Mit Sicherheit gesund durch die Saison

So macht Gartenarbeit glücklich – und nicht krank

Gartenarbeit ist anstrengend. Damit sie nicht auf Knie und Rücken geht, kommt es auf die richtige Haltung an. Um den Rücken nicht zu belasten, sollte man nicht allzu lange gebückt werkeln. Fotos: dpa

23.04.2021

Gartenarbeit – das ist längst wissenschaftlich erwiesen – macht glücklich. Das Werkeln im Grünen wirkt entspannend, senkt den Blutdruck und lindert Schmerzen. Gartenarbeit kann aber auch krank machen. Schließlich ist buddeln, graben, zupfen, schneiden und bepflanzen nicht nur ganz schön anstrengend, es kann auch gefährlich sein.

Unfälle vermeiden
Rund 200 000 Unfälle pro Jahr verzeichnen Krankenkassen und Versicherer. Etwa dann, wenn der Fuß in die rotierenden Messer des Rasenmähers gerät oder Hobbygärtner von der wackeligen Leiter stürzen. Daneben geht die Arbeit im Beet auch ganz schön auf Rücken und Knie. Gerade zum Start in die neue Freilandsaison zwickt es und zwackt es ganz schön oft. Mit ein paar Tipps und Tricks lässt sich das aber vermeiden.

Nicht überfordern
Zunächst sollten Hobbygärtner sich nicht überfordern. Die nach dem Winter notwendige Arbeit muss nicht an einem Tag erledigt sein – schließlich ist der Garten auch morgen noch da. Und: Vor dem Griff zu Rechen und Hacke schaden auch ein paar Dehnübungen nichts – vor dem Joggen oder Sporteln sind diese ja auch eine Selbstverständlichkeit. Und Gartenarbeit ist Sport.

Grundsätzlich sollte es nie ohne Handschuhe ins Beet gehen. Das schützt vor Stich- und Schnittverletzungen. Feste Schuhe – am besten geschlossene mit Gummisohle – sollten ebenfalls bereit stehen. Sie schützen vor Verletzungen durch Gartengeräte und bieten einen festen Stand. Auch wenn es fröhlich wirkt – bunte Kleidung ist beim Werkeln an der Scholle genauso kontraproduktiv wie Parfüm und Deo. Darüber freuen sich Insekten in besonderer Weise. Bienen, Wespen und Schnaken macht die Kombination aus Duft und kräftiger Farbe erst richtig stich freudig.

Gut vorbereitet
Zur guten Vorbereitung gehört es auch, lange nicht genutzte Geräte – besonders elektrische – auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Das dient ebenso der Gesundheit wie die richtige Haltung. Bücken lässt sich beim Gärteln kaum vermeiden. Um den Rücken nicht zu überfordern, sollte man aber nicht allzu lange in gebeugter Haltung bleiben. Oft genügt es schon, die Gartengeräte mit einem Stiel zu versehen, der lang genug für das aufrechte Arbeiten ist. Außerdem darauf achten, dass man beim Bücken in die Knie geht und den Rücken möglichst aufrecht hält.

Apropos Knie: Weil auch sie wie der Rücken besonders belastet werden, kommt es auf die richtige Haltung an. Die wird mit speziellen Kniekissen oder Rollhockern unterstützt. Dabei nicht vergessen, den Oberkörper zu entlasten. Wer in der Hocke sein Beet bestellt, sollte mit einem Knie auf den Boden gehen und sich mit dem Unterarm am Oberschenkel abstützen. Das verschafft dem Rücken zusätzliche Stabilität. Gut arbeiten lässt es sich auch im Kniestand: Dabei mit einem Knie auf dem Kissen abstützen, den anderen Fuß vor dem Kissen aufstellen.

Karren verwenden
Schwere Sachen zu transportieren, das kennt ebenfalls jeder Hobbygärtner – und so mancher hat sich dabei schon einen Hexenschuss eingehandelt. Deshalb sollte man es sich so leicht wie möglich machen: Statt sie zu schleppen, lassen sich Säcke mit Erde, Torf oder Saatgut gut mit einer Schub- oder der Sackkarre transportieren. Und wenn es sich doch einmal nicht vermeiden lässt – beispielsweise beim Befüllen von Eimern mit Grünschnitt – nur so viel hineingeben, wie sich leicht tragen lässt. Dabei die Gefäße am besten immer nah am Körper halten, das entlastet den Rücken.

Pause machen
Auch Überkopfarbeiten wie das Schneiden von Hecken tun Rücken und Nacken alles andere als gut. Um schmerzhaften Verspannungen vorzubeugen, gilt es, auf Geräte zurückzugreifen, die möglichst leicht sind. Beim Kauf Elektroschere und Co. deshalb ruhig in die Hand nehmen.

Viele Unfälle passieren übrigens auch beim Arbeiten auf der Leiter. Sie muss einen festen Stand haben. Das trägt zur Risikominimierung bei. Wer sich dann noch ab und zu eine Pause gönnt, der kommt gesund durch die Gartensaison. Mit Sicherheit.

Ulrike Kübelwirth


„Mein Garten – mein Zuhause“

Das Monatsthema von Heilbronner Stimme, Hohenloher Zeitung und Kraichgau Stimme heißt im April „Mein Garten – Mein Zuhause“. Dies sind die Themen:

■ 24. April: Gemüse für Anfänger (Gartenseite), Eine Frau nutzt ihren Garten zur Selbstversorgung (Gartenseite)
■ 27. April: Schätze im botanischen Garten (Region)
■ 29. April: Der Experimentiergarten des Paul-Distelbarth-Gymnasiums (Region)
■ 30. April: So geht Biogärtnern (Gartenseite), Grüne Oasen der Heimateporter (Meine Heimat Magazin)