Vom Höhenzug bis zum Flusstal

NATUR Zahlreiche idyllische Flecken bieten Mensch und Tier Rückzugsorte

Der Neumühlsee bei Waldenburg ist nicht nur Treffpunkt für Wasserratten, sondern auch für Wanderer und Radler. Fotos: Ute Böttinger

Kleinode, idyllische Flecken und besonders schützenswerte Natur findet man in der Hohenloher Ebene. So gibt es ausgewiesene Naturschutzgebiete im Brettachtal oder auch auf Waldenburger Gemarkung. Sie bieten Rückzugsmöglichkeiten für seltene Tiere und Nährboden für rare Pflanzenarten. Aber auch ohne den besonderen Stempel der Schutzwürdigkeit gilt vielen Landschaftsgebieten der Hohenloher Ebene ein besonderes Augenmerk.

Waldheide Einen Wald, der eigentlich mehr einem Park gleicht, findet man in den drei Naturschutzgebieten „Entlesboden“ und „Obere Weide" in den Waldenburger Bergen sowie „Viehweide" auf der Gemarkung von Öhringen-Michelbach. Vor allem Birken geben dort den Ton an und den Schutzgebieten die lichte Leichtigkeit. Entstanden sind die drei Waldheiden einst aus der Armut der Bevölkerung heraus. Vor Jahrhunderten war die Landwirtschaft rund um Waldenburg kärgliches Brot, gaben doch die Sandböden nicht viel her. Mensch und Vieh hatten wenig zu futtern, die knappen Böden rund um die Dörfer benötigte man für den Ackerbau. Ziegen, Schafe, Rinder und Schweine wurden da kurzerhand in die umliegenden Laubwälder gebracht, wo die Früchte der Eichen und Buchen ein gefundenes Fressen waren. Doch nicht nur daran tat sich das Vieh gütlich, es machte sich genauso über das Gras und über die jungen Triebe her. Keine Chance also für kleine Bäume zu wachsen. So entstanden immer lichtere Wälder.

Heute prägen wenige mächtige Eichen und Buchen sowie viele Birken die drei Naturschutzgebiete. Auch kleine versteckte Teiche finden sich hier. Und natürlich eine Vielzahl an seltenen Pflanzen und Tieren, wie das gefleckte Knabenkraut, die Niedrige Schwarzwurzel, die Quendel-Kreuzblume oder so rare Insekten wie den Wachtelweizen-Schneckenfalter.

Augenweide Vor allem im Frühsommer wird das Kupfertal bei Neuenstein-Neufels zur Augenweide: Wenn der Bärlauch blüht, verwandelt sich die Landschaft entlang des Flusses, der in Forchtenberg in den Kocher mündet, zu einem weißen Blütenmeer. Wenn der feinwürzige Knoblauchgeruch in der Luft hängt, beginnt auch die Wandersaison im Kupfertal. Vor allem an heißen Sommertagen lädt die idyllische und an Wochentagen wenig frequentierte - Strecke zu einem Streifzug ein. Inklusive kühlem Fußbad: Das mehrmalige Queren der Kupfer macht den besonderen Reiz einer Wanderung abseits der ausgewiesenen Pfade aus.