Neckarsulmer Stimme

Bürgerentscheid zu B27 knapp gescheitert: NECKARSULM Anschlussgegner erzielen Mehrheit, verfehlen aber Abstimmungsquorum knapp

Der Bürgerentscheid ist gescheitert: Die erforderliche Mehrheit von mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten wurde knapp verfehlt. Foto: Dennis Mugker
Der Bürgerentscheid ist gescheitert: Die erforderliche Mehrheit von mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten wurde knapp verfehlt. Foto: Dennis Mugker
Der Bürgerentscheid zum B27-Anschluss Binswanger Straße in Neckarsulm ist knapp gescheitert. Beim Urnengang am vergangenen Sonntag sprachen sich zwar 57,39 Prozent der Abstimmenden gegen den Anschluss aus. Die erforderliche Mehrheit von mindestens 20 Prozent der Neckarsulmer Wahlberechtigten wurde jedoch knapp verfehlt.

Gemeinderatentscheidet Für das gesetzlich vorgeschriebene Quorum hätten sich mindestens 3807 Abstimmende gegen den Anschluss entscheiden müssen. Tatsächlich wurden 3728 ablehnende Stimmen gezählt. Jetzt entscheidet der Gemeinderat über den Bau des zusätzlichen Anschlusses der B27 an die Binswanger Straße. Für den Bau des Anschlusses votierten 2768 Abstimmende. Dies entspricht einem Stimmenanteil von 42,61 Prozent. Von den 19 032 Stimmberechtigten nahmen 6509 Wählerinnen und Wähler an dem ersten Bürgerentscheid in der Neckarsulmer Stadtgeschichte teil. Damit betrug die Wahlbeteiligung 34,2 Prozent. „Ich hätte mir gewünscht, dass das Quorum erfüllt wird und wir ein klares Ergebnis bekommen“, erklärte Steffen Hertwig kurz nach der Wahl. „Die Quorumregelung ist aber richtig und wichtig, um ein repräsentatives Bild zu erhalten.“ Wie der OB ankündigte, wird der Gemeinderat am Dienstag, 8. Oktober, 18 Uhr, in einer öffentlichen Sondersitzung endgültig über den B27-Anschluss entscheiden.

„Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft müssen nun gemeinsam an den Themen weiterarbeiten, die wir im Vorfeld des Bürgerentscheids mit diskutiert haben“, bekräftigte Hertwig. „Mobilität und Klimaschutz spielen auch im Leitbild der Stadt Neckarsulm eine wichtige Rolle. Wir verfolgen alle das gleiche Ziel: den motorisierten Individualverkehr so weit wie möglich zu reduzieren.“ In einer Umsetzungswerkstatt Anfang 2020 werde die Stadt mit den Bürgern herausarbeiten, wie das Leitbild mit Leben gefüllt werden könne.

Befürchten und hoffen Grüne und Freie Wähler, die das Bauwerk ablehnen, hoffen, dass weitere Stadträte dem Wählerwillen folgen und sich dagegen aussprechen. Beide Fraktionen befürchten, dass es anders kommt. snp/red


Kulturelle und kulinarische Vielfalt entdecken

Internationales Fest mit buntem Programm am kommenden Sonntag auf dem Marktplatz

NECKARSULM Kulturelle Vielfalt entdecken, miteinander ins Gespräch können und internationale Spezialitäten probieren – das alles ist beim Internationalen Fest am Sonntag, 29. September, von 11 bis 18 Uhr auf dem Marktplatz möglich. Das Fest ist Teil der Interkulturellen Woche, die bis zum 3. Oktober stattfindet.

Die Integrationsbeauftragte der Stadt, Julia Bruns, eröffnet das Fest um 11 Uhr. Anschließend gibt es Musik, Tanz und Folklore auf der Marktplatzbühne. Um 15 Uhr begrüßt der erste ehrenamtliche Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Eberhard Jochim, die Besucher.

