Sanierungsziele fürs Neckarsulmer Aquatoll in Frage gestellt

Gemeinderat beauftragt Verwaltung mit Machbarkeitsstudie für weitere Alternativen

Die Zukunft des Aquatolls bleibt ungewiss. Weil sich Sanierungsziele nicht erreichen lassen, wurde jetzt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Foto: Archiv/Mugler

NECKARSULM Das Aquatoll soll modernisiert werden. Dies sieht das vom Gemeinderat ausgewählte Sanierungskonzept vor. Ziel ist es, das Bad baulich und technisch fit für die Zukunft und für Besucher attraktiver zu machen. Außerdem soll das betriebswirtschaftliche Ergebnis verbessert werden.Diese Sanierungsziele lassen sich mit den aktuellen Ergebnissen der technischen und baulichen Bestandsaufnahme nur eingeschränkt vereinbaren. Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat jetzt die Verwaltung beauftragt, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, um mögliche Alternativen zu finden, falls das Gremium angesichts der neuen Erkenntnisse den Baubeschluss zur Sanierung nicht treffen sollte.Technische Zwänge In der jüngsten Sitzung stellten das beauftragte Planungsbüro BZM Architekten, Wiesbaden, und Werkleiter Lars Nielsen die Ergebnisse der Bestandsaufnahme vor. Demnach können die beschlossenen Sanierungsziele nicht vollständig erreicht werden. Offenbart wurden technische Zwänge, die dem entgegenlaufen. „Sollten die Planer für die festgestellten Zielkonflikte keine zufriedenstellenden Lösungen finden, könnte dies dazu führen, dass die angedachte Sanierung so nicht realisiert werden kann“, stellte Oberbürgermeister Steffen Hertwig fest.Um die Aufenthaltsqualität in der Badehalle zu steigern, müssen die Lärmemissionen reduziert werden. Bei der Suche nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Akustik hat sich herausgestellt, dass dies ohne deutliche Eingriffe in die charakteristische Kuppel, die den Schall reflektiert und so den Lärmpegel verstärkt, nicht möglich sein wird.Wildwasserkanal entfällt Maßgeblich mitverantwortlich für den hohen Geräuschpegel im Bad ist auch der Wildwasserkanal. Außerdem braucht er viel Platz, der für zusätzliche Liegeflächen fehlt. Deshalb soll er entfallen. Als Ersatz wird ein außen angedockter Rutschenturm geplant. Auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht zeichnet sich ab, dass die Sanierung keine wesentlichen Verbesserungen bringt.Bestätigt hat sich, dass das Aquatoll anders als ursprünglich geplant, nicht bei laufendem Betrieb saniert werden kann. Schon allein, weil im Fall einer Kuppelsanierung Baugerüste aufgestellt werden müssten. Zudem soll die Technik in einem Zug ausgetauscht werden. Das Bad müsste deshalb für anderthalb bis zwei Jahre geschlossen werden.Angesichts der nicht sicheren Sanierungsperspektive hat die Verwaltung eine alternative Handlungsoption vorgeschlagen, die jetzt bei einer Machbarkeitsstudie untersucht wird. Sollte die Sanierung nicht beschlossen werden, könnte anstelle des Erlebnisbades ein Therapie- und Lehrschwimmbecken entstehen. Denkbar ist auch ein Freibadbereich mit einem Planschbecken. Damit bliebe neben dem Sportbad und dem Freibad ein weiteres Schwimm- und Sport- beziehungsweise Therapieangebot für alle Altersgruppen der Neckarsulmer Bevölkerung erhalten. Diese Alternative würde aber den endgültigen Wegfall von Erlebnisbad und Saunawelt und den Abbruch des Aquatolls in seiner jetzigen Form bedeuten.Unabhängig von der Machbarkeitsstudie wird die beschlossene Entwurfsplanung zur Sanierung fortgeführt. Die vom Gemeinderat bereits beauftragten Planer setzen ihre Arbeit fort. Erst danach kann beurteilt werden, ob eine Sanierung möglich ist. Dann liegt auch eine belastbare Kostenberechnung vor. Auf dieser Grundlage kann sich der Gemeinderat dann abschließend entscheiden. Das ist frühestens Anfang 2022 der Fall.Geschlossen Sollte weder ein Baubeschluss noch die Alternativlösung beschlossen werden, muss das Neckarsulmer Aquatoll mit Sauna geschlossen werden, weil es aus Brandschutzgründen nicht weiter betrieben werden darf. Bis zu einer Entscheidung bleibt es wegen der weiter bestehenden Einschränkungen durch die Corona-Verordnung „Bäder und Saunen“ sowieso geschlossen. snp

Alternative Open-Airs

NECKARSULM Weil auch in diesem Jahr die beliebte städtische Veranstaltungsreihe „Donnerstags in die City“ nicht auf dem Marktplatz stattfinden kann, präsentiert Neckarsulm den Musikfans alternative Open-Air-Konzerte auf dem Festgelande am Schweinshag. Beim Neckarsulmer Kultursommer geben sich dort am Donnerstag, 12. August, die Musiker der Party-Coverband Dragon Fire die Ehre. Am 18. und 19. August sind Abba Explosion live auf der Bühne zu erleben.

Ebenfalls am Mittwoch und Donnerstag, 18. und 19. August, brennen AB/CD, die AC/DC Coverband aus dem Rhein-Main-Gebiet ihr Feuerwerk der Rockmusik ab. Der Eintritt kostet 17 Euro an der Abendkasse, 15 Euro im Vorverkauf. Tickets gibt es unter www.neckarsulmer-kultursommer.de. NSt
   

Kolping feiert Theater-Premiere

NECKARSULM Mit ihren Ach- und Lachgeschichten feiert die Kolpingtheatergruppe am heutigen Freitag, 6. August, beim Neckarsulmer Kultursommer Premiere. Neben Sketchen und Szenen von Loriot, Jo Hof, Kasimir Mangold und Heinz Erhardt gibt es immer wieder was „Liederliches“ zu hören und sehen. Elise Gäng und Paul Pecoroni singen Lieder von Ute Lemper, Max Raabe, Konstantin Wecker und Kurt Tucholsky. Sie werden dabei von Andreas Böhringer (Gitarre und E-Piano) begleitet. Ein buntes Programm, das die Gruppe um Kerstin Müller (Regie) zusammengestellt hat. Die Mitglieder der Kolpingsfamilie sorgen für das leibliche Wohl auf dem Festgelände am Schweinshag. Tickets unter www.neckarsulmer-kultursommer.de. NSt