsterplatz verlassen, um zu flüchten. Dabei sei es zu den Schüssen der Polizei gekommen. "Wir gehen davon aus, dass der Täter bewaffnet war und eine erhebliche Gefahr von ihm ausging", sagte der Staatsanwalt.

Begonnen hatte die Geiselnahme laut Polizeiangaben gegen 18.45 Uhr. Die Beamten hatten wegen des Einsatzes den zentralen Münsterplatz in Ulm und die Zugänge dorthin gesperrt.

Geiselnehmer vom Ulmer Münsterplatz wollte sich vom SEK erschießen lassen

Der Geiselnehmer vom Ulmer Münsterplatz wurde nach dpa-Informationen schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter soll wohl bei der Bundeswehr gewesen sein, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Sicherheitskreise berichteten, der Täter habe wohl während der Geiselnahme angegeben, sich vom SEK erschießen lassen zu wollen.

Der Münsterplatz liegt im Herzen der 130 000-Einwohner-Stadt an der Donau, an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Das Münster hat den mit 161,53 Metern höchsten Kirchturm der Welt und ist das Wahrzeichen der Stadt.

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