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Grün-Rot stellt E-Autos ins Schaufenster

Regierung fördert Elektromobilität mit 50 Millionen Euro − Wettbewerbe im Blick

Von unserem Korrespondenten Peter Reinhardt
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Grün-Rot stellt E-Autos ins Schaufenster
Winfried Kretschmann Foto: dpa

Stuttgart - Die Landesregierung stellt 50 Millionen Euro für die Entwicklung der Elektromobilität bereit. "Das ist ein enormer Betrag in Zeiten der Haushaltskonsolidierung", betont Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Als ein Herzstück der der "Landesinitiative Elektromobilität II" stellt seine Staatsministerin Silke Krebs eine Mietautoflotte mit 500 Elektro-Smarts der Firma Daimler AG in Stuttgart vor. "Wer selbst gefahren oder mitgefahren ist, ist von der Technologie begeistert", schwärmt Krebs.

Die Entwicklung der Elektroautos blieb zuletzt hinter den Prognosen der Experten zurück. 10 000 batteriegetriebene Fahrzeuge hatte die Nationale Plattform Elektromobilität bis Ende des Jahres erwartet. Bis Ende Oktober war es gerade die Hälfte, und für November meldete das Kraftfahrtbundesamt die Zulassung von 83 reinen Elektrofahrzeugen bundesweit. Zuletzt musste Opel die Auslieferung seines hochgelobten E-Modells Ampera verschieben, nachdem es bei einem Schwestermodell in den USA zu Batteriebränden gekommen war.

Mietprojekte wie in Stuttgart könnten am ehesten für eine bessere Akzeptanz sorgen, glaubt Kretschmann. Er will "Stuttgart zum lebendigen Schaufenster für die Zukunft urbaner Mobilität machen". Mit Unterstützung des Energiekonzerns EnBW sollen 500 Ladestationen im Stadtgebiet aufgebaut werden. Mit drei Millionen Euro bezuschusst das Land den Aufbau der Infrastruktur. Der Start ist für nächstes Jahr geplant. Der Konzern mit dem Stern und die Stadt planen eine gemeinsame Bezahlkarte für die Elektro-Smarts und die städtischen Straßenbahnen.

Die Landesregierung sieht den Stuttgarter Großversuch als zentralen Baustein für die Bewerbung beim Bundeswettbewerb "Schaufenster Elektromobilität". 180 Millionen Euro sind ausgelobt, die unter drei bis fünf Regionen verteilt werden. Die Sieger sollen im April ermittelt werden. "Groß angelegte regionale Demonstrations- und Pilotprojekte" wünscht sich Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Krebs sieht gute Chancen für die Region Mittlerer Neckar: "Da machen uns andere nichts vor."

Ein Viertel der 50 Millionen Euro, die auf mehrere Jahre verteilt werden sollen, hat die grün-rote Regierung für den Kauf von Elektroautos reserviert. Es gehe nicht nur um Dienstfahrzeuge der Regierung, sondern auch um elektrisch betriebene Busse und Lieferfahrzeuge.

Bereits Anfang 2012 gibt das Bundesforschungsministerium den Sieger im Wettbewerb der Spitzencluster bekannt. Drei der elf Finalisten stammen aus Baden-Württemberg, darunter die Metropolregion Rhein-Neckar mit dem Energieprojekt StoRegio. Den Siegern winken 40 Millionen Euro.

CDU-Oppositionschef Peter Hauk warnt derweil die Regierung, "über der E-Mobilität die konventionelle Technik nicht zu vergessen".

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