Zu den Mitwirkenden gehören lettische, griechische und bosnische Tanzgruppen, die Formations Dance Magic, Chöre, Zumbatänzer und die Kita Klostergraben. Höhepunkt des Bühnenprogramms ist der Auftritt der Rap- und Soul-Band Rahî aus dem Raum Heilbronn/Stuttgart um 17.30 Uhr. Um die kleinen Besucher kümmert sich der CVJM Neckarsulm. Zudem steht eine Hüpfburg bereit.

Auf dem Marktplatz zu betrachten ist die Neckarsulmer Gebetsmühle, als Symbol für ein friedliches Miteinander. Als weitere Kunstobjekte zum Anfassen werden die Neckarsulmer Stühle der Kampagne „Platz für Asyl in Europa“ ausgestellt. Gegen eine Spende können sich Besucher ihren Lieblingsstuhl aussuchen und mit heim nehmen.

Zudem bietet das Fest eine kulinarische Weltreise. Elf Gruppen bewirten mit Gerichten aus der deutschen, europäischen und nahöstlichen Küche. Dazu gibt es rumänisches und lettisches Bier, Cocktails aus Lettland und türkischen Tee. Die Polizei und die Projektgruppe des Interkulturellen Gartens Bunte Flora sind mit Infoständen dabei.

Wegen der Aufbauarbeiten für das Fest findet der Wochenmarkt am Samstag, 28. September, auf dem Kolpingparkdeck statt. Das Parkdeck ist deshalb am Markttag von 6 bis 15 Uhr voll gesperrt. snp

Stadt bittet Müllsünder künftig stärker zur Kasse

Appelle haben nicht gefruchtet – Erhöhtes Bußgeld von 70 Euro gilt ab 1. Oktober für kleine wie große Vergehen

NECKARSULM Die Stadt Neckarsulm geht jetzt mit höheren Bußgeldern gegen Müllsünden aller Art vor. Nachdem die wiederholten Appelle an die Bürgerinnen und Bürger, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen und achtsam mit der Umwelt umzugehen, erfolglos geblieben sind, reagiert die Verwaltung jetzt mit deutlich erhöhten Geldbußen. Zudem wurden Schwerpunktkontrollen angekündigt.

Ab 1. Oktober werden alle Abfallvergehen mit einem einheitlichen Bußgeld in Höhe von 70 Euro geahndet. Dieser Satz gilt für kleine wie große Müllsünden. Mit dieser Neuregelung folgt Neckarsulm der Praxis in anderen Kommunen, wo zum Teil noch höhere Bußgelder verhängt werden. Für das achtlose Wegwerfen von Kaugummis, Zigarettenkippen, Verpackungen, Schachteln, Dosen und dergleichen galt bislang ein Verwarngeld von 35 Euro. Künftig wird das Wegwerfen solcher Kleinabfälle mit einem Bußgeld in doppelter Höhe bestraft.

Schwerpunktaktionen Das gleiche gilt für das Spucken und Urinieren im öffentlichen Raum, liegen gelassene Hundekothaufen oder das Ausleeren von Aschenbechern. Auch wer die öffentlichen Abfallbehälter missbraucht, um dort seinen Hausmüll illegal zu entsorgen, wird mit 70 Euro zur Kasse gebeten.

Der gleiche Betrag wird für das illegale Ablagern von Müll an Containerstandorten fällig. Gerade dort türmten sich in jüngster Zeit wilde Müllkippen aus Hausmüll, Kartonagen, Altpapier oder Glas.

In gleicher Weise werden Verstöße gegen die Sperrmüllregeln behandelt. Wer seinen Sperrmüll Tage oder Wochen vor dem mitgeteilten Abfuhrtermin oder womöglich ganz ohne Anmeldung herausstellt, muss den neuen erhöhten Bußgeldbetrag zahlen. Bei Sperrmüllvergehen muss der Verursacher zusätzlich die Entsorgungskosten tragen. Anlässlich der Neuregelung richtet der städtische Vollzugsdienst in den kommenden Monaten ein besonderes Augenmerk auf Müllsünder. Bei Schwerpunktaktionen werden vor allem die Containerplätze verstärkt kontrolliert. Damit sich ertappte Müllsünder nicht herausreden können, weist die Stadt ein weiteres Mal auf die klaren Regeln bei der Müllentsorgung hin.

