Weihnachtlicher Glanz mit guter Umweltbilanz

Aus heimischem Anbau bieten Tanne, Fichte und Co. viele Vorteile gegenüber importierten Exemplaren

Kurzer Transport und frisch geschlagen: Tannenbäime aus der Region. Foto: dpa

Nie wurden so viele Weihnachtsbäume verkauft wie im vergangenen Jahr – und nie so früh: Die Corona-Pandemie und damit verbunden die zusätzliche Zeit, welche die Leute daheim verbrachten, beflügelten den Wunsch nach dem weihnachtlichen Grün.Rekordhoch Mehr als 30 Millionen Exemplare schmückten 2020 die heimischen Wohnzimmer der Republik – ein Rekordhoch. Für dieses Jahr erwarten die Erzeuger eine noch stärkere Nachfrage. Die lässt sich zwar nicht vollständig mit Eigenerzeugnissen decken (rund zwei Millionen Bäume werden jährlich hauptsächlich aus Dänemark und Georgien importiert), dennoch gibt es viele regionale Erzeuger, die nachhaltig und naturnah produzieren. Und dort zu kaufen, macht aus ökologischen Gesichtspunkten Sinn: Die Bäume sind frisch geschlagen und müssen keine weiten Wege hinter sich bringen, bevor sie daheim in weihnachtlichem Glanz erstrahlen.

Selbst dann, wenn die Tanne nicht aus einem zertifiziertem Öko-Anbau stamme, müssten sich Verbraucher um die Natur- und Klimafreundlichkeit des Baumes keine Gedanken machen, heißt es beim baden-württembergischen Verband natürlicher Weihnachtsbäume. Für eine gute Umweltbilanz müssten Tanne, Fichte und Co. noch nicht einmal aus dem Wald kommen. Auch die eigens dafür ausgewiesenen Schonungen würden nach strengen Nachhaltigkeitskriterien bewirtschaftet. Verbandsvorsitzender Benedikt Schneebecke versichert: „Der Weihnachtsbaumanbau steht im Einklang mit der Natur und schadet auch dem durch Wetterextreme und Käferbefall geschwächten Wald nicht. Denn in den Verkauf kommen Bäume aus Kulturen, die mit einer ausgeglichenen CO2-Bilanz immer wieder nachgepflanzt werden.“ Zudem seien Weihnachtsbaumkulturen ein wichtiger Ersatzlebensraum für bedrohte Tierarten der Agrarlandschaft.

Zehn Jahre Standzeit
Ein Hektar Weihnachtsbaumkultur filtert den Angaben zufolge während der üblichen zehn Jahre Standzeit, die das Bäumchen hinter sich bringt, bevor es gefällt wird und im Verkauf landet, bis zu 149 Tonnen CO2 aus der Luft und gibt ihr etwa 100 Tonnen Sauerstoff zurück. „Und wenn der Weihnachtsbaum nach dem Fest kompostiert oder verbrannt wird, gibt er nicht mehr Kohlenstoffdioxid ab, als er gespeichert hatte“, erklärt Schneebecke.

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Regionale Erzeuger verkaufen ihre Christbäume vielerorts. Foto: Archiv/Seidel

Zwar zählt bei Baumart, Größe und Wuchs immer der persönliche Geschmack, dennoch war bislang die Nordmanntanne bei den Verbrauchern am beliebtesten. Wegen ihres gleichmäßigen Wuchses, ihren sattgrünen Nadeln und ihrem angehmen Duft nimmt sie auf der Hitliste der beliebtesten Weihnachtsbäume die Spitzenposition ein – gefolgt von der Blaufichte.

Doch egal, für welchen Tannenbaum man sich auch entscheidet: Wer möchte, dass der besonders frisch bleibt, nicht nadelt und den Duft des Waldes über Weihnachten ins Wohnzimmer trägt, der sollte bei einem regionalen Erzeuger kaufen. Das ist umweltfreundlich und trägt zur Unterstützt kleiner und mittelständischer Bauern im Ländle bei.

Ulrike Kübelwirth