B27: Alternativroute wird bei der Klausurtagung des Neckarsulmer Gemeinderats im Okober neu bearbeitet

NECKARSULM - Gemeinderat behandelt Thema Verkehr bei Klausurtagung – Entscheidung fällt im Oktober

Mit dem B27-Anschluss Binswanger Straße wird sich der Gemeinderat bei einer Klausurtagung beschäftigen. Die Entscheidung soll im Oktober fallen.Foto: Archiv/Seidel

In der letzten Sondersitzung des Gemeinderates zum B27-Anschluss „Binswanger Straße“ haben Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Neckarsulm in einer gemeinsamen Initiative die Abkehr von diesem seit 20 Jahren geplanten Großbauprojekt angekündigt. Oberbürgermeister Steffen Hertwig hatte den Anstoß zu diesem Kurswechsel gegeben. Der Gemeinderat wird im Oktober in öffentlicher Sitzung abschließend über das Projekt beraten und darüber entscheiden. Trotz dieser Richtungsänderung wurde der B27-Anschluss in der Sondersitzung nochmals thematisiert. Die Sitzungsunterlagen und die Präsentation der Fachingenieure sind unter www.neckarsulm.de/Unser Nekarsulm/Mobilität/Anschluss B27 online abrufbar.Ergänzende Untersuchung Die Verwaltung beantwortete Fragen des Gemeinderates und einen interfraktionellen Antrag. Auf diesen Antrag hin hatte die Verwaltung dazu eine ergänzende Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben.Dem interfraktionellen Antrag entsprechend wurde das Büro BS Ingenieure aus Ludwigsburg mit der ergänzenden Verkehrsuntersuchung zur Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte des geplanten B27-Anschlusses beauftragt. Bei den Leistungsfähigkeitsberechnungen wurde die Strukturentwicklung im Stadtgebiet Neckarsulm und in den umliegenden Kommunen zugrunde gelegt. In der Vorentwurfsplanung ist ein Zuwachs von 4035 Beschäftigten bis 2030 berücksichtigt. Mit eingeplant sind darüber hinaus unter anderem auch der Schwarz Projekt Campus in Bad Friedrichshall mit etwa 5000 Beschäftigten sowie die Ansiedlung der Bäckerei Härdtner GmbH im Linken Tal mit etwa 200 Beschäftigten.

Funktionsfähige Lösungen
Ermittelt werden sollten auch „Kipp-Punkte“ für einzelne Verkehrsströme im Sinne einer maximal möglichen Belastung. Da eine solche Untersuchung in der Verkehrsplanung unüblich und nicht zielführend ist, hat das beauftragte Ingenieurbüro stattdessen zusätzliche Entwicklungsstufen in den Gewerbegebieten berechnet. Dabei stellten die Gutachter fest, dass keine weiteren Entwicklungen im Linken Tal und im Gewerbegebiet „Straßenäcker II“ über die Ansiedlung der Bäckerei Härdtner hinaus möglich sind. Bereits bei der ersten angenommenen Entwicklungsstufe (plus 1080 Beschäftigte) wäre der Knotenpunkt Robert-Mayer-Straße nicht mehr leistungsfähig genug und der gesamte Anschluss damit nicht mehr genehmigungsfähig. „Wir wollen beweisen, dass wir als Verwaltung fachlich korrekt gehandelt und funktionsfähige Lösungen erarbeitet haben“, bekräftigte Steffen Hertwig. Beantwortet wurden auch Fragen zu den Fahrtbeziehungen, die am B27-Anschluss und am Knotenpunkt Binswanger Straße/Robert-Mayer-Straße/verlegter Mühlweg nicht hergestellt werden können und daher entfallen.

Weitere Themenschwerpunkte waren die Verkehrsführung für Notverkehre, die Verkehrsentlastung durch den Anschluss in bestimmten Straßen und in der Innenstadt sowie die Leistungsfähigkeit des Anschlusses einschließlich der integrierten Knotenpunkte laut Vorentwurfsplanung. Im Ergebnis stellten die beauftragten Fachingenieure fest, dass der B27-Anschluss die Qualitätsstufe „D“, die vom Bund für Neubaumaßnahmen gefordert wird, erreicht und damit „ausreichend“ leistungsfähig ist.

Endgültige Abkehr
Mit der endgültigen Abkehr vom B27-Anschluss werden jetzt Ersatzlösungen notwendig. „Statt der zentralen großen Lösung müssen wir jetzt auf ein alternatives, verträglicheres Maßnahmenbündel setzen, um die Innenstadt vom Verkehr zu entlasten“, erklärte OB Hertwig. Eine solche Alternativlösung hatte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bereich Wilfenseeweg angeregt. In einem Modellversuch sollte der ortsfremde Verkehr über die Route Mühlweg, Wilfenseeweg und Gymnasiumstraße umgeleitet werden. Angesichts des vom Gemeinderat mehrheitlich befürworteten Verzichts auf den Anschluss, zog Fraktionsvorsitzender Dr. Stefan Müller die Anregung seiner Fraktion zurück. Der entsprechende Tagesordnungspunkt wurde vertagt. snp

Krimikomödie bei Filmkunst im Scala-Kino

NECKARSULM Mit der Krimikomödie „Knives Out – Mord ist Familiensache“ wird die Filmkunstreihe der Stadt am Mittwoch, 25. August, im Scala-Kino fortgesetzt. Beginn ist um 20.30 Uhr. In der höchst amüsanten englischen Krimikomödie läuft ein internationales Star-Ensemble in bester Agatha Christie-Manier zu Hochform auf! Allen voran James Bond-Darsteller Daniel Craig als Detective Benoit Blanc.

Harlan Thrombey (Christopher Plummer) ist tot. Und nicht nur das – der renommierte Krimiautor und Familienpatriarch wurde auf der Feier zu seinem 85. Geburtstag umgebracht. Ein Fall für Benoit Blanc (Daniel Craig). Er durchkämmt ein komplexes Netz aus Lügen, falschen Fährten und Ablenkungsmanövern. Die herrlich bissige Gesellschaftssatire ist ein großer Spaß für alle Krimifans. Nur eins ist sicher: Die Person, die als erstes verdächtigt wird, ist unschuldig. NSt

Alternativroute

Die vorgeschlagene Alternativroute soll jetzt in die kommenden Überlegungen zu alternativen Verkehrsmaßnahmen mit einbezogen und in diesem Rahmen neu behandelt werden. Zum Thema Verkehr findet im Oktober eine Klausurtagung des Gemeinderates statt.snp

INFO Tickets

Vorverkauf beim Scala-Kino Neckarsulm, Benefizgasse 5. Reservierungen unter Telefon 07132 2410 oder im Internet unter www.kinostar.com.