Neckarsulmer Nabu-Projekt „Natur nah dran“: Mähen für die Artenvielfalt

NECKARSULM - „Natur nah dran“-Flächen erhalten zum Teil Pflegeschnitte

Gerade zu Anfang kann es nötig sein, eine blühende Wildblumenfläche abzumähen. Dadurch erhalten die Jungpflanzen von mehrjährigen Arten Platz und Licht zum Wachsen, weniger erwünschte Arten werden am Aussamen gehindert. Foto: Nabu

18.06.2021

Da blüht es gerade so schön und plötzlich werden die im Rahmen des Projekts „Natur nah dran“ extra für Wildbienen und Schmetterlinge angelegten Wildblumenwiesen, wie zum Beispiel die Pflanzfläche im Klostergraben an der Stadtmauer, abgemäht. Was auf den ersten Blick nach einem herben Widerspruch aussieht, ist in Wirklichkeit ein durchdachter Schritt hin zu mehr Artenvielfalt.

Licht und Platz
Ein früher Pflegeschnitt im ersten oder zweiten Jahr ist wichtig, damit die neu eingesäten und noch kleinen Wildblumen Licht und Platz zum Wachsen bekommen. Sonst werden sie von schnell wachsenden und weniger erwünschten Pflanzen wie Gänsefuß, Hühnerhirse, Weißklee oder Löwenzahn überwuchert“, sagt Artenschutzreferent Martin Klatt vom Nabu Baden-Württemberg. „Wenn man ganz genau hinschaut, sieht man am Boden schon die Jungpflanzen von Wegwarte, Margerite oder Salbei. Diese können jetzt wachsen und wir freuen uns auf eine weitere Blüte im Spätsommer.“ In den nächsten Jahren ist dann meist eine ein- oder zweimalige Mahd ausreichend, nachdem die Wildblumen ausgesamt haben.

Geduld „Die im Projekt angelegten Biotope benötigen anfangs etwas Geduld und Pflege, um sich zu entwickeln. Interessant ist auch, dass sie sich im Laufe der ersten Jahre immer weiter verändern“, erklärt Martin Klatt. „Blühen etwa anfangs noch viele einjährige Pflanzen wie Mohn, Leimkraut oder Lein, etabliert sich mit der richtigen Pflege über die Jahre eine stabile Pflanzengemeinschaft mit mehrjährigen Arten wie Wiesen-Witwenblumen, Wiesen-Glockenblumen oder Wiesen-Flockenblumen – das macht die Flächen als Lebensraum so attraktiv für Insekten und andere Tiere.“

Ende April nahmen an dem Projekt beteiligte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und des Amtes für Stadtentwicklung und Gebäudewirtschaft an einem „Natur nah dran“-Webinar teil. Dabei trafen sich die 15 Kommunen, die 2020 an dem Nabu-Projekt teilgenommen hatten online, um gemeinsam und unter Anleitung des Naturgartenplaners Dr. Reinhard Witt die Entwicklung der Flächen und die weitere Pflege zu besprechen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen hatten dazu im Vorfeld Fotos von ihren umgestalteten Grünflächen eingereicht.

Drei Flächen
In Neckarsulm wurden drei Flächen mit insgesamt 8200 Quadratmetern umgestaltet und mit heimischen Wildpflanzen bestückt: der Klostergraben („Knapps Garten“) an der Stadtmauer zwischen Binswanger Straße und Lammgasse, der Sulmpark zwischen der Saarstraße und dem Mühlweg einschließlich des Interims-Parkplatzes „Aquatoll“ am Wilfenseeweg und der Grünzug zwischen der Heidelberger Straße und der Harzstraße („Neuberg 4“). snp

Bodendiversität

Das Nabu-Projekt „Natur nah dran“ wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Weitere Informationen: www.naturnahdran.de.snp

Einladung zum runden Tisch

PROJEKT Das Handlungsfeld 2 des „Internationalen Gremiums für Neckarsulmer – miteinander, füreinander“ hat zusammen mit der Agentur für Arbeit Heilbronn den Runden Tisch „Berufliche Qualifikation und Arbeitsmarkt“ ins Leben gerufen. Mit diesem Thema befasst sich das gleichnamige Handlungsfeld 2 des Internationalen Gremiums, das den runden Tisch mit initiiert hat. Mit diesem neuen Projekt möchte das Handlungsfeld dazu beitragen, dass die Qualifizierung als Chance im beruflichen Umfeld genutzt und so die Integration gefördert wird. Als erste Veranstaltung im Rahmen des neuen Formats findet ein Online-Informationsabend zum Thema „Fördermöglichkeiten im Bereich der Weiterbildung“ am Mittwoch, 23. Juni, um 17 Uhr statt. Die Veranstaltung richtet sich an Arbeitgeber und zeigt unter anderem Möglichkeiten auf, Mitarbeiter zu qualifizieren und weiterzubilden, auch wenn sie nicht über alle erforderlichen Voraussetzungen verfügen. Diese und andere Fragen zum Thema beantwortet der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Heilbronn. Informationen gibt es auch zu möglichen finanziellen Unterstützungen für Weiterbildungsangebote und den Förderinstrumenten im Rahmen der Qualifizierungsoffensive.

Die Veranstaltung findet als Online-Konferenz statt. Teilnehmer melden sich per E-Mail: internationales- gremium@neckarsulm.de an. Der Teilnahme-Link wird dann per E-Mail verschickt. Rückfragen unter Telefon 07132 35218. snp