Abschlussausstellung der „Papierstadt“ in Neckarsulm eröffnet

Kinder planen und bauen ihre eigene Stadt im Rahmen des Neckarsulmer Stadtjubiläums

Birgit Pfitzenmaier (links), stellvertretende Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung, überreichte den Förderscheck für das Projekt „Die Papierstadt“ an Oberbürgermeister Steffen Hertwig (rechts). Foto: snp

13.09.2021

NECKARSULM Die Stadt Neckarsulm feiert ihr 1250. Stadtjubiläum unter anderem mit Mitmachprojekten, um die ganze Bevölkerung am Jubiläumsprogramm zu beteiligen. An die jüngsten Einwohnerinnen und Einwohner richtete sich das Kinder-Kultur-Projekt „Die Papierstadt“, welches das Kinder-Jugend-Kultur Zentrum „Gleis 3“ in Zusammenarbeit mit der Mediathek Neckarsulm für Kinder von sechs bis zehn Jahren veranstaltete. Der Abschluss dieses kreativen Kulturprojekts wird jetzt mit einer Ausstellung gefeiert, die zeitgleich in der Mediathek in der Urbanstraße und im Gleis 3 am Bahnhofplatz zu sehen ist. „Im Jubiläumsjahr wollen wir nicht nur etwas für die Erwachsenen bieten, sondern auch für die jüngsten Neckarsulmerinnen und Neckarsulmer, weil ihr dazugehört und im Zentrum steht“, versicherte Oberbürgermeister Steffen Hertwig bei der Eröffnung der Ausstellung „Die Papierstadt“ im leerstehenden Ladengeschäft Urbanstraße 10, das derzeit vorübergehend von der Mediathek für Veranstaltungen genutzt wird.

Bis 2. Oktober
Die Ausstellung wird noch bis zum 2. Oktober in der Mediathek und im Gleis 3 gezeigt dokumentiert alle Arbeitsergebnisse, die im Rahmen des im Herbst 2020 gestarteten Jahresprojekts entstanden sind. Die Teilnehmer waren aufgerufen, ihre Stadt zu entdecken und mit eigenen Augen zu sehen.

So verwandelten sich Kinder in kleine Künstler, Architekten, Stadtplaner sowie Baudamen und -herren und formten eine Stadt aus Papier nach ihren eigenen Vorstellungen. „Ihr habt mit eurer Kreativität und eurem Ideenreichtum Gebäude so gebaut, wie sie euch gefallen und wie Sie euch wichtig sind“, bestätigte Steffen Hertwig. Entstanden sind fantasievolle Gebäude, Collagen, Foto-Forschungen, Kunst aus alten Büchern und fünf Trickfilme, die in Dauerschleife in der Mediathek gezeigt werden.

Die gestaltete Stadtlandschaft aus Papier und Pappe kann im Gleis 3 besichtigt werden. Anregungen und Ideen für Entdeckungstouren durch die Stadt lieferte das Stadt-Entdecker-Forscher-Heft, das im Rahmen des Jahresprojekts mit entwickelt wurde. Die Fotos, Skizzen, Entwürfe und Sammlungen, die die Kinder bei den Stadtsafaris angefertigt haben, sind ebenfalls Bestandteil der Abschlussausstellung.

Konzentrierte Arbeit
Bei einem Besuch eines Workshops im Gleis 3 wurde OB Hertwig selbst Zeuge, wie konzentriert die Kinder an ihren Stadtentwürfen arbeiteten. „Das ist ein wunderschönes Projekt, das wunderbar zu unserem Stadtjubiläum passt“, urteilte er. Der Oberbürgermeister dankte den kleinen Architekten, dass sie so viel Kreativität bewiesen haben und der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg für die Unterstützung.

Das Projekt „Die Papierstadt“ und das Stadt-Entdecker-Forscher-Heft werden gefördert durch die Stiftung Kinderland, eine Unterstiftung der Baden-Württemberg Stiftung und des Deutschen Kinderhilfswerks. Aus dem Förderprogramm Kinder & Kultur der Stiftung Kinderland erhält das städtische Kinder- und Jugendreferat einen Förderbetrag von 6800 Euro. Die stellvertretende Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung im Projektbereich und Abteilungsleiterin Gesellschaft & Kultur bei der Stiftung Kinderland, Birgit Pfitzenmaier, überreichte den symbolischen Scheck bei der Ausstellungseröffnung an OB Steffen Hertwig. „Das Geld, das die Stiftung Kinderland einsammelt, fließt eins zu eins in Projekte für Kinder und Familien“, erklärte Pfitzenmaier. Der Fördertopf „Kinder & Kultur“ ist eines von 40 Programmen der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg, die 2005 als Unterstiftung der Baden-Württemberg Stiftung, der früheren Landesstiftung, gegründet wurde. Insgesamt stehen 600 000 Euro an Fördermitteln im Fördertopf „Kinder & Kultur“ bereit.

Umsetzung
Verantwortlich für die Projektumsetzung und pädagogische Leitung war der Kunstpädagoge Achim Sauter vom Gleis 3. Damit er den Förderantrag stellen konnte, wurde er im Vorfeld des Jahresprojekts zum Koordinator Kinder & Kultur fortgebildet. In dieser Funktion kann Sauter Fördermittel für Nachfolgeprojekte beantragen. Obwohl die Kinder an der Papierstadt weiterarbeiten wollen, soll ein neues Jahresprojekt entwickelt werden. „So sollen die Kinder nachhaltig kulturelle Projekte umsetzen und mitgestalten“, kündigte Achim Sauter an. Er beglückwünschte die Teilnehmer des Jahresprojekts zu den tollen Ergebnissen, die trotz der Coronabedingt schwierigen Rahmenbedingungen entstanden sind. snp