Logistikpark Boxberg der Spedition Rüdinger: Start der Lagerlogistik

In Boxberg entstehen ab Mitte der 90er Jahre 13 Lagerhallen

Die erste Halle im Logistikpark Boxberg wurde 1995 erbaut. Fotos: Rüdinger

26.10.2020

Während seines Studiums der Verkehrsbetriebswirtschaft in Heilbronn Anfang der 80er Jahre kam Roland Rüdinger auch mit der aufstrebenden Sparte Lagerlogistik in Berührung und sah darin seine persönliche Chance: Mit einem Existenzgründerkapital aus gleichnamigem Sparprogramm des damaligen badenwürttembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth von 50 000 D-Mark, einem Existenzgründungsdarlehen und einem Grundstück in Boxberg zum Preis von 24 DM pro Quadratmeter, sollte es losgehen.

Der Bauplatz hatte die beachtliche Größe von 17 000 Quadratmetern Fläche. Beim Nachbarn Mühleck hatte Roland sich die Lagerhalle angeschaut und 1995 mit demselben Architekten eine ähnliche Halle erstellt. Nur großzügiger und wesentlich teurer.

2001 weihen Anja und Roland Rüdinger (2. u. 3.v.l.) die erste Kranhalle ein. Rechts im Bild: Johanna und Helmut Rüdinger. Ganz links: Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL. 
2001 weihen Anja und Roland Rüdinger (2. u. 3.v.l.) die erste Kranhalle ein. Rechts im Bild: Johanna und Helmut Rüdinger. Ganz links: Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL. 

Turbulenzen
Bei Einstieg in die Lagerlogistik wurden so einige Turbulenzen gemeistert. Mitten in der Bauphase der Halle meldete der zuständige Tiefbauunternehmer Konkurs an. Beim Richtfest war das Wetter so schlecht, dass die Veranstaltung abgebrochen werden musste. Der anwesende Ortsvorsteher hatte die Gäste inklusive Musikkapelle ins Dorfgemeinschaftshaus von Windischbuch eingeladen und so das Fest gerettet.

Die Vermarktung der Lagerhalle in „Badisch Sibirien“ war eine Herausforderung. Der erste Kunde lagerte hier Kunststoffkisten für Heimwerker. In der zweiten Saison war der Kunde kurz vor Auslieferung der 4000 Paletten an Aldi pleite. Es begann eine Zitterpartie, wie er wohl die Lagerkosten bezahlen könnte.

Erweiterung
Bei der zweiten Halle baute Roland Rüdinger einen Kran mit 32 Tonnen Tragfähigkeit ein. Sehr spät bemerkte er, dass dadurch die Fundamente wesentlich teurer wurden und er für den Kran einen extra Trafo benötigt. Weil man aus Fehlern lernt, baute er gleich eine zweite Kranhalle mit kleinerem 20-Tonnen-Kran. Inzwischen stehen im Logistikpark Boxberg 13 Lagerhallen, 25 Lageristen sind hier beschäftigt. Damit ist dieser Standort der größte und vielfältigste Logistikstandort in der Rüdinger-Welt.