Tipps zu Wärmepumpen

Steigende Anforderungen bei der Montage und im Betrieb erhöhen zunehmend das Mängelrisiko

2021 wurden laut Deutscher Energie-Agentur (Dena) bundesweit rund 154 000 Wärmepumpen verbaut. Foto: Silas Stein/dpa

Immer mehr Hausbesitzer setzen bei der Sanierung auf Wärmepumpen für den Heizbetrieb und die Warmwasseraufbereitung. Trotz ausgereifter Technik besteht aufgrund steigender Anforderungen bei der Montage und im Betrieb allerdings ein hohes Mängelrisiko. Der Verein Bauherren-Schutzbund (BBS) hat wichtige Tipps zusammengestellt, mit deren Hilfe Wärmepumpen störungsfrei und effizient betrieben werden können.

Abstände Wird in ein bestehendes Reihenmittelhaus eine zumeist geeignete Luft-Wärmepumpe eingebaut, müssen die Abstandsregeln zu den Nachbargrundstücken eingehalten werden. Laut Musterbauordnung beträgt die Distanz drei Meter, sonst droht der Rückbau. Alternativ kann deshalb eine Split-Wärmepumpe zum Einsatz kommen.

Sperrzeit Üblicherweise richten Energieversorgungsinstute eine Sperrzeit ein, in der die Stromversorgung der Wärmepumpe, die günstigen Wärmepumpenstrom bezieht, abgeschaltet wird. Wenn die Heizleistung in der Zeit vor der planmäßigen Abschaltung nicht ausreicht, um die Räume zu beheizen, kann es schnell zu unerwünschten Temperaturabfällen kommen. Um sicher zu gehen, dass die benötigte Wärme weiterhin bereitgestellt wird, können zusätzlich ein Pufferspeicher oder ein elektrischer Heizstab installiert werden.

Geräuschbelästigung Überschreitet eine Wärmepumpe die für Wohngebiete zulässigen Grenzwerte, liegt eine Lärmbelästigung vor. Die Werte liegen tagsüber bei 50 dB (A) und nachts bei 35 dB (A). Auf die Einhaltung der Vorschriften muss der Heizungsinstallateur achten. Auch sollte bereits beim Kauf der Wärmepumpe auf eine möglichst geringe Geräuschentwicklung geachtet werden.

Untergrund Damit es beim Betrieb nicht zu störenden Schwingungen und „Begleitgeräuschen" kommt, sollten die Geräte gut vom tragenden Untergrund entkoppelt werden. Möglich machen dies Schwingungsdämpfer, die am Gerät befestigt werden und die Weiterleitung des Körperschalls unterbinden.

Grundwasseranalyse Für den optimalen Betrieb von Grundwasser- beziehungsweise Wasser-Wasser-Wärmesepumpen müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Diese betreffen die Qualität des Wassers, das möglichst eisen- und manganarm sein sollte, um schädliche Ablagerungen in der Anlage zu vermeiden. Auch die Höhe des Grundwasserspiegels ist wichtig: Bei Bohrungen tiefer als 20 Meter ist ein effizienter Betrieb meist nicht möglich.

Erdwärmepumpen Flächenkollektoren sollen unterhalb der Frostgrenze in 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe verlegt werden - wobei der Verlegeabstand in Abhängigkeit vom Rohrdurchmesser gewählt wird. red


Stromsparen via App

Wegen Energiekrise: Nachfrage nach Smart-Home-Anwendungen gestiegen

Die steigenden Kosten für Wärme und Strom treiben die Verwendung von SmartHome-Anwendungen an, mit denen sich die Energieeffizienz zu Hause steigern lässt. Ein Viertel der Menschen in Deutschland nutzt einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom zufolge bereits smarte Heizkörperthermostate. Im vergangenen Jahr waren es erst 17 Prozent und 15 Prozent 2020.

Steuerung Smarte Heizungs- und Warmwasser-Lösungen können beispielsweise erkennen, ob überhaupt jemand zu Hause ist, und die Temperaturen entsprechend regulieren. Sie regeln die Temperatur auch danach, ob gerade gelüftet wird oder nicht. Damit verbrauche die Heizung in der Regel deutlich weniger Energie als bei Steuerung von Hand.

Intelligente Heiz- und Kühltechnik lohnt sich dabei nicht nur für Hausbesitzerinnen und -besitzer. In Mietwohngen könnten smarte Thermostate mit wenigen Handgriffen installiert und beim Umzug einfach mitgenommen werden.

Intelligente Rollläden Auch im Hochsommer könne das Smarte Home beim Energiesparen helfen, sind Experten überzeugt, etwa durch intelligente Rollläden oder Markisen, die sich bei starker Sonneneinstrahlung automatisch herunterfahren und somit den Verbrauch einer Klimaanlage reduzieren. Ein Fünftel (21 Prozent) der Befragten setzen bereits smarte Rollläden oder Markisen ein, 2021 waren es noch 13 Prozent. Ebenfalls ein Fünftel (21 Prozent) nutzt smarte oder WLAN-Steckdosen, um einen ständigen Stand-by-Betrieb etwa des Fernsehers zu vermeiden.

Im Trend ,,Smart-Home-Technologien können einen ganz konkreten Beitrag dazu leisten, weniger Heizenergie Strom zu verbrauchen“, sagt und Bitkom-Präsident Achim Berg. Sie seien viel mehr als eine technische Spielerei.

Das zeigt auch ein Blick auf die gestiegene Nachfrage: Insgesamt haben 43 Prozent aller Menschen in Deutschland mindestens eine Smart-HomeAnwendung in ihren vier Wänden im Einsatz. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. 2020 waren es noch 37 Prozent und im Jahr 2018 nur 26 Prozent. SmartHome-Anwendungen sind ein inhaltlicher Schwerpunkt der in Berlin stattfindenden Technikmesse IFA. dpa