Geriatrische Rehaklinik im Gesundheitszentrum Brackenheim: Menschen wieder auf die Beine helfen

In der Geriatrischen Rehaklinik legt Chefarzt Dr. Alexander Kugler Wert auf ganzheitliche Behandlung

Hell und großzügig sind die Räumlichkeiten der Geriatrischen Rehaklinik im Gesundheitszentrum Brackenheim. Chefarzt Dr. Alexander Kugler führte vor der Eröffnung durch das Haus. Fotos: Christina Kunz

12.10.2020
Deutsches Rotes Kreuz

Wer hier herkommt, hat nicht selten die 80 weit überschritten. „Die Patienten werden immer älter“, sagt Dr. Alexander Kugler, Chefarzt der Geriatrischen Rehaklinik von SLK in Brackenheim. Die meisten haben ohnehin schon mehrere Diagnosen, kommt dann vielleicht ein Knochenbruch oder eine schwere Krankheit hinzu, sind sie im Anschluss an die akute Behandlung ein Fall für die Reha. „Unsere Aufgabe ist es, die alten Menschen wieder auf die Beine zu bringen“, sagt Kugler.

Wachsender Bedarf
Den wachsenden Bedarf in Sachen geriatrischer Reha haben auch die Verantwortlichen von SLK, Stadt und Landkreis Heilbronn gesehen. Im neuen Gesundheitszentrum verfügt die Klinik über 57 statt früher 39 Betten. Die Rehabilitanden kommen vor allem aus den drei SLK-Akutkliniken am Gesundbrunnen in Heilbronn, am Plattenwald in Bad Friedrichshall und aus der Lungenklinik Löwenstein.

Rund drei Wochen bleiben die Patienten in der Regel in der Geriatrischen Rehaklinik, im Einzelfall ist eine Verlängerung möglich. Alles hier ist hell: Die Krankenzimmer – bis auf drei sind alle Doppelzimmer – verfügen über große Fenster und sind mit TV-Gerät und einem Telefon an jedem Bett ausgestattet. Alle haben ein eigenes Bad mit barrierefreier Dusche, unterfahrbarem Waschbecken und kippbarem Spiegel. Wenn die Pandemie vorüber ist, können die Mahlzeiten im lichtdurchfluteten Speisesaal eingenommen werden. „Da kann man sich auch außerhalb der Essenszeiten aufhalten und miteinander ins Gespräch kommen“, erklärt Kugler.
 

Jedes Patientenzimmer in der Geriatrischen Rehaklinik verfügt über ein eigenes Bad mit barrierefreier Dusche, unterfahrbarem Waschbecken und Toilette.
Jedes Patientenzimmer in der Geriatrischen Rehaklinik verfügt über ein eigenes Bad mit barrierefreier Dusche, unterfahrbarem Waschbecken und Toilette.

Für den Chefarzt stellt der Neubau „eine deutliche Verbesserung“ dar. So liegen jetzt alle Krankenzimmer sowie die Räume für Ergo- und Physiotherapie auf der gleichen Ebene – das erleichtert die Arbeit für das Pflegepersonal und sorgt für kurze Wege und mehr Effizienz.

Wichtig ist Kugler ein ganzheitliches Behandlungskonzept. „Individuell patientenzentriertes Arbeiten – das ist unsere Stärke“, betont der Chefarzt. Die geriatrische Eingangsuntersuchung umfasst Körper und Geist ebenso wie die Gemütslage, das soziale Umfeld, die häusliche Situation, weitere Erkrankungen und Therapien. Darauf aufbauend wird ein Behandlungskonzept erarbeitet, das auch die Beratung für die Zeit nach der Reha mit einschließt.

Zuversicht
Manche Patienten, weiß Kugler, „sind wirklich in einem tiefen Loch. Mein Herzblut hängt daran, sie wieder zu ermutigen, ihnen Hoffnung und Zuversicht zu geben.“ Und so sei es jedes Mal ein erfüllender Moment, „wenn ein bettlägriger Mensch gekommen ist und dann wieder selbstständig nach Hause gehen darf“. Von unserer Redakteurin Renate Dilchert

Zur Person

Seit dem 1. Juni 2020 ist Dr. Alexander Kugler (48) als Nachfolger von Dr. Gottfried Sellinger Chefarzt der Geriatrischen Rehabilitationsklinik Brackenheim. Nach Abschluss seines Studiums an der Uni Tübingen durchlief Kugler Stationen an verschiedenen Krankenhäusern. 2007 kam er ans SLK-Klinikum am Plattenwald, ab 2013 war er Oberarzt in Brackenheim. red