Neckarsulmer Stimme

Stadt ist seit 30 Jahren Pate: NECKARSULM Kirchweihtreffen der Budakesser Gemeinschaft

Beim 73. „Kiritog“: (von links) Angela Gorzawski, OB Steffen Hertwig, Maria Schönbrunn, LDU-Vorsitzender Joschi Ament, Klaus Schomann, Josef und Cornelia Pable, Maria Kaltwasser, Anita Krassman und Vorsitzender Franz Huber. Foto: snp
Beim 73. „Kiritog“: (von links) Angela Gorzawski, OB Steffen Hertwig, Maria Schönbrunn, LDU-Vorsitzender Joschi Ament, Klaus Schomann, Josef und Cornelia Pable, Maria Kaltwasser, Anita Krassman und Vorsitzender Franz Huber. Foto: snp
Vor 30 Jahren übernahm Neckarsulm die Patenschaft für die Budakesser Gemeinschaft und wurde damit zum festen Standort der Heimatvertriebenen aus der früheren deutschen Großgemeinde Wudigess, dem heutigen Budakeszi. Seitdem findet das traditionelle Kirchweihtreffen der Budakesser Gemeinschaft alljährlich in der Ballei statt. Beim 73. „Kiritog“ würdigte Oberbürgermeister Steffen Hertwig anlässlich des Jubiläums den Einsatz der Gemeinschaft für das Zusammenwachsen in Europa und die Städtepartnerschaft mit Budakeszi, die sich aus der Patenschaft entwickelte.

Direktbegegnen „Gerade angesichts zunehmender populistischer und nationalistischer Strömungen in Europa kommt den Städtepartnerschaften eine besondere Bedeutung zu. Sie bieten Menschen die Möglichkeit, sich direkt, freundschaftlich und ungezwungen zu begegnen.“ Um die bürgerschaftlichen Kontakte zu den Partnerstädten zu stärken, wurde im Juli ein neues Partnerschaftskomitee gegründet – mit Franz Huber, dem Vorsitzenden der Budakesser Gemeinschaft, als Kontaktperson für Budakeszi.

Die Budakesser Gemeinschaft widmet sich der Bewahrung und Pflege der Traditionen. „Die besondere Herausforderung besteht darin, die Traditionen in neuere Formate zu übersetzen, damit sie für die jüngere Generation greifbar werden.“ Zur Unterstützung bei dieser wichtigen Aufgabe übergab der OB einen Scheck über 1500 Euro.

Die Grüße des Bundespräsidiums sowie des Landes- und Bundesvorstandes der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) überbrachte der Landes- und Bundesvorsitzende Joschi Ament. Nach der Flucht aus der alten Heimat sei es ein „langwieriger Prozess“ gewesen, bis die Ungarndeutschen ihre „aufgezwungene neue Heimat“ nicht nur als vorübergehenden Aufenthaltsort akzeptiert hätten. „Diese Integration ist uns restlos gelungen“, versicherte er. „Durch die Patenschaft sind wir heimisch geworden, ohne zu vergessen, dass wir aus Ungarn kamen.“

An die Ursprünge der Patenschaft erinnerte Maria Schönbrunn, Ehrenmitglied der Budakesser Gemeinschaft und Zeitzeugin. Auf der Suche nach einem neuen größeren Veranstaltungsort für die Heimattreffen hatte sich der damalige Vorsitzende Hans Fritz 1988 an Oberbürgermeister Dr. Erhard Klotz gewandt. In der Bundesmustersiedlung Amorbach fanden viele Vertriebene aus Wudigess und dem Ofener Bergland eine neue Heimat, so dass Neckarsulm für die Ungarndeutschen die erste Adresse war. Als der Gemeinderat am 18. Mai 1988 beschloss, die Patenschaft zu übernehmen, habe sich die Budakesser Gemeinschaft sehr gefreut.

Am 1. September 1989 wurde dann die Urkunde in der Ballei unterzeichnet. Seitdem habe die Stadt stets ein offenes Ohr gehabt, betonte Schönbrunn.

