Denkwürdigen Tag in Weimar verbracht

Wie eine Fußballmannschaft der Sportvereinigung vor 60 Jahren den Mauerbau erlebte

Vor dem Spiel am Tag des Mauerbaus in Weimar erfolgte der Wimpeltausch durch den Neckarsulmer Kapitän Eugen Lieb (Bildmitte blaues Trikot). Foto: privat

NECKARSULM Am heutigen Freitag, 13. August, jährt sich der Tag des Mauerbaus zum 60. Mal. Mehr als 28 Jahre begrenzte sie die Westsektoren Berlins und den Ostteil der Stadt sowie die Deutsche Demokratischen Republik (DDR).Gegenbesuch Den denkwürdigen Tag erlebte die erste Fußballmannschaft der ehemaligen Sportvereinigung Neckarsulm (SVN) in der thüringischen Goethestadt Weimar. Bevor der „antifaschistische Schutzwall“ damals die Beziehungen zwischen Ost und West für lange Zeit beendete, pflegten Abteilungen der SVN Kontakte zu DDR-Vereinen. So kam es, dass bereits zu Ostern 1959 das Team von Motor Weimar in Neckarsulm zu Gast war. Der Amateur-Zweitligist trennte sich damals mit einem 3:3 von den in der zweiten DDR-Liga spielenden Gästen. Der Gegenbesuch fiel dann auf jenen denkwürdigen 13. August 1961.Von den historischen Vorgängen bekamen die Neckarsulmer zunächst nichts mit – außer, dass sie Schwierigkeiten an der Grenze hatten. Dort sollte nämlich Uli Weinreich, dem späteren Jugendleiter der SVN, die Einreise verweigert werden, weil er einige Zeit zuvor die DDR verlassen hatte.Doch Funktionäre von Motor Weimar, die zum Empfang der Unterländer Gäste an der Grenze gewartet hatten, schalteten sich ein – und die gesamte Mannschaft durfte weiterfahren. In Weimar selbst wurden die Spieler Stapf*, Frank*, Fetzer*, Kranner*, Lieb, Hönnige, Schreiber, Werner*, Maul, Heinemann*, Allin, Huspenina* und Zorn* (* = inzwischen verstorben) freundschaftlich aufgenommen und betreut.Höhepunkt Sportlicher Höhepunkt des Besuchs war das Fußballspiel, das vor 1500 Zuschauern mit 5:4 für die SVN endete. Von den Gastgebern wurde den Neckarsulmern ein taktisch gutes Spiel, konditionelle Fitness und eine solide Leistung bescheinigt. Für die Unterländer Kicker gab es vor Ort auch Ausflüge – unter anderem einen Besuch des in der Nähe liegenden ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald.Karl-Heinz Leitz

Öffentliche Stadtführung

NECKARSULM Die Stadt veranstaltet wieder regelmäßig öffentliche Führungen zur Geschichte Neckarsulms. Der nächste geführte Rundgang findet am Sonntag, 5. September, um 14 Uhr statt. Start ist am Marktplatzbrunnen. Wegen der Corona- Beschränkungen ist eine Anmeldung erforderlich – und zwar bis spätestens Mittwoch, 1. September, per E-Mail (bbn@neckarsulm.de). Mitzuteilen sind Namen und Anschrift der teilnehmenden Personen. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn begrenzt. Unkostenbeitrag: vier Euro pro Person. Kinder unter zehn Jahren können kostenfrei teilnehmen. Da das Geld zu Beginn der Führung eingesammelt wird, werden Teilnehmer gebeten, den Betrag passend mitzubringen. snp