Gutscheine Hausmüll darf grundsätzlich nur in der eigenen Restmülltonne entsorgt werden. Die öffentlichen Abfalleimer sind nur für Kleinmüll bestimmt. Mülltüten aus Privathaushalten dürfen dort weder hineingestopft noch abgelegt werden. Sperrmüll sollte erst am Vortag, idealerweise am Vorabend des Abfuhrtermins herausgestellt werden.

Je länger der Müll an der Straße steht, umso höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Sperrmüllgegenstände oder gar Restmüll einfach dazu gestellt werden. Es werden aber nur Gegenstände mitgenommen, die zuvor auch auf den Sperrmüllgutscheinen angemeldet wurden. Die Gutscheine sind den Abfallkalendern beigefügt, die im Bürgerbüro im Rathaus beziehungsweise in den Verwaltungsstellen in den Stadtteilen kostenlos erhältlich sind. snp

Großer Bahnhof für Teamchef der Sport-Senioren

Empfang zum 90. Geburtstag von Bruno Krämer in der Ballei

Oberbürgermeister Steffen Hertwig überreicht „dem Macher“ Bruno Krämer ein Präsent zu dessen 90. Geburtstag. Foto: Karl-Heinz Leitz
Oberbürgermeister Steffen Hertwig überreicht „dem Macher“ Bruno Krämer ein Präsent zu dessen 90. Geburtstag. Foto: Karl-Heinz Leitz
Von Karl-Heinz Leitz

NECKARSULM Der Senioren-Beauftragte der Neckarsulmer Sport-Union Bruno Krämer, erlebte vergangenen Sonntag einen großen Bahnhof: Anlässlich seines 90. Geburtstags fand in der Ballei eine Matinée-Veranstaltung statt.

Freundeund Weggefährten Zahlreiche Freunde, Sportkameraden, Weggefährten aus seinem früheren Berufsleben und Familienmitglieder gaben sich dort ein Stelldichein. Unter den Gratulanten waren auch Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig sowie der Vereinsvorstand und der Geschäftsführer der Sport-Union. Bei sprichwörtlichem „Krämerwetter“ startete der Gratulationsmarathon beim Sektempfang für geladene Gäste auf der Ballei-Terrasse. Danach hatte der vitale 90er zur Feier ins Deutschherrenzimmer gebeten.

Bei seiner Begrüßung brachte Krämer seine große Freude darüber zum Ausdruck, dass so viele Freunde und Weggefährten seiner Einladung gefolgt waren. Danach blickte er kurz auf Stationen seines Lebens und Erlebnisse mit der Familie zurück. Ein Rückblick, der mit dem Dank an seine Frau Edith endete, die ihm seit Jahrzehnten zur Seite steht.

In seinem Grußwort lobte Oberbürgermeister Steffen Hertwig den rührigen Senioren-Teamchef der Sport-Union als „Macher“. Im Auftrag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann überreichte das Stadtoberhaupt das Glückwunschschreiben zum 90. Geburtstag. Mit Gesang, Musik und Programmbeiträgen der Familie wurde die Feier zum unterhaltsamen Nachmittag.

Noch immer aktiv Geburtstagskind Bruno Krämer, seit 70 Jahren Vereinsmitglied, ist noch immer für die Sport-Union aktiv. Schon vor 15 Jahren übernahm er das wichtige Amt des Senioren-Beauftragten. Seitdem organisiert er im Jahresverlauf für die älteren Sport-Unionler ein attraktives Veranstaltungs-Angebot, das sich eines immer größer werdenden Zuspruchs erfreut.