Ehrungen Die Feier in der Ballei endete mit Ehrungen für die aus dem Vorstand ausgeschiedenen Mitglieder Anita Krassmann, Schriftführerin und Pressereferentin, sowie Beisitzerin Maria Kaltwasser. Als Zeichen der Anerkennung erhielten sie den österreichischen Maria-Theresia-Taler in Silber. Maria und Josef Pable wurden als Kassenprüfer für ihre langjährige Tätigkeit mit Präsenten geehrt. Pable war zudem lange Jahre stellvertretender Vorsitzender. Auch von Klaus Schomann verabschiedete sich Franz Huber. Der Haustechniker der Ballei geht in Kürze in den Ruhestand.

Musikalisch begleitet wurde das Kirchweihtreffen von den Schlossbergmusikanten Grombach. Sie trugen zur gelungenen Feier bei, auch wenn sich „die Reihen sichtbar gelichtet haben“, wie Joschi Ament bemerkte. In diesem Jahr fehlte die Delegation aus Budakeszi. Dort fand zeitgleich das zweite Bierfest mit Feuerwehrumzug statt. Die Grüße des Traditionsbewahrungsvereins übermittelte deshalb die frühere Direktorin des Ottokar-Prohaszka-Gymnasiums, Dr. Hilda Merkl-Körösné, schriftlich.

Die Brücke nach Budakeszi schlug auch ein neuer Reiseführer, den Franz Huber vorstellte. Der 176-seitige Band mit Kartenbeilage dokumentiert in Ungarisch, Deutsch und Englisch die Entwicklung von Budakeszi und seiner Bewohner in den vergangenen 70 Jahren. snp

Griechischer Filmabend

NECKARSULM Bei der Interkulturellen Woche in Neckarsulm lädt die Griechische Gemeinde zu einem Filmabend am Mittwoch, 2. Oktober, um 20 Uhr in ihr Gebäude Urbanstraße 6 ein. Gezeigt wird „Worlds apart – Die Liebe in drei Generationen“ von Christopher Papakaliatis. Dazu serviert die Griechische Gemeinde kleine landestypische Spezialitäten. Der Eintritt ist frei. Im Zentrum der packenden Geschichte stehen drei unterschiedliche Liebespaare aus drei Generationen. Über Grenzen und Generationen hinweg zeigt der Film die ungebrochene Kraft des antiken Liebesgottes Eros und erzählt zugleich von der Entfremdung im Geschäftsalltag. In Griechenland brachte die dreifache Lovestory über 700 000 Menschen ins Kino. snp

Besichtigung der Beil-Kelterei

NECKARSULM Anlässlich der Bundesgartenschau widmet sich die Veranstaltungsreihe der Kulturregion Heilbronner Land dem Thema „Pflanzkultur – was blüht und wächst bei uns“. Daran beteiligt sich auch die Firma Josef Beil Fruchtsaft. Sie lädt am Samstag, 12. Oktober, 10 Uhr, zur Betriebsbesichtigung ein (Treffpunkt: Obstannahme, Gottfried-Leibniz-Straße 9). Die Obstpressen in der Kelterei sind ebenso zu sehen wie die großen Safttanks und die Abfüllanlage. Es gibt eine Saftverkostung, Infos zum Unternehmen sowie zu Streuobstwiesen als Kulturgut, Pädagogik mit Kindern und Schülern, „Biodiversität“ in der Stadt und zu traditionellen Obstsorten. Dauer: anderthalb bis zwei Stunden. Gruppengröße: 15 bis 30 Personen. Die Teilnahme kostet fünf Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder bis 15 Jahre. snp

INFO Anmeldung
Bei Anja Beil
Telefon: 07132 38390
E-Mail an: info@beil-fruchtsaft.de

Wandertreff bei Kolping

NECKARSULM Der nächste Wandertreff der Kolpingsfamilie findet am Freitag, 27. September, statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Kolpinghaus. Nach einer geführten Route besteht die Möglichkeit der Einkehr. Gäste willkommen. Weitere Infos bei Jojo Eble, Telefonnummer 07132 81555. NSt

Lacher der Woche


Ein Ehepaar sitzt auf dem Balkon. Sie sieht verträumt in den Sonnenuntergang und säuselt romantisch: „Schatz, wie schön, die Grillen.“ Er blättert angenervt in seiner Sportzeitung und meint: „Ich riech‘ nix.“