Reise durch die 1250-jährige Geschichte des Bad Friedrichshaller Stadtteils Untergriesheim

Untergriesheim blickt auf sein 1250-jähriges Bestehen zurück

1840 wurde die heutige Untergriesheimer Kirche St. Johannes Baptista unterhalb des Oberdorfes neu errichtet. Foto: privat

6.05.2021
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Am 16. April war es genau 1250 Jahre her, dass Untergriesheim im Lorscher Codex erwähnt wurde. Der Codex enthält insgesamt fünf Schenkungen zwischen den Jahren 767 und 790, die sich auf ein Dorf namens Griesheim beziehen. Dieser Ort, in der Schenkung vom 16. April 771 „Creizheim“ geschrieben, wird nur hier mit seiner genannten Lage im Jagstgau einwandfrei als der Bad Friedrichshaller Stadtteil Untergriesheim identifizierbar; in den anderen Fällen kann es sich auch um das benachbarte Obergriesheim handeln.

Der fränkische Edelfreie Nortman schenkte damals dem Kloster Lorsch zwei Morgen der Untergriesheimer Gemarkungsfläche. Das Dorf wurde vermutlich in fränkischer Zeit im fünften Jahrhundert gegründet.

Mutterkirche
Die früh im Oberdorf von Untergriesheim auf dem heutigen Friedhof errichtete Cäcilien-Kirche war im Mittelalter Mutterkirche für Hagenbach und Heuchlingen und bis 1713 auch für Tiefenbach und Höchstberg. Im hohen Mittelalter zählte Untergriesheim zum Reichsgut und unterstand der Reichsvogtei Wimpfen.

Tausch
Vom Kaiser bereits mehrfach verpfändet, übernahm 1362 der Erzbischof von Mainz die Pfandschaft. 1484 gelangte das Dorf durch Tausch an den Deutschen Orden. Grundbesitz im Ort hatten unter anderem das Stift Wimpfen, das Frauenkloster Billigheim, die Grecken von Kochendorf und das Kloster Comburg bei Schwäbisch Hall, dessen Besitz 1523 die Herren von Gemmingen übernahmen.

Die Kirche hatte bereits 1302 die Herren von Weinsberg als bischöflich-würzburgisches Lehen inne, sie war zeitweise an die Herren von Wittstatt verlehnt. In den 1440er Jahren gelangte sie an die Pfalzgrafen bei Rhein, die sie 1581 an den Deutschen Orden verkauften. 1805 kam Untergriesheim dann zum Kurfürstentum Württemberg. Bei der Umsetzung der Verwaltungsgliederung im 1806 neu gegründeten Königreich Württemberg wurde das Dorf dem Oberamt Neckarsulm zugeordnet.

Schulhaus
1840 wurde die heutige Kirche St. Johannes Baptista unterhalb des Oberdorfes neu errichtet; die alte Cäcilien-Kirche wurde fünf Jahre später abgebrochen. Schon 1752 besaß der Ort ein eigenes Schulhaus und 1789 auch ein Rathaus. 1860 erhielt der Flecken ein neues Rat- und Schulhaus, um 1870 folgte mit dem Bau der Eisenbahn der Bahnhof des Ortes.

Bei der Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Untergriesheim 1938 zum Landkreis Heilbronn. Am 1. Januar 1975 wurde Untergriesheim nach Bad Friedrichshall eingemeindet.

Freizeitwert
Aufgrund der landschaftlich reizvollen Lage im Jagsttal hat der Ort einen hohen Freizeitwert. Der Kocher-Jagst-Radweg führt an Untergriesheim vorbei. Es gibt einen Kindergarten und eine Grundschule sowie immer noch einen Bahnhof. Pandemiebedingt können in diesem Jahr keine Jubiläums-Feierlichkeiten stattfinden. Geplant ist, das Programm im Jahr 2022 nachzuholen – gefeiert wird dann „1250 Jahre plus eins“. sta
   


Freibad-Öffnung noch unklar

Aufgrund des derzeitigen Infektionsgeschehens ist nicht absehbar, wann die Freibadsaison in Bad Friedrichshall beginnen kann. Denn die aktuelle Corona-Verordnung lässt die Öffnung der Bäder momentan nicht zu. Stadtwerke und Stadt Bad Friedrichshall hoffen trotzdem auf den Juni und sind zuversichtlich, dann wie 2020 mit Hygienekonzept, Onlinebuchung der Eintrittstickets und begrenzter Besucherzahl öffnen zu können.

„Der Badebetrieb unter Corona-Auflagen hat funktioniert“, so Hanspeter Friede, kaufmännischer Werksleiter. Das Buchungssystem stehe, und man könne auf die Erfahrungen aus 2020 aufbauen. Gleiches gilt für das Hygienekonzept. Eine Öffnung des Solefreibades sei kurzfristig möglich, sobald die Auswinterung abgeschlossen sei.

Aufgrund des neuen Infektionsschutzgesetzes hängt die Freibad-Öffnung in diesem Jahr zusätzlich von der Inzidenz im Landkreis ab. Somit könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine verlässliche Aussage zur Öffnung des Solefreibades getroffen werden. sta